[Cherubina de Gabriaque]

Cherubina de Gabriaque (1887 – 1928)

* * *

Ja, mein Herz ist wie ein Becher
Herben Weins,
Denn es war nicht ganz vollendet
Unser Stelldichein.

Ich hab überall gesammelt
Blumen nur für dich,
Aber meine Blumen achtest
Du fast nicht.

Meinen Kranz, mein armes Kränzchen,
Reiß es nur entzwei!
Sieh mal, es wird immer kränklich
Ohne Liebe sein.

Angeknackst brach wie das Glas
Mein blutgefülltes Herz,
Doch es floss in breitem Strahl
Nur der Liebesschmerz.

1907
Paris


* * *

Ein einziges Mal, wie Farnkraut, blüh ich
In trunkener Nacht, im Frühlingsgewitter …
Folge mir zur Waldesmitte,
Im Zauberkreis, komm, pflücke mich!

O liebe mich! Bin dir ganz nah!
Ergib dich meinem Liebestrank,
Ich bin wie Mandeln, tödlich, bitter,
Zart wie der Tod, doch trügerischer.

(1909)


* * *

Bitter und wild duftet die Erde:
Wie dunkel die Nelke das Feld überwuchert!
Ich werfe ins Gras das Kleid von den Schultern,
Und brenne im Feld, am Abend, als Kerze.

Ich laufe ins Weite, die Spuren sind feucht,
Zärtliche Nacktheit am Wasser erblüht.
Als weiße Koralle im Weidengesträuch,
Röter sich rötend, mein rotes Haar glüht.

(1909)


* * *

                   Ego vox ejus

In all den blinden Neumondnächten,
Von dumpfer Sorge tief erfüllt,
Steh ich verzaubert, eine Hexe,
Am dunklen Fenster, stumm und still.

Verdoppelt von der Fensterscheibe,
Stehn Kerzen vor und hinter mir,
Und es erscheinen Möglichkeiten
Und drohn vom andern Zimmer her.

In den dunkelgrünen Spiegeln
Der alten Fenster, eisbedeckt,
Kaum sichtbar bleiche Locken glühen,
Nicht meine, und ein wirrer Schreck

Schnürt mir das Herz mit rotem Faden.
Was, wenn ein ferner Wetterstrahl
Im Glas ihr nahes Antlitz malte
Und ihrer Augen Blickgewalt?

Was, wenn ich grade jetzt erblickte
Die Winkel ihres offnen Munds,
Und sich vor meinem Aug entwickelt,
Die mir verhasst aus süßem Grund?

Jedoch des Fensters Wasser wählten
Es, stumm zu bleiben, dunkel, leer,
Und sie, die meine Seele quälte,
Begegnet mir wohl niemals mehr.

(1909)

* * *

Dunkel-violette Veilchen
Bringst du jeden Tag zu mir.
O wie kindlich und wie kleinlich!
Willst du damit mich verführn?

Dein Verstand hat nicht bedacht, dass
Liebe: Wissenschaft und Kunst;
Mit dem Lächeln der Verachtung
Krümmt sich leicht mein feiner Mund.

Meiner Düfte alte Gifte
Haben längst dich süß berauscht!
Und mein müder Blick vernichtet
Deinen kargen Blumenstrauß …

(1909)


* * *

     Steinerne Brüder! Gräserne Schwestern!
Wie finde ich Worte für euch in der Not?
Menschliches Gift schluckte ich gestern –
     und bin jetzt wie tot.

     Sprecht ihr mich, hier im Geheimen,
vom Dunkel meiner Sünden los?
Ich kniee tief vor schwarzen Steinen,
     vor jeglichem Zweiglein im Moos.

     Ihr, und was dem Leben huldigt –
mag's dem Aug auch tot erscheinen –
ihr erschuft für uns, geduldig,
     eine Welt der Möglichkeiten.

     Doch ihr schweigt – und habt so recht!
Heilges Opfer bring ich euch.
Steinerne Brüder! Gräserne Schwestern!
     Mutter Erde macht uns gleich.

