![[P. F. Sokolow: A. S. Puschkin]](images/puschkin1.jpg)
Der Dichter bleibt, solang ihn nicht
Apoll zum heilgen Opfer fordert,
Kleinmütig der Welt verpflichtet,
Wird geplagt von eitlen Sorgen;
In kaltem Schlaf verharrt die Seele,
Und seine heilge Leier schweigt,
Noch unter den Geringsten zählt er
Als Allerwenigster vielleicht.
Doch kaum berührt sein feines Ohr
Das Wort, das ihm von Gott gegeben,
Schon schwingt die Seele sich empor,
Ein Adler, neu erwacht zum Leben.
Er bleibt nun fern den irdschen Festen,
Wenn Menschen reden, scheint er taub,
Und vor den hocherhobnen Götzen
Senkt er nicht das stolze Haupt.
Er flüchtet wild und ungebändigt,
Verwirrt dem innren Klang zu lauschen,
Zum öden Wellenschlag der Strände,
Wo Eichenwälder weithin rauschen …
1827
26. Mai 1828
Warum gab sinnlos nur der Zufall,
Leben, dich mir zum Geschenk?
Und aus welch geheimen Schicksal,
Hat man dir den Tod verhängt?
Wer hat mich mit Feindesmacht
Aus dem Nichtsein herbestellt,
Mich erfüllt mit Leidenschaft,
Mit Zweifeln den Verstand vergällt? …
Ziele hab ich keine mehr:
Der Verstand, das Herz sind leer,
Und mich quält die Schwermut sehr
Eintönig im Lebenslärm.
Sing mir, schönes Mädchen, nicht
Das Lied Georgiens voll Trauer;
Denn allzusehr erinnerts mich
An fernes Leben, fremd-vertraut.
O weh, es steigt Erinnrung schon
Aus deinen feurigen Gesängen:
Die Steppe, Nacht und unterm Mond
Des fernen Liebchens sanfte Tränen.
Es war dies liebliche Gespenst,
Als ich dich sah, schon fast vergessen;
Jedoch du singst und es bedrängt
Von neuem mich wie ein Verhängnis.
Mein schönes Mädchen, singe nicht
Das Lied Georgiens voll Trauer;
Denn allzusehr erinnerts mich
An fernes Leben, fremd-vertraut.
1828
Fliegt zum Raben Rabe,
Spricht zum Raben Rabe:
Werden wir heut satt, Rabe?
Zeige deine Sehergabe!
Antwort gibt dem Raben Rabe:
Kenne unsre Mittagslabe;
Unterm Weidenstrauch, im Feld,
Liegt ein totgeschlagner Held.
Wer erschlug ihn, und warum?
Nur sein Falke kennt den Grund:
Rabenschwarz ist seine Stute,
Seine Frau von jungem Blute.
In den Hain der Falk' entschwand,
's Pferdchen folgt des Gegners Hand,
Und die Frau erwartet eben
Schon den Liebsten, der am Leben.
1828
Ich liebte dich; und liebe wohl noch immer,
Denn ganz erstarb's in meiner Seele nicht;
Doch möge dies Gefühl dich nicht bekümmern;
Ich stellte es nicht gern in schlechtes Licht.
Ich liebte dich so ängstlich und so schmerzlich,
Von Schüchternheit, von Eifersucht gequält;
Ich liebte dich so innig und so zärtlich,
Gott mit dir, wird der andre so beseelt.
1829
Durchwandre ich die lauten Straßen,
Wenn ich in vollen Tempeln bin,
Sitz ich auch zwischen jungen Knaben,
Stets schwelge ich in Fantasien.
Ich sage: Jahr um Jahr verfallen,
Und was wir nicht auch alles sahn,
Wir alle gehn in ewge Hallen,
Sein Ende fühlt so mancher nahn.
Seh ich die Eiche einsam stehen,
Dann denk ich: Patriarch des Walds,
Auch mich wirst du noch überleben,
Wie meine Ahnen, die längst kalt.
Liebkose ich ein kleines Mädchen,
Schon denke ich: Mein Kind, mach's gut!
Ich muss dir meinen Platz abtreten:
Mir bleibt die Asche, dir die Glut.
