[Chevalier: Jewgenij Baratynski]

Evgenij Baratynskij (1800 – 1844)

Kurzer Streit

Von unsrer Liebe sprachst du nur im Scherz
Und kalt wird dies von dir auch noch bestätigt.
Ich bin kein Kind! Es heilte schnell der Schmerz.
Ich kenn die Welt. Die Sache ist erledigt.
Bedauerliches Schicksal, das betrübt?
Kann sichtlicher Verlust uns lang beschweren?
Es löst sich leicht: Ich wurde nicht geliebt;
Dass ich dich liebte, mag noch etwas währen …

März – Mai 1822


* * *

Wie viel gelang in wenig Tagen
Dir zu erleben, zu erfühln!
Wie schrecklich du im Flammenschlagen
Der Leidenschaft nun musst verglühn!
Versklavte quälerischer Träume!
Die Schwermut leerer Seelenräume,
Wie willst du sie mit Sinn erfülln?
Wie Magdalena musst du weinen,
Und lachend, eine Nixe scheinen!

1824 – 1825

Epigramm

Du bist Dichter, er ist Dichter;
Und doch besteht ein Unterschied:
Du tust dich mit Gedrucktem wichtig,
Er wird gelesen und geliebt.

(1827)


* * *

Mein alter Köter, du! bist als ein Hund gestorben!
Als Schmeichler und als Dieb hast du dich gut gemacht.
Wärest du als Mensch und nicht als Hund geboren,
Du hättest es wohl gar zum Senatorn gebracht.

(September 1828)


* * *

Dem Dummem ist Inspiration nicht fremd;
Auch er erfährt den glühenden Moment,
Die hohe, reiche Gabe für Genies:
Grad so belebt doch alles auch der Lenz,
Was grünt und blüht, wenn er vom Himmel fließt.
Doch was dies Gleichnis wohl bedeuten soll?
Und welchen Schatz der Dumme sich errang?
Für ihn bläht sich nichts anderes als Kohl,
Und niemals blüht für ihn der Lorbeerkranz.

Oktober 1828


* * *

Ich lieb den Sommer und das Land,
Die flüsternden Wasser, die schattigen Haine,
Den Duft der Blumen. Welch Behagen!
Wem würde das nicht lieblich scheinen?
Selbst Mücken kann man da ertragen!
Doch ich gesteh – als Wüstenheimer,
Der's liebt, in öder Ruh zu leben,
Dir Quälgeist, Mücke auf zwei Beinen,
Nein, niemals werd ich dir vergeben!

(1828)


* * *

Meine Gabe ist ärmlich, die Stimme nicht laut,
Jedoch ich lebe, und auf meiner Erde
Ist jemand mit dem Leben lieb-vertraut:
Ihn findet in noch ferner Zeit ein Erbe
In meinen Gedichten; wer will es wissen?
Und wird mit meiner Seele sich verbinden,
Und konnt' ich Freunde Hier und Heute finden,
Wird in der Zukunft auch ein Leser sich erschließen.

1828


* * *

Eine wundervolle Stadt
Türmt sich manchmal in den Wolken;
Wenn ein Windstoß sie erfasst,
Schwindet sie ganz ohne Folgen.

So erschafft des Dichters Traum
Augenblickliche Gebilde …
Weggeblasen sind sie, – kaum
Dass der Neid das Wort erhebt.

1829

Размолвка

Мне о любви твердила ты шутя
И холодно сознаться можешь в этом.
Я исцелен; нет, нет, я не дитя!
Прости, я сам теперь знаком со светом.
Кого жалеть? печальней доля чья?
Кто отягчен утратою прямою?
Легко решить: любимым не был я;
Ты, может быть, была любима мною.

1822


* * *

Как много ты в немного дней
Прожить, прочувствовать успела!
В мятежном пламени страстей
Как страшно ты перегорела!
Раба томительной мечты!
В тоске душевной пустоты,
Чего еще душою хочешь?
Как Магдалина, плачешь ты,
И как русалка, ты хохочешь!

1824 – 1825

Эпиграмма

И ты поэт, и он поэт;
Но меж тобой и им различие находят:
Твои стихи в печать выходят,
Его стихи – выходят в свет.

(1827)

* * *

Мой старый пес! Ты псом окончил век!
Я знал тебя ласкателем и вором.
Когда б ты был не пес, а человек,
Ты б околел, быть может, сенатором.

(Сентябрь 1828)


* * *

Глупцы не чужды вдохновенья;
Им так же пылкие мгновенья
Оно, как гениям, дарит:
Слетая с неба, все растенья
Равно весна животворит.
Что ж это сходство знаменует?
Что им глупец приобретет?
Его капустою раздует,
А лавром он не расцветет.

* * *

Люблю деревню я и лето:
И говор вод, и тень дубров,
И благовоние цветов;
Какой душе не мило это?
Быть так, прощаю комаров!
Но признаюсь – пустыни житель,
Покой пустынный в ней любя,
Комар двуногий, гость-мучитель,
Нет, не прощаю я тебя!


* * *

Мой дар убог, и голос мой не громок,
Но я живу, и на земле мое
Кому-нибудь любезно бытие:
Его найдет далекий мой потомок
В моих стихах; как знать? душа моя
Окажется с душой его в сношение,
И как нашел я друга в поколение,
Читателя найду в потомстве я.

1828

* * *

Чудный град порой сольется
Из летучих облаков,
Но лишь ветр его коснется,
Он исчезнет без следов.

Так мгновенные созданья
Поэтической мечты
Исчезают от дыханья
Посторонней суеты.

1829

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Kurzer Streit
Размолвка
 
Wie viel gelang in wenig Tagen
Как много ты в немного дней
 
Epigramm
Эпиграмма
 
Mein alter Köter, du! …
Мой старый пес! Ты псом …
 
Dem Dummen ist Inspiration nicht fremd
Глупцы не чужды вдохновенья
 
Ich lieb den Sommer und das Land
Люблю деревню я и лето
 
Meine Gabe ist ärmlich …
Мой дар убог …
 
Eine wundervolle Stadt
Чудный град порой сольется

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Evgenij Baratynskij (1)