1917, Petersburg


* * *

Wo wir uns nicht zum ersten Mal begegnet:
Hier soll es auch nicht enden!
Von meiner Seele nimmst du dir so wenig,
Willst nicht zur Gänze brennen!

Mit dir bin ich so still, kein Wort will fallen …
Gehn wir zum Quell derselben Dunkelheit?
Wenn wir nicht greller als ein Blitz erstrahlen,
Was sollten wir zu zweit?

Und sind wir erst zwei Flammen, zwei Karaffen,
Wie traurig blickt dann Gott auf uns, sieht's ein …
Wo immer wir zum ersten Mal uns trafen,
Hier kann nicht unser Ende sein!

1921


* * *

Ich schreite übers alte Straßenpflaster …
Grüner Schimmel
Kriecht über leblose Mauern …
Sie ist nicht mehr eng
Meine Stadt, – sie ist leer,
Ist geräumig,
Und mein Schritt hallt wider
In den trostlosen Seufzern der Gehwegplatten …
Es mögen die Lippen versiegeln
Deinen unvermeidlichen Namen,
Damit er den Klang nicht erschlage,
          Diesen fesselnden Klang!

Es mögen sich vor deinen Augen
Blühende Felder erstrecken,
Und die schmerzliche Freude erwacht,
Dass wir uns wiedersehen, geheimnisvoll, baldig,
Doch hier kann ich dich nicht bewahren,
Hier, wo das Herz kaum mehr schlägt,
Hier, wo die ganze Erde erstorben,
          Wie die Stadt, wie auch ich …

Juni 1922
Petersburg


* * *

Ja, ich küsste und ich kannte
Deiner Lippen süße Spur,
Lippen, die auf Lippen brannten,
Was war daran Sünde nur?

Lippen werden durch das Küssen
Weicher doch und tiefer rot.
Warum musste ich es büßen
Durch dein böses Wort?

Deiner Augen Grau – erloschen
Ist's, vier lange Jahre schon.
Süßer noch als Wein und Honig
War unsre Begegnungsstunde.

Weißt du noch, Schnee am Portale
Durch den die Marmorrose schien:
Dass ich dich hintergangen habe, –
Hast du's jemals mir verziehn?

5. XI. 1925


* * *

Lausch aufmerksam dem, was du nachts geträumt hast,
Verpass nicht, wenn herniederfällt ein Stern …
Als unsichtbarer Schatten durch die Straßen
Geh ich hinter dir her …

Achte für mich (ich leide in der Wüste,
Wo die geliebten Plätze ganz weit …)
Ist's Newawasser dunkelblau geblieben?
Und hält der Engel immer noch das Kreuz?

12. Juli 1928


* * *

Мое сердце – словно чаша
Горького вина,
Оттого, что встреча наша
Не полна.

Я на всех путях сбирала
Для тебя цветы,
Но цветы мои так мало
Видишь ты.

И венок, венок мой бедный
Ты уж сам порви!
Посмотри, какой он бледный
Без любви.

Надломилось, полно кровью
Сердце, как стекло.
Все оно одной любовью
Истекло.

1907
Париж


* * *

Лишь раз один, как папоротник, я
Цвету огнем весенней, пьяной ночью…
Приди за мной к лесному средоточью,
В заклятый круг, приди, сорви меня!

Лыби меня! Я всем тебе близка.
О, уступи моей любовной порче,
Я, как миндаль, смертельна и горька,
Нежней, чем смерть, обманичивчей и горче.

(1909)


* * *

Горький и дикий запах земли:
Темной гвоздикой поля поросли!
В травы одежду скинув с плеча,
В поле вечернем горю, как свеча.

Вдаль убегая, влажны следы,
Нежно нагая, цвету у воды.
Белым кораллом в зарослях лоз,
Алая в алом, от алых волос.

(1909)


* * *

                   Ego vox ejus

В слепые ночи новолунья,
Глухой тревогою полна,
Завороженная колдунья,
Стою у темного окна.

Стеклом удвоенные свечи
И предо мною, и за мной,
И облик комнаты иной
Грозит возможностями встречи.

