Marina Cvetaeva (1892 – 1941)

Die Zeitungsleser

Der unterirdsche Drachen kriecht
Und kriecht und zieht die Menschen.
Und jeden, der die Zeitung liest
(Und züchtet sein Exzemchen!)
Die wiederkäuerischen Tics
Der Menschen-, Spaltenfresser.
Wie lecker schmeckt Mastix
Gierigen Zeitungslesern.

Wer liest? Ein Rentner? Ein Athlet?
Gesichts- und alterslos! Soldat?
Vielleicht schon tot als ein Skelett!
Man sieht nur eins: das Zeitungsblatt!
Von Stirn zum Nabel – in Paris
Ist damit schon bekleidet – jeder.
Verlass ihn Mädchen!
– Du gebierst –
Sonst einen Zeitungsleser.

Schwingt hin – »mit seiner Schwester wohnt« –
Und her – »den Vater umgebracht!«.
Sie wedeln hin und her – umsonst
Mit Luft den hohlen Geist entfacht.

Sind Sonnenauf- und -untergänge
Für solche Herrn nicht längst verwässert?
Wie gerne er noch Leere schlänge,
Der nie gestillte Zeitungsleser.

Zeitung – lies: Verleumdung.
Zeitung – lies: Brei, Quark.
Spaltenweises Heucheln,
Kein Absatz ohne Tratsch …

Am Jüngsten Tag in Ketten
Was zerrt ihr da ans Licht?
Im Augenblick Gesetztes,
Einen Zeitungswisch?

– Ging fort! Verschwand! Vergessen!
Uralte Mutterangst.
Die Gutenberg'sche Presse
Schreckt mehr als Pulverdampf!

Besser im letzten Hemd
Ins Grab, als eitrig wesend,
Den Weichselzopf durchkämmt,
Zu sein ein Zeitungsleser!

Wer lässt der Söhne Mut
Früh faulen und verdorren?
Die Mischer allen Bluts,
Die Zeitschriftenautoren!

Dies, Freunde, und weit mehr
Von Hass erfüllt als dies! –
Bedenk ich, wenn ich steh
Mit einem Manuskript

Vor so einem Gesicht
– Nichts gibts, das leerer wär, –
Will sagen: Nichtsgesicht,
Vom bösen Geist verzerr-

ten Zeitungsredakteurs.

1. – 15. November 1935
Vanves

Verse für eine Waise

          Kam ein kleines Kind gegangen,
          Schüttelfrost und blaugefroren.
          Ist ein altes Weib gekommen,
          Hat die Waise sehr bedauert …

1

Die Bergtiara wird – so eisig
Ansichtig – vergänglich bleiben.
Heute treib ich eine Schneise –
Ins Granit der Burg – hinein.

Jagte heut die Birkenmeute,
Hab sie überall vertrieben.
Eine Tulpe nahm ich heute
Wie ein Kind beim Unterkinn.

16. – 17. August 1936


Verse für eine Waise

2

Ich schau wie Granit von allen Seiten:
Felskrone, die eine Gegend umfasst.
(Ich rede nur so, hat nichts zu bedeuten,
Für besseres Durchatmen, tieferen Schlaf.)

Eine Feudalburg, die an den Seiten
Mit pelzigen Armen der Efeu bewächst.
Kennst du den Efeu? Er umarmt Steine,
Hält sie mit hundertvier Händelchen fest.

Doch bin ich kein Efeu, kein Geißblatt an Wänden!
Sogar du, des Hände mir wert,
Wirst nicht überwuchert, strebst ohne Grenzen
Durch mein Denken allerwärts.

…Rings sind Brunnen, sind Rabatten.
Wohin soll der Stein, der graue!
In meine Einsamkeit, in diesen Schatten?
Waise kann einzig der Waise vertrauen!

(So verflocht sich meinen Locken,
Diesem Rot, kein Silberhaar!)
…Und der Flusslauf – sich verdoppelnd –
Schuf eine Insel – hält sie umarmt.

Mit ganz Piemont und ganz Savoyen
– Knackse ein bisschen den Berggrat dabei –
Umarme ich dich mit der himmlischen Bläue
Des Horizonts – und mit Armen – zwei.

