| Sky Surfer 96 von Graupner | |||
| Bau- und Flugbericht von Stefan Hundler | |||

Aufbau:
1.1 Einleitung
1.2 Was brauche ich?
1.3 Der Zusammenbau
1.4 Technische Daten
1.5 Bezugsquellen
2.1 Das erste Fliegen
2.2 Die Flugleistung
2.3 Zum Spaß
2.4 Landung
2.5 Störfaktor
2.6 Nachwort
3.1 Nachtflug - und es geht doch!
3.2 So sieht es heute am 01.02.2000 aus
Ein Hallo an alle, die sich für den Sky Surfer bzw. das Sky Surfer-Feeling interessieren.
Also:
Auf dieser Seite möchte ich denjenigen, die etwas mehr über den
SkySurfer erfahren und sich vielleicht einen anschaffen wollen, die Möglichkeit
bieten sich zu informieren.
Es sei erst mal zu erwähnen, dass es ihn in 2 Versionen gibt. Einmal mit RC und
einmal ohne RC.
Bei der Version mit RC ist alles dabei, um ihn fliegen zu können. Es müssen nur noch ein
Akku und ein paar Trockenzellen gekauft werden und schon kann es los gehen.
Bei der Version ohne RC sind nur ein Servo und der Motor vorhanden. Alles andere
muss selber gekauft und eingebaut werden.
Entgegen der Empfehlung betreibe ich ihn mit 7 Zellen anstatt 6 Zellen. Dadurch hat man
eine etwas längere Flugzeit und eine bessere Steigleistung. (Dazu später
mehr!)
Was brauche ich alles?
Bei der Version mit RC:
Sky Surfer 96 (339 DM)
Akkupack - 7 Zellen von Sanyo KR1100 AEL (45 DM)
6 Trockenbatterien bzw. Akkus (?? DM)
Dazu noch ein paar Kleinteile, wie z.B. die passenden Stecker.Bei der Version ohne RC:
Sky Surfer 96 (249 DM)
Empfänger Graupner C-17 (119 DM) + Quarz
Regler Schulze slim-25be (69 DM)
Akkupack - 7 Zellen von Sanyo KR1100 AEL (45 DM)
Dazu noch ein paar Kleinteile, wie z.B. die passenden Stecker.
Natürlich kann man auch andere Komponenten einbauen. Ich benutze auch einen anderen Regler, da ich noch einen in der Krabbelkiste rumfliegen hatte. Die oben aufgeführten Sachen kann ich aber mit gutem Gewissen für den Einbau empfehlen, da sie sich in Qualität und Leistung schon oft behaupten konnten.
In beiden Fällen benötigt man ein Schnellladegerät oder mehrere Akkus, wenn man mehrmals fliegen will. Ein zusätzlicher Akku kostet so um die 45DM. Ein Schnellladegerät der simpelsten Ausführung kostet um die 30DM. Diese laden nur eine feste Anzahl von Zellen und haben keine Akku Voll-Erkennung - die Abschaltung wird von dem Benutzer durch eine einstellbare Zeit geregelt. Deutlich besser, aber auch teurer, sind prozessorgestützte Schnellladegeräte. Diese kosten von 250-650DM. - Die Schnellladegeräte werden in der Regel an eine 12V-Autobatterie angeschlossen.
Ein Ladegerät für zu Hause, also für 220V mit mehreren Ausgängen kostet um die 50 DM: so z.B. der Graupner Multilader 6E - diese Sorte von Ladegerät hat keine automatische Abschaltung. Der Benutzer muss einen geladenen Akku selber vom Ladegerät trennen.
Damit die Wahl leichter fällt, ein paar Worte von mir:
Die RC-Version kann man leider nicht mit seiner vorhandenen 35MHz-Anlage betreiben, da diese Version mit 27Mhz arbeitet.
Außerdem hat der Regler auch eine kleine Macke". Sobald er einmal abgeschaltet hat, weil die Antriebsakkuspannung zu niedrig war (damit die BEC-Versorgung gewährleistet ist), lässt sich der Motor nicht mehr einschalten. Das ist aber manchmal gar nicht so gut, da man kein Höhenruder hat. Außerdem ist dann der Akku nicht richtig leer.
Gegen die Version ohne RC sprechen die etwas höheren Kosten und dass bereits ein Sender vorhanden sein muss.
