
Wir trinken aus des Daseins Kelch,
Die Augen fest verschlossen,
Und haben auf den goldnen Rand
Schon Tränen viel vergossen;
Wenn aber uns der nahnde Tod
Das Augenband entwindet,
Und alles, was uns Freude bot,
Mit diesem Band entschwindet,
Dann sehen wir: es stellt sich leer
Die goldne Schale dar,
Der Trank in ihr ein Traum, und mehr:
Sie gar nicht unsre war.
1831
Sollt ich auch irgendeine lieben:
Die Liebe schmückt mein Leben nicht,
Ist stets als dunkler Fleck geblieben
Meinem Herz; sie brennt kein Licht.
Da Feindschaft mich zum Handeln treibt,
Lebe ich so, wie andre sterben:
Wie der Allmächtige allein
In schöner Welt mir zum Verderben.
1831
Einsam glänzt ein weißes Segel
In des Meeres blauem Nebel!
Von der Fremde, was verlangt's?
Was verblieb am Heimatstrand? …
Winde heulen, treiben Wogen,
Und der Mast knarrt weggebogen …
Weh, der Segler sucht kein Glück,
Und er weist es nicht zurück!
Unter ihm strömt helle Bläue,
Golden strahlt die Sonn' aufs neue …
Mit der Windsbraut will er rechten,
Als wenn Stürme Ruhe brächten!
1832
Hoffnung wäre ihr zu trauen,
Hätt ich bessres zu erwarten.
Auch wenn sie an Trennung glauben,
die Erinn'rung wird verharren.
Fern am andern Ufer schlendernd,
Werd ich ihnen lange folgen,
Kommen, wenn sie ängstlich rufen,
Falls Gewitter drohen sollten.
1832
Wenns Leben voll Beschwernis ist
Und Gram das Herz bezwingt:
Dann ein Gebet beschwöre ich,
Das wunderbar erklingt.
Voll Kraft und voller Segen ist
Der Worte Harmonie,
Denn Heilig-Unverständliches
Erfüllt mit Leben sie.
Von meiner Seele fällt die Last,
Der Zweifel? Er ist weit
Ein Glauben, Weinen mich erfasst,
Und alles wird so leicht …
1839
Gelangweilt und traurig! kein einziger steht mehr bereit,
Die helfende Hand dir zu reichen …
Noch Wünsche? … die fruchtlosen Hoffnungen keimen stets neu,
Während die Jahre, die besten, verstreichen.
Und Liebe! zu wem denn? die flüchtige hat keinen Wert,
Die ewigen Lieben vergehen …
Du schaust in dich selbst? Vergangenes bleibt dir verwehrt,
Die leidigen, freudigen Spuren verwehen.
Begehren! doch muss diesen süßen Betrug mit der Zeit
Der klare Verstand nicht verwerfen? …
Vom Leben bleibt, wenn du es kälter betrachtend umkreist,
Nur eine Ansammlung dämlicher Scherze!
1840
Schlaf, mein Kindchen, du mein kleines,
schlafe ruhig ein.
Still, im Lichte seines Scheines
schaut der Mond herein.
Ich erzähle dir ein bisschen,
sing ein Liedchen, fein.
Du, träum süß, die Äuglein schließe,
schlafe ruhig ein.
Über Steine gießt der Terek
plätschernd trübe Wog'n;
Der Tschtschene hat, versteckt,
seinen Dolch gezog'n;
Doch dein Vater, stark und mutig,
wird stets Sieger sein.
Schlaf, mein Kindchen, sei beruhigt,
schlafe ruhig ein.
Du wirst wissen, wann es Zeit ist,
wann dein Kampf beginnt,
Mutig blickend auf dem Pferd sitzt,
das Gewehr dir nimmst.
Schmücken werden deinen Sattel meine
Seidenstickerein.
Schlaf, mein Kindchen, du mein eigen,
schlafe ruhig ein.
Bist vom Kopf bis zu den Zehen
dann Kosak, ein Mann.
Blickbegleitend werd ich stehen
Abschied winkt die Hand …
Wieviel bittre Tränen heimlich
jene Nacht ich wein'! …
Schlaf, mein Engel, süß und friedlich,
schlafe ruhig ein.
Eine Sehnsucht wird mich quälen,
wartend unbedacht,
Alle Tage werd ich beten,
Karten legen in der Nacht;
Werde wissen, wie es quält dich
heimatfern zu sein.
Schlaf, noch kennst du Sorgen nicht,
schlafe ruhig ein.
Auf den Weg werd ich dir geben
der Ikone Bild,
Das bei allen Nachtgebeten
deine Sehnsucht stillt.
Denke vor des Kampfes Schrecken
an die Mutter dein!
Schlaf, ich werd dich morgen wecken,
schlafe ruhig ein.
1840
Schweigend im finsteren Kerkerloch sitzend,
Seh ich durchs Guckloch die himmlische Bläue:
Schwermütig kann ich die Vögel erblicken,
Die ihrer völligen Freiheit sich freuen.
Keine Gebete auf sündigen Lippen,
Keine Gesänge, die Liebste zu preisen;
Denk nur noch, wie ich in Kämpfen gelitten,
Ans Schwert, das schwere, den Panzer aus Eisen.
Ein steinerner Helm hält den Kopf mir vermauert,
In steinerner Panzerung sitz ich verriegelt,
Mein Schild ist von Schwertern und Pfeilen entzaubert,
Mein Pferd jagt dahin, von keinem gezügelt.
Die Zeit ich spür sie dem Pferde gleich rennen,
Des Helmes Visier sind die Schießschartengitter,
Als Panzerung dienen die steinernen Wände,
Geschmiedete Türen sind's Schild ihres Ritters.