21. – 24. August 1936


Verse für eine Waise

3
(Die Höhle)


Könnte ich – nähm ich dich
In den Schoß einer Höhle.
In die Höhle des Drachen,
In des Panthers Gekröse.

In die Tatzen des Panthers
– Könnte ich – nähm ich dich.
Der Natur – an den Busen, der Natur – in das Bett.
Könnte ich, gäb ich mein Pantherhemd weg,
Mein ganzes
        – Und teilte es gern, dem Dickicht zur Lehre:
Dem buschigen, halmigen, bächernen Efeugewebe, –

Dorthin – wo im Schläfrigen, Wirren der Nächte
Die Zweige zu ewigen Ehen sich flechten …

Dorthin – wo in Milch, in Granit und in Basten
Hände auf ewige Zeit sich ertasten –
Wie Zweige und Flüsse einander erfassen …

In die lichtlose Höhle, in die spurlose Fülle,
Dich in Efeu, in Laub, wie in Mäntel zu hüllen …

Kein weißes Licht, keine schwarzen Brote:
In den Tau, in das Laub, zu Verwandtschaft und Rotte …

Keinen Schlag an die Tür
Und ins Fenster – kein Schreien,
Dass so bald – nichts passiere,
Dass kein Ende mehr sei!

Doch zu wenig – die Höhle
Doch zu wenig – das Dickicht!
Könnte ich – nähm ich dich
In den Schoß einer Höhle.

Könnte ich –
Nähme ich.

27. August 1936
Savoyen


Verse für eine Waise

4

Im Eis ist
Der Liebste,
Ganz leis ist
Der Liebste,
Im Eis, in Guyenne, der Gehenna, der Liebste.

Mit Lauskopf – erbeten,
Vom Friedhof – erbeten:
Sei Gast! – Nur Knochen und Zähne erbeten!

Von Schwermut gebissen,
Ins Dunkel gerissen,
Bedauert – gefräßigen Würmern ein Bissen.
Keine Grube zu tief, kein Abgrund zu steil!
Der Liebste, Ersehnte, Bedauerte sei!

5. – 6. September 1936


Verse für eine Waise

5

Sprech's als Zungenbrecher wässrig – rauschend
Über Stock und Stein: »Liebster! Trübster! Trauter!«

Sprech's rezitativischer – Schwermut mehr gebührender:
»Schwächlicher! Hálb-Toter! Flücht'ger! Papierener!«

Schneid' es dir mit einem Messer – längs in deinen Leib:
»Der Liebste! Ersehnte! Bedauerte! sei!«

9. September 1936


Verse für eine Waise

6

Endlich bin ich dem begegnet,
Dem ich nötig auch;
Einem, der auf Tod und Leben
Mich notwendig braucht.

Wie das Aug' beim Regenbogen,
Wie im Humus das Getreide;
Fühl' ich menschlich mich geborgen
Nur beim Menschen, wenn er leidet.

Ich brauch Regen, Regenbögen,
Hände ausgestreckt,
– Mehr als man die Hand benötigt –
Hier in meine Hand gelegt.

Breiter als der Ladoga,
Wahrer als die Berge:
Einer, dem notwendig war
Meiner Hände Stärke.

Und wenn du, dem Geschwür zum Trotz
Dein Händchen ausgestreckt,
Dann werf' ich meine Hand sofort
Für dich ins Feuer weg!

11. September 1936


Verse für eine Waise

<7>

In Gedanken an den Andern
Nicht Gefundnen, wie geraubt,
Habe ich durch Blumen wandelnd
Einen Garten ganz enthauptet.

So, beim Feldrain, irgendwann,
In den dürren Sommertagen,
Wird der Tod mit loser Hand
Mir den Kopf abschlagen.

5. – 6. September 1936


Gedichte an Tschechien

8

O Augen voller Tränen!
Liebe heult und Wut!
Der Tschechen Tränen seh ich!
Und Spanien im Blut!

O schwarzer Berg, der ganz
Die Welt ins Dunkel setzt!
Hier, Gott! – Zurück! – Es langt!
Mein Eintrittsbillet!