Der Zusammenbau:
Wenn man den Kasten öffnet, ist man erst mal enttäuscht. Das, was wie Metall
aussieht, ist nur Plastik, der Schirm ist aus einem Material wie eine Kaufhaustüte
(knistert auch so), ....
Ich kann euch aber schon mal beruhigen. Beides hält den Belastungen von
Start, Flug, Landungen und kleineren Abstürzen (In Fachkreisen auch Erden und
unkontrollierte Landung genannt) stand.
Wenn man nach dem Plan baut, kommt man schnell voran. Man muss weder schrauben noch
kleben. Alles muss nur mit gefühlvoller Gewalt zusammen gesteckt werden. Nur der Einbau
der Antriebsakkus ist etwas fummelig, da ja eine Zelle mehr verwendet wird. Da
man bei dem von mir vorgeschlagenen 7-zelligen Akku die Akkuarretierung
rausbrechen muss, sollte man den Akku mit Klebeband, Kabelbinder und / oder
Schaumstoff gegen Rutschen nach vorne sichern. Der Einfachheit halber habe ich
den
Antriebsakku fest eingebaut. Man kann ihn auch wechselbar einbauen, was ich
aber nicht für nötig halte (Ich erreiche mit einem Akku eine Flugzeit von etwa 15 Minuten. Aber
dazu später mehr.)
Mit RC:
Ihr müsst nur sehen, dass der Akku hineinpasst und dass ihr die passenden Stecker habt.Ohne RC:
Den Empfänger kann man vorne (da wo der Pilot sitzen würde) unten einbauen. Vielleicht etwas in Schaumstoff lagern. Über den Empfänger kommt am besten auch der Regler. Normalerweise sollte man das ja nicht machen, aber es geht nicht anders und ich hatte bei dieser Anordnung bis jetzt noch nie Störungen. (Bei der Version mit RC sind diese beiden Komponenten sogar im gleichen Gehäuse)
Es gibt eigentlich nichts weiter zum Bauen zu sagen, da man schon fertig ist.
Vielleicht noch ein Tip: Auf die Antriebswelle (da wo der Propeller befestigt ist) gibt
man auf das Gewinde einen kleinen Tropfen Kleber - Wer eine zusätzliche
Stopmutter oder einen Tropfen Schraubensicherung hat, kann auch dies verwenden, damit sich die Schraube
(Mutter) nicht löst, wenn der Motor durch den Regler abgebremst wird.
Den Regler usw. sollte man mit einem kleinen Hölzchen gegen das Rausfallen nach oben
sichern (einfach auf beiden Seiten etwas mit Klebstoff fixieren). Wer kein Hölzchen einkleben will, kann sich auch mit einem Kabelbinder behelfen. Auf
jeden Fall sollte der Regler noch ausreichend gekühlt werden, da während des
Betriebs Wärme entsteht.
Ein kleiner Tipp, der dem Motor gut tut:
Vor den ersten Flügen sollte man den Motor mit niedriger Spannung einlaufen lassen. Dies sorgt dafür, dass sich die Kohlen gut an die Form des Kollektors anpassen. Dadurch entstehen im Betrieb weniger Funken und somit weniger Störungen. Zudem wird die Lebensdauer des Motors erhöht. Das Einlaufen sollte so mindestens eine Stunde dauern.
Im späteren Betrieb sollte man besser mit 3/4 Gas fliegen, anstatt mit Vollgas auf Höhe zu steigen und dann runter zu segeln. Ständiger Vollgasbetrieb belastet den Antrieb stärker, zudem wird dadurch die gesamte Flugzeit geringer.
Technische Daten:
Die Spannweite beträgt etwa 1,26m.
Das Gewicht ist unter 600g.
Es ist leider kein wortwörtlicher Handschuhfachflieger.
- außer wenn
man den Luftschraubenschutz und die hintere Achse entfernt. Ansonsten ist er sehr klein.
Den Schirm kann man wie eine Ziehharmonika falten und in einen Karton stecken, der etwas
länger als ein Schuhkarton ist. Und der Rumpf" dürfte auch überall
hinpassen.
Bezugsquellen:
Höllein Modellflugbedarf Tel.: 09561-555999
abc-Modellsport Tel.: 0781-991040
Im Fachhandel und bei vielen anderen Versandhändlern!
Das erste Fliegen:
Für den ersten Flug sollte es nicht allzu windig sein und vor allem keine Böen
geben.
Und bitte versucht nicht, ihn erst mal nur gleiten zu lassen, denn das gibt meistens einen
kleinen Absturz. Wenn, dann muss es gleich richtig mit Gas sein.