Seit sich die Tage, Jahre runden,
Bin ich die Grübelei gewohnt,
Und ich versuch die Todesstunde
Zu erraten, die mir droht.
Wo wird das Schicksal mich ereilen?
Im Kampf, auf Reisen, auf dem Meer?
Wird sie im Nachbartal verweilen,
Mein Asche, kalt und schwer?
Mag's auch dem Leichnam, tief im Stillen,
Ganz gleich sein, wo er faulend liegt,
Ich möcht' in heimischen Gefilden
Schlummern, zärtlich eingewiegt.
Am Eingang meiner Ruhestätte
Soll junges Leben kindlich spieln
Und die Natur, von mir gesättigt,
In Schönheit unvergänglich blühn.
1829
Was läge dir an meinem Namen?
Er stirbt, wie's laue Rauschen bald
Der Wellen, die am Strand zerschlagen,
Als nächtger Laut im dunklen Wald.
Auf einem Blättchen zum Gedenken
Bleibt er als tote Spur zu sehn,
So wie sich Grabinschriften schlenkern
In Sprachen, die wir nicht verstehn.
Was läge dran? Nur's längst verdeckte
Vom neuen wilden Seelenrausch.
Er würde dir nicht neu erwecken
Erinnrung, zarten, reinen Hauch.
Am Trauertag jedoch, im Stillen
Sprich ihn beschwörend vor dich hin
Und sag: die Welt kennt noch ein Fühlen,
Es gibt ein Herz, wo ich noch bin.
1830
Auf Volkes Gunst darfst, Dichter, du nicht schwören.
Begeisterter Applaus wird schnell verdrängt
Von dummem Urteil, du wirst kaltes Lachen hören;
Doch du bleib fest, gelassen, ernst und streng.
Als Kaiser bleib allein. Auf freien Wegen
Geh dorthin, wo Verstand in Freiheit lebt,
Wo der Gedanke höchste Früchte trägt,
Und fordre keinen Lohn für solches Leben.
Der Lohn liegt in dir selbst. Bist selbst dein höchster Richter;
Viel strenger urteilst du, ein auserwählter Dichter,
Als alle andern, kannst du je zufrieden sein?
Zufrieden? Lass der Menge ihren Zank,
Ihr Geifern am Altar, auf dem dein Dreibein schwankt
Und kindlich-nüchtern flammt dein hehrer Feuerschein.
1830
Donnerwolken stürmen, jagen
Und der Mond, der nicht zu sehn,
Lässt den Wirbelschnee erstrahlen;
Finster Nacht und Himmel stehn.
Durch das freie Feld zu fahren;
's Glöckchen bimmelt klingeling,
Schrecken rauft an meinen Haaren;
Ebne, fremd: ich mittendrin!
»Vorwärts, Kutscher!« »Herr, unmöglich:
Das Gespann ist ausgelaugt,
Windsbraut blendet mir die Augen,
Alle Wege sind verbaut!
Schlagt mich tot, die Spurn verwischten;
Wir sind fällig! Was nur tun!
Teufel führt uns offensichtlich,
Seht, dort wirbelt er herum.
Schaut nur, wie er spielend waltet.
Seht! er pustet, spuckt mich an,
Fort! er lockt in eine Spalte
Unser scheuendes Gespann;
Einen Werstpfahl, der verwunschen,
Hat er vor mich hingestellt;
Funkelt dort als schwacher Funken
Und verschwindet wieder schnell.«
Donnerwolken stürmen, jagen
Und der Mond, der nicht zu sehn,
Lässt den Wirbelschnee erstrahlen;
Finster Nacht und Himmel stehn.
Kraftlos sind wir, 's geht nicht weiter;
's Glöckchen wurde plötzlich stumm;
Pferde stehn … »Dort auf der Heide?«
»Ist's ein Wolf? Wer weiß! Ein Stumpf?«
Böse Windsbraut jault und zetert
Und die Pferde schnaufen matt;
Doch schon jagt der Teufel weiter,
Augen funkeln in der Nacht
Bis die Pferde weitertraben,
's Glöckchen bimmelt klingeling.
Sieh, wie Geister, sich beratend,
Durch die weiße Ebne ziehn.
Teuflisch, scheußlich, ohne Ende
Spielen sie im Mondesglanz.
