[Ju. Annenkow: Boris Pasternak]

Boris Pasternak (1890 – 1960)

* * *

Der Februar. Die Tintenschwärze ordern!
Beschreibend sei vom Februar geweint,
Solange noch der Schneematsch donnernd
Im schwarzen Frühlingsdunkel scheint.

Die Droschke ordern: sechs mal zehn Kopeken.
Durch Glockenläuten, Räderwerkgebraus
Schnell dorthin eilen, wo im lauten Regen
Das Tintenschwarz, die Tränenflut verrauscht.

An Orte, wo, gleich angekohlten Birnen,
Von hohen Bäumen tausende von Krähn
Hinunter in die Pfützen flügelnd schwirren,
Den Kummer aus dem Augengrund zu zerrn.

Und aus dem Weißen taut der schwarze Boden,
Ein Schreien pflügt den kalten Wind und gellt,
Der Zufall hat zur Wahrheit sich erhoben,
Denn weinend hat der Vers sich eingestellt.

1912

Dem Dämon zum Gedenken

Kam in Nächten gesaust
Von Tamara im Gletschereis, bläulich;
Wie ein Fiebertraum endet und braust,
Hat sein Flügelpaar flatternd bedeuted.

Die Nackten, Gepeitschten, voll Schrammen
Beweinte er nicht und gab ihnen keine Verbände.
Er machte die Grabplatte ganz
Dort am Zaun beim georgischen Tempel.

Wie ein Buckliger schlecht
Hielt der Schatten im Kerker sich grade.
Und beim Ewigen Licht
Von der Fürstin die Flöte nichts sagte.

Doch das Leuchten brach los
In den Haaren wie Phosphorgeflimmer,
Nicht vernahm der Koloss
Wie ergrauend der Kaukasus wimmert.

Aus dem Fenster gelehnt,
Strich den Kammgarn des Burnus er müde,
Schwor dem Eis auf den Höhn:
Schlaf, Freundin, und donner dann wieder hernieder.

Sommer 1917


* * *

Mein Geschwister: das Leben, auch heut überflutend,
Stieß, frühlingshaft regnend, fast überall an,
Berlockige Menschen bedauern's, im Guten
Höchst mürrisch gelaunt, wie im Hafer die Schlangen.

Die Älteren haben doch stets ihre Gründe.
Unstrittig: dass dein Grund lächerlich ist,
Gewittrig die Augen graslila zu finden,
Wenn feucht nach Reseden der Horizont riecht.

Dass du im Mai, am Zugfahrplan tüftelnd,
Den Weg nach Kamyschin suchst im Abteil,
Dies wichtiger findest als heilige Schriften,
Als staubige Schwärze und Sofagekeil.

Als grade die Bremse, losbellend, anfällt
Die friedlichen Dörfler, mit Krähwinkelwein
Auf Polstern glotzend: ist gar nicht mein Bahnsteig,
Die Untergangssonne belächelt mich fein.

Zum dritten Mal plätschert das Glöckchen verloren
Die tiefe Entschuldigung: Leider, nicht hier.
Die Nacht zieht sich ausgebrannt hin unter Storen,
Die Steppe zerbirst bis hinauf zum Gestirn.

Sich irgendwo wiegend, süß blinzelnd sie schlafen,
Auch's Liebchen als Fata Morgana schläft lind
Zur Stunde, wenn's Herz, von den Plattformen pladdernd,
Aus Waggontüren strömend in der Steppe zerrinnt.

Sommer 1917


* * *

Wir wenigen. Drei wärn zu finden
Der Donezker, Hitzigen, Höllischen
Unter der grauen, zerlaufenden Rinde
Des Regens, der Wolken und völkischen
Räte, in den Gedichten und Diskussionen
Über Transportwege, Künste und Wohnen.

Wir waren Menschen, und wurden Epochen,
Zur Karawane getriebne Erkunder,
Werden von Kolben und Schwellen gestoßen,
Wie unter Tendergestöhne die Tundra.
Wir flattern auf, um im Sturzflug zu spähen,
Kreisen zusammen wie wirbelnde Krähen

Und ziehen vorbei – zum spätren Begreifen.
So geht, die morgens durch Heuhaufen wehte –
Um sofort's Galoppieren zu streifen –
Noch diese Windspur durch die Gespräche
Über den Dachschindeln wogender Bäume,
Die wie auf Sitzungen stürmisch sich streiten.

1921

Gleisdreieck

     Für Nadežda Aleksandrovna Zalščupina

Womit begnügt sich so ein Sonderling im Leben,
Der jeden Tag für kärgliches Entgelt
Den Dachboden, befindlich überm Brüllen dieser Gegend,
Dem Untergang vermietet, der aus Potsdam eilend schnellt.