В темно-зеленых зеркалах
Обледенелых ветхих окон
Не мой, а чей-то бледный локон
Чуть отражен, и смутный страх

Мне сердце алой нитью вяжет.
Что, если дальняя гроза
В стекле мне близкий лик покажет
И отразит ее глаза?

Что, если я сейчас увижу
Углы опущенные рта
И предо мною встанет та,
Кого так сладко ненавижу?

Но окон темная вода
В своей безгласности застыла,
И с той, что душу истомила,
Не повстречаюсь никогда.

(1909)


* * *

Темно-лиловые фиалки
Мне каждый день приносишь ты,
О, как они наивно-жалки,
Твоей влюбленности цветы!

Любви изысканной науки
Твой ум ослепший не поймет,
И у меня улыбкой скуки
Слегка кривится тонкий рот.

Моих духов старинным ядом
Так сладко опьянился ты,
Но я одним усталым взглядом
Гублю ненужные цветы.

(1909)

* * *

     Братья-камни! Сестры-травы!
Как найти для вас слова?
Человеческой отравы
     я вкусила – и мертва.

     Принесла я вам, покорным,
бремя темного греха,
я склонюсь пред камнем черным,
     перед веточкою мха.

     Вы и всё, что в мире живо,
Что мертво для наших глаз, –
вы создали терпеливо
     мир возможностей для нас.

     И в своем молчанье – правы!
Святость жертвы вам дана.
Братья-камни! Сестры-травы!
     Мать-земля у нас одна.

1917, СПБ

* * *

Где б нашей встречи ни было начало,
Ее конец не здесь!
Ты от души моей берешь так мало,
Горишь еще не весь!

И я с тобой всё тише, всё безмолвней…
Ужель идем к истокам той же тьмы?
О, если мы не будем ярче молний,
То что с тобою мы?

А если мы два пламени, две чаши,
С какой тоской глядит на нас Творец…
Где б ни было начало встречи нашей,
Не здесь – ее конец!

1921


* * *

По старым иду мостовым…
Зеленая плесень
По стенам ползет неживым…
Он больше не тесен,
Мой город, – он пуст,
Он просторен,
И шаг мой повторен
Унылыми вздохами плит…
Пускай не срывается с уст
Твое неотступное имя,
Чтоб звук его не был убит,
          Пленительный звук!

Пускай пред глазами твоими
Цветущие лягут поля,
И острая радость проснется
Грядущих, неведомых встреч,
А здесь мне тебя не сберечь,
Здесь сердце почти что не бьется,
Здесь вся умирает земля,
          И город, и я…

Июнь 1922
Петербург


* * *

Да, целовала и знала
Губ твоих сладких след,
Губы губам отдавала,
Греха тут нет.

От поцелуев губы
Только алей и нежней.
Зачем же были так грубы
Слова обо мне?

Погас уж четыре года
Огонь твоих серых глаз.
Слаще вина и меда
Был нашей встречи час.

Помнишь, сквозь снег над порталом
Готической розы цветок?
Как я тебя обижала, –
Как ты поверить мог?

5. XI. 1925

* * *

Прислушайся к ночному сновиденью,
Не пропусти упавшую звезду…
По улицам моим Невидимою тенью
Я за тобой пройду…

Ты посмотри (я так томлюсь в пустыне
Вдали от милых мест…):
Вода в Неве еще осталась синей?
У Ангела из рук еще не отнят крест?

12 июля 1928


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Ja, mein Herz ist wie ein Becher
Мое сердце – словно чаша
 
Ein einziges Mal, wie Farnkraut, blüh ich
Лишь раз один, как папоротник, я
 
Bitter und wild duftet die Erde
Горький и дикий запах земли
 
In all den blinden Neumondnächten
В слепые ночи новолунья
 
Dunkel-violette Veilchen
Темно-лиловые фиалки
 
Steinerne Brüder! Gräserne Schwestern!
Братья-камни! Сестры-травы!
 
Wo wir uns nicht zum ersten Mal …
Где б нашей встречи ни было …
 
Ich schreite übers alte Straßenpflaster
По старым иду мостовым
 
Ja, ich küsste und ich kannte
Да, целовала и знала
 
Lausch aufmerksam dem, was du …
Прислушайся к ночному …

Ch. de Gabriaque