![]() |
![]() |
![]() |
Schon vor 60 Jahren hatte man in Deutschland erfolgreich versucht, (wenn auch aus anderen Gründen) Benzin aus Steinkohle statt aus Erdöl zu gewinnen. In insgesamt 12 Hydrieranlagen wurden in jener Zeit durch die Kohlehydrierung mehrere Millionen Tonnen Benzin aus heimischer Steinkohle erzeugt.
Die technischen Grundlagen dieser Kohleverflüssigung wurden bereits 1925 bei der BASF in Ludwigshafen geschaffen: die Anlagerung von Wasserstoff an Kohle unter hohem Druck ergab flüssige Reaktionsprodukte. In den folgenden Jahren wurden in einer Versuchsanlage im Leuna Werk der I.G. Farbenindustrie über 100.000 Tonnen "Leuna Benzin" hergestellt. In der Presse war damals (1931) zu lesen: "Durch das geniale Hydrierungsverfahren ist man so zur Herstellung des synthetischen Benzins gelangt, das heute als Leuna- oder deutsches Benzin im Handel steht und das nach eingehenden Untersuchungen besten Erdölen gleichkommt..."
Der Einfallsreichtum hat aber auch andere Treibstoffalternativen
hervorgebracht: Der Holzvergaser.
Volkswagen mit Holzvergaser |
Kübel mit Holzvergaser |
Jetzt, im anbrechendem neuen Jahrtausend zwingen nicht mehr Autarkpolitik und Kriegswirtschaft zur Suche nach neuen Energien, sondern ganz einfach die eingangs genannten "sehr hohen" Treibstoffpreise. Was vor Jahren mit der aufwendigen Einführung von Biodiesel begann, gipfelt heute mit dem einfachen betanken von Dieselfahrzeugen mit Salatölen.
Wie ich aus aktuellen Zeitungsberichten und eigenen Beobachtungen
ersehen konnte, funktioniert dieser Dieselersatzkraftstoff offensichtlich
problemlos. Die folgenden Bilder konnte ich auf dem Autobahnrastplatz bei
Langen (zw. Darmstadt und Frankfurt) festhalten.
Ein ganzer Karton voll Salatölflaschen |
![]() |
Flasche um Flasche wird eingefüllt |
![]() |
Auch aus Umweltpolitischer Sicht hat dieser "neue Kraftstoff" nur Vorteile zu bieten:
Pflanzenöle bringen im Gegensatz zu fossilem Kohlenwasserstoff
bereits 10% Sauerstoff für die Verbrennung mit. Es enthält
pro Liter mehr Energie als Benzin - ist also
ein dem Benzin/Diesel ebenbürtiger Kraftstoff. Bleiverbindungen,
Benzol und Schwefel ist im Pflanzenöl naturgemäß nicht
enthalten, es ist somit am "sauren Regen" nicht
beteiligt, und vor allem: Es ist nicht giftig. Toxische Gase beim
Transport und beim Tanken entstehen nicht (der an Tankstellen angebotene
Dieselhandschuh ist nicht mehr erforderlich), und es gibt
keine Verdunstungsverluste. Das Eindringen von Pflanzenöl in
den Boden verursacht keine nennenswerten
Regenerierungskosten wie bei fossilen Kraftstoffen.
leere Salatölflaschen |
Pflanzenöle, deren Entflammbarkeit bei über 300 Grad Celsius
liegt, erweisen sich auch unter Sicherheitsaspekten als unproblematisch.
Es kann weder explodieren noch brennen. Das bedeutet nicht nur eine hohe
Transportsicherheit, sondern man kann es auch an beliebigen Orten
gefahrlos lagern. Z. B. in der Garage oder im Keller.
![]() |
Hier wird in einem Eignungstest ermittelt, ob Salatöl grundsätzlich als Dieselersatzkraftstoff fungieren kann. Zu diesem Zweck wurde Salatöl direkt am Kraftstofffilter eingespeist. In Langzeitversuchen müssen schließlich noch die Auswirkungen der dauerhaften Verwendung von Salatöl untersucht werden (Verharzung, Ablagerungen, Verträglichkeit mit dem verwendeten Motoröl, Beständigkeit der verwendeten Gummidichtungen usw.). |