Rosen und Reseden hat er tümmelnd ausgebreitet
Im Korb, der auf dem Eckstein sich verdingt,
Wo mit Semaphoren um die Schönheitskrone streitet
Beschneite Weite, duftend nach Benzin.

Kein Zwielicht in den Händen, sondern Schminke
Bei Dächern, Röhren und Rühr-mich-nicht-ans.
Die U-Bahn stürzt dorthin aus finstren Winkeln
Und fliegt rauchig auf Flügeln die Grimassen lang.

30. Januar 1923
Berlin

Hamlet

Leiser ward's. Ich trat hinaus zur Szene,
Langsam wie durchs Rahmenholz die Tür,
Such im fernen Nachhall zu verstehen,
Was in meiner Zeit und mir passiert.

Tausendfach in meine Richtung zielen
Operngläser, starr im Dämmerlicht.
Lass an mir den Kelch vorüberziehen,
Vater, wenn es irgend möglich ist.

Recht ist mir dein vorbestimmtes Planen,
Diese Rolle hab ich im Gefühl,
Doch vollzieht sich hier ein andres Drama
Und für diesmal lass mich aus dem Spiel.

Alles läuft an straff gespannten Fäden,
Endzeit stellt sich unumgänglich ein.
Unter Pharisäern stehe ich – allein.
Kein Spaziergang ist das Leben.

1946

* * *

Es ist nicht schön, berühmt zu sein,
Nicht das bringt uns nach vorne.
Richte kein Archiv dir ein,
Wo Krakelschriften dorren.

Das Ziel des Schaffens? Gib dich hin,
Frag nicht nach Beifall und Erfolgen.
Wie schändlich, wenn man sich besinnt
Auf deine Sprüche nur, die hohlen.

Verzichte auf Selbstherrlichkeit,
Leb so, dass letztlich erst
Der Raum sich liebend zu dir neigt
Und du den Ruf der Zukunft hörst.

Im Schicksal lasse Lücken frei,
Doch das Papier muss stimmen.
Lass auf dem Rand das Allerlei
Des ganzen Lebens wimmeln.

Tauch in die Unbekanntheit weg,
Verberge deine Schritte,
So wie die Landschaft sich versteckt
Im Nebel vorm Gewitter.

Andre werden deine Spur
Fast Zoll um Zoll befragen,
Doch achte nicht den Unterschied
Von Sieg und Niederlage.

Du darfst nicht einen Fingerbreit
Dich von dir selber wenden.
Bleib nur am Leben, stets bereit
Zu leben ganz und bis zum Ende.

1956


Der Nobelpreis

Bin das Wild in einer Treibjagd.
Wo sind Menschen, Freiheit, Licht?
Hinter mir der Lärm der Treiber –
Einen Ausweg gibt es nicht.

Dunkler Wald und Uferdickicht,
Umgestürztes Tannenholz.
Alle Pfade: abgeschnitten.
Komme jetzt, was kommen soll …

Welcher Art war die Gemeinheit?
War's ein Mord, den ich vollbracht?
Hab mein Land in Tränenschönheit
In der Welt bekannt gemacht!

Sterb' ich auch im Flug der Steine,
Weiß ich doch, es kommt die Zeit:
Über's Böse und Gemeine
Siegt der Geist des Guten einst.

1959


* * *

Февраль. Достать чернил и плакать!
Писать о феврале навзрыд.
Пока грохочущая слякоть
Весною черною горит.
 
Достать пролетку. За шесть гривен,
Чрез благовест, чрез клик колес
Перенестись туда, где ливень
Еще шумней чернил и слез.
 
Где, как обугленные груши,
С деревьев тысячи грачей
Сорвутся в лужи и обрушат
Сухую грусть на дно очей.
 
Под ней проталины чернеют,
И ветер криками изрыт,
И чем случайней, тем вернее
Слагаются стихи навзрыд.
 
1912
 

Памяти Демона

Приходил по ночам
В синеве ледника от Тамары,
Парой крыл намечал,
Где гудеть, где кончаться кошмару.

Не рыдал, не сплетал
Оголенных, исхлестанных, в шрамах.
Уцелела плита
За оградой грузинского храма.

Как горбунья дурна,
Под решеткою тень не кривлялась.
У лампады зурна,
Чуть дыша, о княжне не справлялась.

Но сверканье рвалось
В волосах и, как фосфор, трещали.
И не слышал колосс,
Как седеет Кавказ за печалью.

От окна на аршин,
Пробирая шерстинки бурнуса,
Клялся льдами вершин:
Спи, подруга, лавиной вернуся.

Лето 1917 года


* * *

Сестра моя – жизнь и сегодня в разливе
Расшиблась весенним дождем обо всех,
Но люди в брелоках высоко брюзгливы
И вежливо жалят, как змеи в овсе.