Zu sein – ich weigre mich.
Bei Unmenschen zu weilen,
Dies Chaos will ich nicht.
Ich weigre mich zu heulen

Mit Wölfen – und mit Haien
Im Gleichschritt mitzuschwimmen
Im Strom, den die Gebeine
Die Rücken runterrinnen.

Ich hör mir's nicht mehr an,
Ich will es nicht mehr sehn.
In dieser Welt des Wahns
Gibt es nur eins – zu gehn.

15. März – 11. Mai 1939

* * *

»Halt! Für dieses Feuer schlicht
Zu alt!«
            »Doch Liebe ist älter als ich!«
»Du fünfzig Jänner al-
ter Wald!«
                     »Ist Liebe älter nicht?
Alt wie der Farn, die Schlange, das Riff,
Älter als baltische Bernsteine währen,
Als jegliches Gespensterschiff
Älter! – als Steine! älter – als Meere …
Doch Schmerz, tief in die Brust getrieben,
Ist älter als Liebe, viel älter als Liebe.«

23. Januar 1940


* * *

        »Ich hab den Tisch gedeckt für sechs …«

Dein Vers, ich wiederhol ihn, – stets
Muss ich ein Wort darin berichtgen:
– »Ich hab den Tisch gedeckt für sechs« …
Du hast einen vergessen – den Siebten.

Zu sechst kennt ihr die Freude nicht.
Regen strömt über Gesichter …
Wie konntest du an solchem Tisch
Den Siebten vergessen – die Siebte …

Deine Gäste sind nicht froh,
Und die Kristallkaraffe kreist nicht.
Traurig sind sie, du – sowieso,
Die man nicht einlud ist's – am meisten.

Nicht froh, und es wird auch nicht heller.
Ach! lasst das Trinken und das Essen.
– Wie konntest du so sorglos zählen?
Wie konntest du die Zahl nicht treffen?

Wie kannst, wie wagst du's nicht zu sehn,
Dass sechs (zwei Brüder, und du selbst –
Der Dritte – mit Vater, Mutter, Frau daneben)
Macht sieben – solang ich auf der Welt!

Du hast den Tisch gedeckt für sechs,
Doch gibt's auf dieser Welt noch eine.
Wie auf dem Feld der Vogelschreck,
Will ich's Gespenst sein – mit den deinen,

(Mit meinen) …
                   Schüchtern wie ein Dieb,
Nicht eine Seele zu betrüben! –
Am Plätzchen, das man mir nicht ließ,
Sitz ich, die man nicht rief, die Siebte!

Hopp! – hab ein Glas verschüttet! und
Was ich vergießen gewollt, das viele: –
Das Salz der Augen, das Blut der Wunden –
Läuft vom Tischtuch auf die Dielen.

Kein Abschied – nein! kein Sarg im Saal!
Den Tisch zu entzaubern, das Haus zu wecken.
Wie der Tod – zum Hochzeitsmahl,
Bin ich das Leben, und komme zum Essen.

… Bist mir nicht Bruder, Sohn, nicht Mann,
Kein Freund – und doch werf ich dir vor:
– Die Sechs bei Tisch sind Seelen nur,
Wenn sich für mich kein Plätzchen fand.

6. März 1941


Читатели газет

Ползет подземный змей,
Ползет, везет людей.
И каждый – со своей
Газетой (со своей
Экземой!). Жвачный тик,
Газетный костоед.
Жеватели мастик,
Читатели газет.
 
Кто – чтец? Старик? Атлет?
Солдат? – Ни черт, ни лиц,
Ни лет. Скелет – раз нет
Лица: газетный лист!
Которым – весь Париж
С лба до пупа одет.
Брось, девушка!
– Родишь –
Читателя газет.
 
Кача – «живет с сестрой» –
ются – «убил отца»!
Качаются – тщетой
Накачиваются.
 
Что для таких господ –
Закат или рассвет?
Глотатели пустот,
Читатели газет!
 
Газет – читай: клевет,
Газет – читай: растрат.
Что ни столбец – навет,
Что ни абзац – отврат …
 
О, с чем на Страшный суд
Предстанете: на свет!
Хвататели минут,
Читатели газет!
 
