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©!rina Görner |
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Die urnenfelderzeitlichen Grabhügel auf den Lahnbergen liegen östlich der Stadt im Gelände des neuen Botanischen Gartens (Video). Die Besichtigung bietet also gleichzeitig auch noch die Möglichkeit den weitläufigen Park und die Gewächshäuser zu besuchen, der Eintritt ist frei (Samstags geschlossen). Die Grabhügel bilden eine Gruppe der über 200 festgestellten Hügelgräber auf dem Buntsandsteinrücken der Lahnberge. Die bisherigen Untersuchungen ergaben Gräber der mittleren Bronzezeit, der Urnenfelderkultur und der frühen Eisenzeit (Hallstattkultur). Eine Grabhügelgruppe im westlichen Bereich des heutigen Botanischen Gartens von etwa 34 Hügeln wurde durch mehrere Ausgrabungen vom Landesamt für Denkmalpflege und vom Vorgeschichtlichen Seminar der Philipps-Universität Marburg untersucht und enthielt Brandgräber der Spätbronzezeit (Urnenfelderzeit, ca. 1300.-800 v.Chr.). Die Knochenreste wurden nach der Leichenverbrennung sorgfältig aus dem Scheiterhaufen ausgelesen und in großen Keramikgefäßen deponiert. Vereinzelt fanden sich Abdeckungen mit flachen Schalen oder weitere, kleinere Gefäße wurden in der Urne oder daneben abgestellt. Dies ist mit den religiösen Vorstellungen der damaligen Bevölkerung in Zusammenhang zu sehen. Die Gefäße enthielten sicherlich zumindest zum Teil auch Speise oder Trank. Vielleicht wollte man den Toten während der Reise ins Jenseits mit Nahrungsmitteln versorgt wissen.
Reste bronzener Gegenstände wurden nur in sehr wenigen Gräbern aufgedeckt. Dabei handelt es sich meist um kleine und kleinste Reste der Tracht- oder Schmuckausstattung wie Nadeln oder Armringe und Haarschmuck. Alle Bronzen zeigten massive Brandeinwirkung, so daß man annehmen muß, daß die Toten zusammen mit einem Teil ihres Trachtschmuckes verbrannt wurden und dieser anschließend zusammen mit dem Leichenbrand aus den Scheiterhaufenresten ausgelesen wurde.
Die Urnen wurden mit Steinpackungen umpackt und darüber dann mehr oder weniger große Hügel errichtet. Ein Teil der Hügel hatte einen Steinkreis aus einzelnen größeren oder trockenmauerartig aufgeschichteten Steinen. Dies zeigt auch der zur Besucherinformation wiederhergestellte Hügelgrundriß. Vereinzelt wurde diese Steinumrandung auch in viereckiger Form ausgeführt, so auch bei dem größten der Hügel, dem sogenannten Tanzplatz von 20x27m Größe.
Im Zuge eines Seminares, das die praktische Anwendung vorgeschichtlicher Techniken zum Ziel hatte, wurde 1998 in unmittelbarer Nähe zu den Hügeln ein ca. 3x3 m großes urnenfelderzeitliches Haus errichtet, das die damalige Bauweise demonstriert. Dieses Haus wurde zusammen mit einer Feuerstelle und einigen Gruben im Laufe eines Semesters von 10-12 Leuten ausschließlich mithilfe vorgeschichtlicher Techniken und Werkzeuge erstellt. |
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