Nachdem ihr den Schirm in das mittlere Loch gehängt habt, kann es losgehen. Versucht
nicht vom Boden zu starten, da das Teil einen ziemlichen Rechtsdrall hat.
Für das erste Mal sucht Ihr euch einen Helfer.
Ihr müsst darauf achten, dass die Schnüren sich nicht verheddern und dass er (ihr) genau
gegen den Wind steht. Der Helfer hält den SkySurfer einfach hoch, und geht einen Schritt
nach vorne. Sobald sich der Schirm aufgerichtet hat, gebt ihr Gas. Der Helfer macht dann
nur noch einen Schritt und lässt ihn dann frei. ICH SAGTE FREILASSEN!!! Nicht werfen und
auch keinen Schubs nach unten. Einfach loslassen! Jetzt keinen Schreck bekommen, wenn er
etwas durchsackt. Das ist normal. Das war's eigentlich schon. Bei so einem Modell
gibt es keinen Schwerpunkttest und auch keine anderen Sachen, die man einstellen
muss...
Die Flugleistung:
Mit 7 Zellen steigt er recht ordentlich weg. Je nach Wetter ist man auch ca. 15
Minuten in der Luft. Die Akkus kann man auch ruhig schnellladen. Bei mir sind sie in
weniger als einer Viertelstunde voll. Ich hab also ein besseres Lade- Flugzeitverhältnis
als 1 zu 1.
Auch bei Wind kann man ihn noch gut fliegen. Schlimmstens fliegt er rückwärts, aber
seine Fluggeschwindigkeit kann man ja einstellen, je nachdem wie der Schirm eingehängt
ist.
Auch vor einer Thermikblase muss man keine Angst haben, da man ihn durch enges Kreisen SEHR
SCHNELL nach unten bringen kann.
Das einzige, was ihm nicht gefällt, sind Böen. Je nachdem wie ihn eine trifft, wird er
ziemlich hin- und hergeworfen". Von der Belastung hält er das aus, nur man
kann das Pech haben, dass sich die Schnüren verfangen und manchmal ist das so stark,
dass man nicht mehr steuern kann, und er kommt ziemlich schnell nach unten!
Mir ist das zum Glück nur einmal passiert und dann auch nur aus 3 Meter Höhe. Für
diesen Aufschlag, den er aushalten musste, ist wenig kaputt gegangen. Es hat nur einen
kleinen Bruch gegeben, den man mit einem Tropfen Sekundenkleber reparieren konnte.
Am Anfang gucken die Vereinskollegen etwas komisch, wenn sie das Ding sehen. Aber nach
kurzer Zeit wird das komische Gucken in Neid umschwenken. In meinem Verein ist das zwar
noch nicht passiert, aber von anderen habe ich gehört, dass diese
Plastiktüten" schon in Rudeln auftreten.
Es ist einfach ein Feeling, was man nicht beschreiben kann. Obwohl es zu
einfach" ist, so dass es JEDER steuern kann, macht es Spaß.
Zum Spaß:
Das, was am meisten Spaß macht, ist laut Flugordnung verboten.
Mitten auf der Piste stehen und mit Halbgas um sich kreisen!!! Einfach TOLL!!
Außerdem kann man ihn noch prima spät abends fliegen. Man muss nur über dem Horizont in
der Dämmerung kreisen. Die Konturen kann man da noch gut bis einigermaßen erkennen. Wenn
einem der Saft" ausgeht oder man landen will, muss man nur den Motor
abschalten, einen Augenblick warten und dann hinhören, wo er aufsetzt (Rascheln einer
Plastiktüte ähnlich). - Fertig!
Landung:
Zur Landung wäre noch zu sagen, dass man immer mit etwas Gas
reinkommen" und kurz vorm Aufsetzen noch mal einen kleinen Gasschub
geben sollte, da sonst das Bugrad viel aushalten muss, und je nach Piste gibt es auch mal
einen kleinen Überschlag, der aber harmlos ist.
Auch Touch-and-Go oder ein SEHR naher Vorbeiflug (an sich selber und über Grund) macht
Spaß. Man sollte nur bedenken, dass er etwas träge reagiert, also immer etwas früher
Gas geben.
Störfaktor:
Für einen Flächenflieger ist es etwas ungewohnt, dass man kein Höhenruder hat.