– Пошел! Пропал! Исчез!
Стар материнский страх.
Мать! Гутенбергов пресс
Страшней, чем Шварцев прах!
 
Уж лучше на погост, –
Чем в гнойный лазарет
Чесатели корост,
Читателей газет!
 
Кто наших сыновей
Гноит во цвете лет?
Смесители кровей,
Писатели газет!
 
Вот, други, – и куда
Сильней, чем в сих строках! –
Что думаю, когда
С рукописью в руках
 
Стою перед лицом
– Пустее места – нет! –
Так значит – нелицом
Редактора газет-
 
ной нечисти.

1 – 15 ноября 1935
Ванв

Стихи сироте

          Шел по улице малютка,
          Посинел и весь дрожал.
          Шла дорогой той старушка,
          Пожалела сироту …

1

Ледяная тиара гор –
Только бренному лику – рамка.
Я сегодня плющу – пробор
Провела на граните замка.

Я сегодня сосновый стан
Обгоняла на всех дорогах.
Я сегодня взяла тюльпан –
Как ребенка за подбородок.

16 – 17 августа 1936


Стихи сироте

2

Обнимаю тебя кругозором
Гор, гранитной короною скал.
(Занимаю тебя разговором –
Чтобы легче дышал, крепче спал.)

Феодального замка боками,
Меховыми руками плюща –
Знаешь – плющ, обнимающий камень –
В сто четыре руки и ручья?

Но не жимолость я – и не плющ я!
Даже ты, что руки мне родней,
Не расплющен – а вольноотпущен
На все стороны мысли моей!

…Кругом клумбы и кругом колодца,
Куда камень придет – седым!
Круговою порукой сиротства, –
Одиночеством – круглым моим!

(Так вплелась в мои русые пряди –
Не одна серебристая прядь!)
…И рекой, разошедшейся на две –
Чтобы остров создать – и обнять.

Всей Савойей и всем Пиемонтом,
И – немножко хребет надломя –
Обнимаю тебя горизонтом
Голубым – и руками двумя!

21 – 24 августа 1936


Стихи сироте

3
(Пещера)


Могла бы – взяла бы
В утробу пещеры;
В пещеру дракона,
В трущобу пантеры.

В пантерины лапы
– Могла бы – взяла бы.
Природы – на лоно, природы – на ложе.
Могла бы – свою же пантерины кожу
Сняла бы …
            – Сдала бы трущобе – в учебу:
В кустову, в хвощову, в ручьёву, в плющову, –

Туда, где в дремоте, и в смуте, и в мраке
Сплетаются ветви на вечные браки …

Туда, где в граните, и в лыке, и в млеке
Сплетаются руки на вечные веки –
Как ветви – и реки …

В пещеру без свету, пещеру без следу.
В листве бы, в плюще бы, в плюще – как в плаще
бы …

Ни белого света, ни черного хлеба:
В росе бы, в листве бы, в листве – как в родстве бы …

Чтоб в дверь – не стучалось,
В окно – не кричалось,
Чтоб впредь – не случалось ,
Чтоб – ввек не кончалось!

Но мало – пещеры,
И мало – трущобы!
Могла бы – взяла бы
В пещеру – утробы.

Могла бы –
Взяла бы.

27 августа 1936
Савойя

Стихи сироте

4

На льдине –
Любимый,
На мине –
Любимый,
На льдине, в Гвиане, в Геенне – любимый.

В коросте – желанный,
С погоста – желанный:
Будь гостем! – лишь зубы да кости – желанный!

Тоской подколенной
До тьмы проваленной
Последнею схваткою чрева – жаленный.
И нет такой ямы, и нет такой бездны –
Любимый! желанный! жаленный! болезный!

5 – 6 сентября 1936


Стихи сироте

5

Скороговоркой – ручья водой
Бьющей: – Любимый! больной! родной!

Речитативом – тоски протяжней:
– Хилый! чуть-живый! сквозной! бумажный!

От зева до чрева – продольным разрезом:
– Любимый! желанный! жаленный! болезный!

9 сентября 1936


Стихи сироте

6

Наконец-то встретила
Надобного – мне:
У кого-то смертная
Надоба – во мне.

