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©!rina Görner |
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Die eisenzeitliche Befestigung auf dem Christenberg liegt nördlich Marburgs am Westrand des Burgwalds auf einem Buntsandsteinplateau von rund 4 ha Größe. Das Plateau ist nur von Osten zugänglich und fällt an allen übrigen Seiten steil ab. Plan des Christenbergs (Für eine größere Version anklicken). Die ersten Besiedlungsspuren lassen sich 420 v.Chr. nachweisen. Damals wurde die erste Befestigung zum Schutz der gut zugänglichen Ostseite angelegt. Große Mengen von Eichenstämmen wurden zu diesem Zweck zusammen mit Steinen und Erdmaterial zu einer Holz-Erde-Kastenmauer mit aufgemauerter Außenfront verbaut. Vorgelagert war zusätzlich ein Graben. Später wurde diese Mauer durch einen in rund 100 m Entfernung vorgelagerten Erdwall verstärkt. Der Eingang zum Kernbereich der Befestigung befand sich im Südosten. Hier konnte eine 3 m breite Toranlage freigelegt werden, die zwischen eingezogenen Mauerenden eine regelrechte Torgasse bildete. Im gesamten Innenraum der Befestigung fanden sich bei den Ausgrabungen 1964-1970 zahlreiche Funde, so daß eine dichte Besiedlung vermutet werden kann. Besonders im Torbereich konnten zahlreiche verkohlte Getreidereste geborgen werden, die auf eine Art Lagerraum, evtl. im Obergeschoß der Toranlage selbst, schließen lassen. Die Bebauung des Innenraumes der Wallanlage bestand aus Holzbauten, die anhand der zahlreichen Pfostenspuren nachgewiesen werden konnten. Daneben fanden sich auch viele Gruben, die nach ihrer eigentlichen Nutzungsphase zur Aufbewahrung von Vorräten sekundär mit Abfall verfüllt wurden. Anhand der Funde zu denen neben Keramikresten auch Werkzeuge sowie Schmuck- und Trachtzubehör zu rechnen sind, lassen sich überregionale Verbindungen der Bevölkerung des Christenberges zu den keltischen Fürstensitzen in Süddeutschland, nach Böhmen und bis an die Adria feststellen. Zusätzlich bieten die Funde einen Einblick in das keltische Handwerk: Neben Spinnwirteln, die zur Fadenherstellung für Textilien benötigt wurden, deutet ein Feinschmiedehammer auf Metallhandwerk, Beile belegen die Holzbearbeitung und die zahlreichen mehrfarbigen Glasperlen wurden sicherlich ebenfalls lokal hergestellt. Um 200 v. Chr. zerstörte ein Brand die Befestigungsanlagen der Siedlung und die keltische Besiedlung brach ab. | |
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Vorläufer dieser in die Latèzeit gehörigen Anlage war die nur 500 m nordwestlich des Christenberges gelegene Lützelburg. Diese Siedlung war ebenfalls durch einen Wall befestigt, mit 1,5 ha aber wesentlich kleiner. Nach ihrem Fundmaterial war sie während der späten Hallstattzeit, also der unmittelbar vorangehenden Zeitstufe besiedelt und es ist anzunehmen, daß die dortigen Bewohner auch die Erbauer der Befestigung des Christenberges sind. Die zahlreichen eisenzeitlichen Fundstellen in der Umgegend des Christenberges zeigen, daß es sich um ein während der Eisenzeit dicht besiedeltes Gebiet gehandelt hat. Der Christenberg hat evtl. die Funktion eines Zentralortes für dieses Gebiet übernommen. In der Karolingerzeit wurde die Wallburg dann erneut besiedelt. Zunächst hat man eine 1,7 m breite Schutzmauer errichtet, die etwa 3 ha Innenraum umschlossen hat. Zur gefährdeten Ostseite hin wurde eine zweite Mauer mit rund 2,5 bis 3 m Stärke vorgelagert und zusätzlich mehrere Vorwälle mit Spitzgräben angelegt. Die Toranlage befand sich im Süden der Burg und bestand aus zwei Torkammern, die bei der archäologischen Untersuchung ebenfalls eine Umbauphase erkennen ließen. Im Nordwesten der Befestigung wurde bei einer dritten Erweiterung ein Rundturm von 8 m Durchmesser angebaut.
Westlich und östlich des Christenberges liegen frühmittelalterliche Grabhügel, die nach ihren Funden zu urteilen, den Friedhof der Burganlage bilden. Heute befindet sich innerhalb der Burganlage die Kirche St. Martin mit dem zugehörigen Friedhof. |
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