Bei meinen ersten Flügen hab ich immer verzweifelt versucht zu ziehen"
(Höhenruder geben). Man sollte sich aber schon vor der Landung über diese fehlende
Funktion im klaren sein.....
Dafür hätte ich aber einen Tip:
Wer einen Computer-Sender hat, kann einfach einen Mischer einrichten, der dafür sorgt, dass man beim Ziehen etwas mehr Motorleistung hat bzw. beim Drücken wegnimmt. Somit hat man doch noch eine "Art" von Höhenruder, welches aber ziemlich träge ist. (Sollte aber schaltbar sein.)
Nachwort:
Sollte ich euch jetzt den Mund wässrig gemacht haben.....
Bitte schreibt mir eine kurze Mail, damit ich weiß, dass meine Arbeit nicht umsonst war.
Einfach Ich habe Deinen Artikel (SkySurfer 96) gelesen" würde mir reichen.
Über mehr würde ich mich auch freuen. (Tipps, Fehler, Verbesserungen, ....)
Nachtflug - und es geht doch!
Natürlich
wurde es einem wie mir mit so einem einfach zu fliegenden Gerät schnell
langweilig ... deswegen versuchte ich immer wieder mal neue Sachen ... zuerst
bei Dämmerung ... dann bei Mondschein ... aber fliegen ist das nicht mehr ...
und hat man ihn erst einmal verloren ... dann ist er zunächst weg ... und man kann ziemlich
lange nach dem Geknatter des Servos suchen. - Deswegen: Eine Beleuchtung muss her und dran. Erst plante ich diese nur mit mehreren und sehr hellen
Leuchtdioden ... später entschloss ich mich aber noch zusätzlich mit einer
8V-Birne und einem Reflektor von einer alten Taschenlampe den Schirm anzustrahlen.
Dies war gar keine so schlechte Idee, da wie sich später herausstellte man
über die Leuchtdioden kaum die Fluglage einschätzen kann. Zudem erkennt man
die Leuchtdioden je nach Position manchmal überhaupt nicht. Den angestrahlten
Schirm sieht man aber von jeder Position recht deutlich ... sogar so gut, dass
jeder, der den SkySurfer bei Tag beherrscht, ihn auch nachts steuern könnte.
Wie ich die Beleuchtung im Detail realisiert habe, kann man auch meiner Homepage nachlesen.
So sieht es heute am 01.02.2000 aus
Nach etwa 2 Jahren kann ich folgendes sagen: Ich fliege zwar nicht mehr so oft
mit dem SkySurfer, jedoch würde ich ihn mir wieder kaufen, da ich bis jetzt
viel Spaß hatte - besonders nachts. Meine anfängliche Planung vom Einbau
eines stärkeren Motors und einer im Flug verstellbaren Anstellung des
Tragschirms, habe ich aufgegeben. Der SkySurfer ist einfach, so wie er ist, gut.
Ich habe bis jetzt auch nur sehr wenige Veränderungen und Reparaturen durchgeführt.
Zum einen habe ich die hintere Achse gegen eine längere Kohle-Stange
ausgetauscht. Dadurch kippt er auf Graspisten nicht allzu schnell um. Nach
etwa einem Jahr Betrieb habe ich den Motor ausgetauscht, da der alte defekt
war. - Die Kohlen waren bis aufs letzte abgenutzt. Ob dies nach 100 oder erst
300 Akkuladungen passiert ist, kann ich nicht genau sagen. Die Kosten für
diese Reparatur von etwa 17 DM für den Original-Motor hielten sich in Grenzen. Auch
musste der SkySurfer an verschiedenen Stellen geklebt werden. Dies wurde aber durch
plötzlich auftauchende Tische und Sicherheitszäune verursacht. Den Tisch hab
ich erwischt, als ich auf diesem nachts einen Toutch-and-Go versuchte ... der
Sicherheitszaun kam ins Spiel, als ich nach 2 auf dem Platz
durchgemachten Nächten .... irgendwie die Kontrolle verloren habe - ich hab zwar
noch Störung gerufen - doch das wurde mir irgendwie nicht geglaubt :-)
Viel Spaß wünscht Stefan Hundler
Dieses Dokument wurde von Stefan Hundler
am 03.03.1998 erstellt. Aktualisiert am: 01.02.2000
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werden!
Stefans Homepage
/ Fax: +49 641 9433850 / Mitglied
im MFV-Lahntal
© Stefan Hundler - http://stefan.mfv-lahntal.de
- Letzte Änderung am: 21.10.2003