Что для ока – радуга,
Злаку – чернозем –
Человеку – надоба
Человека – в нем.

Мне дождя, и радуги,
И руки – нужней
Человека надоба
Рук – в руке моей.

Это – шире Ладоги
И горы верней –
Человека надоба
Ран – в руке моей.

И за то, что с язвою
Мне принес ладонь –
Эту руку – сразу бы
За тебя в огонь!

11 сентября 1936


Стихи сироте

<7>

В мыслях об ином, инаком,
И ненайденном, как клад,
Шаг за шагом, мак за маком –
Обезглавила весь сад.

Так, когда-нибудь, в сухое
Лето, поля на краю,
Смерть рассеянной рукою
Снимет голову – мою.

5 – 6 сентября 1936


Стихи к Чехии

8

О слезы на глазах!
Плач гнева и любви!
О Чехия в слезах!
Испания в крови!
 
О черная гора,
Затмившая – весь свет!
Пора – пора – пора
Творцу вернуть билет.
 
Отказываюсь – быть.
В Бедламе нелюдей
Отказываюсь – жить.
С волками площадей
 
Отказываюсь – выть.
С акулами равнин
Отказываюсь плыть –
Вниз – по теченью спин.
 
Не надо мне ни дыр
Ушных, ни вещих глаз.
На твой безумный мир
Ответ один – отказ.

15 марта – 11 мая 1939

* * *

– Пора! Для этого огня
Стара!
       – Любовь старей меня!

– Пятидесяти январей
Гора!
      – Любовь еще старей:
Стара как хвощ, стара как змей,
Старей ливонских янтарей,
Всех привиденских кораблей
Старей! – камней, старей – морей …
Но боль, которая в груди,
Старей любви, старей любви.

23 января 1940


* * *

        «Я стол накрыл на шестерых …»

Всё повторяю первый стих
И всё переправляю слово:
– «Я стол накрыл на шестерых» …
Ты одного забыл – седьмого.

Невесело вам вшестером.
На лицах – дождевые струи …
Как мог ты за таким столом
Седымого позабыть – седьмую …

Невесело твоим гостям,
Бездействует графин хрустальный.
Печально – им, печален – сам,
Непозванная – всех печальней.

Невесело и весветло.
Ах! не едите и не пьете.
– Как мог ты позабыть число?
Как мог ты ошибиться в счете?

Как мог, как смел ты не понять,
Что шестеро (два брата, третий –
Ты сам – с женой, отец и мать)
Есть семеро – раз я на свете!

Ты стол накрыл на шестерых,
Но шестерыми мир не вымер.
Чем пугалом среди живых –
Быть призраком хочу – с твоими,

(Своими) …
                     Робкая как вор,
О – ни души не задевая! –
За непоставленный прибор
Сажусь незваная, седьмая.

Раз! – опрокинула стакан!
И всё, что жаждало пролиться, –
Вся соль из глаз, вся кровь из ран –
Со скатерти – на половицы.

И – гроба нет! Разлуки – нет!
Стол расколдован, дом разбужен.
Как смерть – на свадебный обед,
Я – жизнь, пришедшая на ужин.

…Никто: не брат, не сын, не муж,
Не друг – и всё же укоряю:
– Ты, стол накрывший на шесть – душ ,
Меня не посадивший – с краю.

6 марта 1941


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Die Zeitungsleser
Читатели газет
 
Verse für eine Waise
1. Die Bergtiara wird – so eisig
1. Ледяная тиара гор
2. Ich schau wie Granit von allen Seiten
2. Обнимаю тебя кругозором
3. (Die Höhle)
3. (Пещера)
4. Im Eis ist
4. На льдине
5. Sprech's als Zungenbrecher wässrig
5. Скороговоркой – ручья водой
6. Endlich bin ich dem begegnet
6. Наконец-то встретила
7. In Gedanken an den Andern
7. В мыслях об ином, инаком
 
Gedichte an Tschechien
8. O Augen voller Tränen
8. О слезы на глазах
 
Halt! Für dieses Feuer schlicht
Пора! Для этого огня
 
Dein Vers, ich wiederhol ihn, – stets
Всё повторяю первый стих

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Marina Cvetaeva (5)