У старших на это свои есть резоны.
Бесспорно, бесспорно смешон твой резон,
Что в грозу лиловы глаза и газоны
И пахнет сырой резедой горизонт.

Что в мае, когда поездов расписанье,
Камышинской веткой читаешь в купе,
Оно грандиозней святого писанья
И черных от пыли и бурь канапе.

Что только нарвется, разлаявшись, тормоз
На мирных сельчан в захолустном вине,
С матрацев глядят, не моя ли платформа,
И солнце, садясь, соболезнует мне.

И в третий плеснув, уплывает звоночек
Сплошным извиненьем: жалею, не здесь.
Под шторку несет обгорающей ночью
И рушится степь со ступенек к звезде.

Мигая, моргая, но спят где-то сладко,
И фата-морганой любимая спит
Тем часом, как сердце, плеща по площадкам,
Вагонными дверцами сыплет в степи.


* * *

Нас мало. Нас может быть трое
Донецких, горючих и адских
Под серой бегущей корою
Дождей, облаков и солдатских
Советов, стихов и дискуссий
О транспорте и об искусстве.
 
Мы были людьми. Мы эпохи.
Нас сбило, и мчит в караване,
Как тундру под тендера вздохи
И поршней и шпал проыванье.
Слетимся, ворвемся и тронем,
Закружимся вихрем вороньим,
 
И – мимо! – Вы поздно поймете.
Так, утром ударивши в ворох
Соломы – с момент на намете,–
След ветра живет в разговорах
Идущего бурно собранья
Деревьев над кровельной дранью.
 
1921
 

Gleisdreieck

     Надежде Александровне Залшупиной

Чем в жизни пробавляется чудак,
Что каждый день за небольшую плату
Сдает над ревом пропасти чердак
Из Потсдама спешащему закату?
 
Он выставляет розу с резедой
В клубящуюся на версты корзину,
Где семафоры спорят красотой
Со снежной далью, пахнущей бензином.
 
В руках у крыш, у труб, у недотрог
Не сумерки, – карандаши для грима.
Туда из мрака вырвавшись, метро
Комком гримас летит на крыльях дыма.

30 января 1923
Берлин

Гамлет

Гул затих. Я вышел на подмостки.
Прислонясь к дверному косяку,
Я ловлю в далеком отголоске,
Что случитя на моем веку.
 
На меня наставлен сумрак ночи
Тысячу биноклей на оси.
Если только можно, авва отче,
Чашу эту мимо пронеси.
 
Я люблю твой замысел упрямый
И играть согласен эту роль.
Но сейчас идет другая драма,
И на этот раз меня уволь.
 
Но продуман распорядок действий,
И неотвратим конец пути.
Я один, все тонет в фарисействе.
Жизнь прожить – не поле перейти.
 
1946
 

* * *

Быть знаменитым некрасиво.
Не это подымает ввысь.
Не надо заводить архива,
Над рукописями трястись.

Цель творчество – самоотдача,
А не шумиха, не успех.
Позорно, ничего не знача,
Быть притчей на устах у всех.

Но надо жить без самозванство,
Так жить, чтобы в конце концов
Привлечь к себе любовь пространства,
Услышать будущего зов.

И надо оставлять пробелы
В судьбе, а не среди бумаг,
Места и главы жизни целой
Отчеркивая на полях.

И окунаться в неизвестность,
И прятать в ней свои шаги,
Как прячется в тумане местность,
Когда в ней не видать ни зги.

Другие по живому следу
Пройдут твой путь за пядью пядь,
Но пораженья от победы
Ты сам не должен отличать.

И должен ни единой долькой
Не отступаться от лица,
Но быть живым, живым и только,
Живым и только до конца.

1956

Нобелевская премия

Я пропал, как зверь в загоне.
Где-то люди, воля, свет,
А за мною шум погони,
Мне наружу ходу нет.

Темный лес и берег пруда,
Ели сваленной бревно.
Путь отрезан отовсюду.
Будь что будет, все равно.

Что же сделал я за пакость,
Я убийца и злодей?
Я весь мир заставил плакать
Над красой земли моей.

Но и так, почти у гроба
Верю я, придет пора –
Силу подлости и злобы
Одолеет дух добра.

1959


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Der Februar. Die Tintenschwärze ordern!
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Dem Dämon zum Gedenken
Памяти Демона
 
Mein Geschwister: das Leben
Сестра моя – жизнь
 
Wir wenigen. Drei wärn zu finden
Нас мало. Нас может быть трое
 
Gleisdreieck
Gleisdreieck
 
Hamlet
Гамлет
 
Es ist nicht schön, berühmt zu sein
Быть знаменитым некрасиво
 
Der Nobelpreis
Нобелевская премия
 

Boris Pasternak