Fliehende Zeit, musst schneller noch rennen!
Steinerner Panzer, du nimmst mir den Atem!
Ich wisch vom Gesicht das Visier meiner Tränen;
Der nahende Tod wird den Steigbügel halten.
1840
Ich bin so schrecklich traurig, weil ich dich so liebe,
Und weiß: nicht einmal deiner Jugend erste Blüte
Werden die Lästernden mit Hohn und Spott verschonen.
Für jeden hellen Tag, und alle süßen Wonnen
Hat dir das Schicksal Tränen, Schwermut zugedacht:
Darum macht mich so traurig, was dich fröhlich macht.
1840
Мы пьем из чаши
бытия
С закрытыми
очами,
Златые
омочив края
Своими же слезами;
Когда же перед
смертью с глаз
Завязка упадает,
И всё, что обольщало
нас,
С завязкой
исчезает;
Тогда
мы видим, что пуста
Была златая
чаша,
Что в ней
напиток был
мечта,
И что она
не наша!
1831
Пусть я кого-нибудь
люблю:
Любовь
не красит жизнь
мою.
Она как чумное
пятно
На сердце,
жжет, хотя темно;
Враждебной
силою гоним
Я тем живу, что
смерть другим:
Живу как неба
властелин
В
прекрасном мире
но один.
1831
Белеет
парус одинокой
В тумане моря
голубом.
Что
ищет он в стране
далекой?
Что
кинул он в краю
родном?
Играют
волны, ветер свищет,
И мачта гнется
и скрыпит;
Увы,
он счастия не
ищет
И не от счастия
бежит!
Под ним
струя светлей
лазури,
Над ним
луч солнца золотой;
А он, мятежный,
просит бури,
Как будто в бурях
есть покой!
1832
Non, si j'en crois mon espérance,
J'attends un meilleur avenir.
Je serai malgré la distance
Près de vous par le souvenir.
Errant sur un autre rivage,
De loin je vous suivrai,
Et sur vous si grondait l'orage,
Rappelez-moi, je reviendrai.
1832
В минуту жизни
трудную
Теснится
ль в сердце грусть:
Одну молитву
чудную
Твержу
я наизусть.
Есть
сила благодатная
В созвучье слов
живых,
И дышит
непонятная,
Сватая прелесть
в них.
С души
как бремя скатится,
Сомненье далеко
И верится, и плачется,
И так легко, легко…
1839
И скучно
и грустно! и некому
руку подать
В минуту душевной
невзгоды…
Желанья…
что пользы напрасно
и вечно желать?
А годы проходят
все лучшие годы!
Любить но кого
же? на время не
стоит труда,
А вечно любить
невозможно…
В себя ли заглянешь?
там прошлого
нет и следа.
И
радость, и муки,
и всё там ничтожно.
Что страсти?
ведь рано иль
поздно их сладкий
недуг
Исчезнет
при слове рассудка,
И жизнь, как посмотришь
с холодным вниманьем
вокруг,
Такая
пустая и глупая
шутка!
1840
Спи, младенец
мой прекрасный,
Баюшки баю.
Тихо
смотрит месяц
ясный
В колыбель
твою.
Стану сказывать
я сказки,
Песенку
спою;
Ты ж дремли,
закрывши глазки,
Баюшки баю.
По камням струится
Терек,
Плещет
мутный вал;
Злой
чечен ползет
на берег,
Точит
свой кинжал;
Но отец твой
старый воин,
Закален в бою:
Спи, малютка,
будь спокоен,
Баюшки-баю.
Сам узнаешь,
будет время,
Бранное житье;
Смело вденешь
ногу в стремя
И возьмешь ружье.
Я седельце боевое
Шолком разошью…
Спи, дитя мое
родное,
Баюшки-баю.
Богатырь ты
будешь с виду
И казак душой.
Провожать тебя
я выйду
Ты махнешь
рукой…
Сколько
горьких слез
украдкой
Я в
ту ночь пролью!..
Спи, мой ангел,
тихо, сладко,
Баюшки-баю.
Стану я тоской
томится,
Безутешно
ждать;
Стану
целый день молиться,
По ночам гадать;
Стану думать,
что скучаешь
Ты в чужом краю…
Спи ж, пока забот
не знаешь,
Баюшки-баю.
Дам тебе я на
дорогу
Образок
святой:
Ты его,
моляся богу,
Ставь перед
собой;
Да готовясь
в бой опасный,
Помни мать свою…
Спи, младенец
мой прекрасный,
Баюшки-баю.
1840
Молча сижу
под окошком темницы;
Синее небо отсюда
мне видно:
В небе
играют всё вольные
птицы;
Глядя
на них, мне и больно
и стыдно.
Нет
на устах моих
грешной молитвы,
Нету ни песни
во славу любезной:
Помню я только
старинные битвы,
Меч мой тяжелый
да панцырь железный.
В каменный
панцырь я ныне
закован,
Каменный
шлем мою голову
давит,
Щит мой
от стрел и меча
заколдован,
Конь
мой бежит, и никто
им не правит.
Быстрое время
мой конь неизменный,
Шлема забрало
решетка бойницы,
Каменный панцырь
высокие стены,
Щит мой чугунные
двери темницы.
Мчись же быстрее,
летучее время!
Душно под новой
бронею мне стало!
Смерть, как приедем,
подержит мне
стремя;
Слезу
и сдерну с лица
я забрало.
1840
Мне грустно,
потому что я тебя
люблю,
И знаю:
молодость цветущую
твою
Не пощадит
молвы коварное
гоненье.
За каждый
светлый день
иль сладкое мгновенье
Слезами и тоской
заплатишь ты
судьбе.
Мне грустно…
потому что весело
тебе.
1840