Ihre bunte Schar, sie tändelt,
Wie das Laub im Herbstwind tanzt …
Viele sind's! Wohin sie jagen?
Klagen hört man und ein Schrein.
Ob sie einen Geist begraben
Oder eine Hexe frein?
Donnerwolken stürmen, jagen
Und der Mond, der nicht zu sehn,
Lässt den Wirbelschnee erstrahlen;
Finster Nacht und Himmel stehn.
Teufel reiten reihenweise
In der Höhe unbegrenzt,
Klagen, Heulen und ein Schreien
In der Brust das Herz verengt …
1830
Der Taube lud den Tauben dem tauben Richter vor,
Der Taube schrie: »Der Taube hat meine Kuh entführt!«
»Erbarmen«, rief dem Richter der Taube laut ins Ohr,
»Dem toten Oheim schon hat's brache Land gehört.«
Der Richter schloss: »Nun Schluss mit der Verkommenheit.
Die brave Maid hat schuld, verheiratet sie gleich.«
1830
Пока не
требует поэта
К священной
жертве Аполлон,
В заботах суетного
света
Он малодушно
погружен;
Молчит
его святая лира;
Душа вкушает
хладный сон,
И меж детей ничтожных
мира,
Быть может,
всех ничтожней
он.
Но лишь божественный
глагол
До слуха
чуткого коснется,
Душа поэта встрепенется,
Как пробудившийся
орел.
Тоскует
он в забавах мира,
Людской чуждается
молвы,
К ногам
народного кумира
Не клонит гордой
головы;
Бежит
он, дикий и суровый,
И звуков и смятенья
полн,
На берега
пустынных волн,
В широкошумные
дубровы...
1827
26 мая 1828
Дар напрасный, дар случайный,
Жизнь, зачем ты мне дана?
Иль зачем судьбою тайной
Ты на казнь осуждена?
Кто меня враждебной властью
Из ничтожества воззвал,
Душу мне наполнил страстью,
Ум сомненьем взволновал?..
Цели нет передо мною:
Сердце пусто, празден ум,
И томит меня тоскою
Однозвучный жизни шум.
Не пой,
красавица,
при мне
Ты
песен
Грузии
печальной:
Напоминают
мне
оне
Другую
жизнь и
берег
дальный.
Увы!
напоминают
мне
Твои
жестокие
напевы
И
степь, и ночь
и при луне
Черты
далекой,
бедной девы.
Я призрак
милый,
роковой,
Тебя увидев,
забываю;
Но
ты поешь, и
предо
мной
Его я
вновь
воображаю.
Не пой,
красавица,
при мне
Ты
песен
Грузии
печальной:
Напоминают
мне
оне
Другую
жизнь и
берег
дальный.
1828
Ворон
к ворону
летит,
Ворон
ворону
кричит:
Ворон! где б
нам
отобедать?
Как бы нам о
том
проведать?
Ворон
ворону в
ответ:
Знаю,
будет нам
обед;
В
чистом поле
под ракитой
Богатырь
лежит
убитый.
Кем
убит и
отчего,
Знает
сокол лишь
его,
Да
кобылка
вороная,
Да
хозяйка
молодая.
Сокол в
рощу улетел,
На кобылку
недруг сел,
А
хозяйка
ждет
милого
Не
убитого,
живого.
1828
Я вас
любил:
любовь еще,
быть может,
В душе моей
угасла не
совсем;
Но
пусть она
вас больше
не тревожит;
Я не хочу
печалить
вас ничем.
Я
вас любил
безмолвно,
безнадежно,
То робостью,
то
ревностью
томим;
Я вас
любил так
искренно,
так нежно,
Как дай вам
бог любимой
быть другим.
1829
Брожу ли я вдоль
улиц шумных,
Вхожу ль во многолюдный
храм,
Сижу ль
меж юношей безумных,
Я предаюсь моим
мечтам.
Я говорю:
промчатся годы,
И сколько здесь
ни видно нас,
Мы все сойдем
под вечны своды
И чей-нибудь
уж близок час.
Гляжу ль на дуб
уединенный,
Я мыслю: патриарх
лесов
Переживет
мой век забвенный,
Как пережил
он век отцов.
Младенца ль
милого ласкаю,
Уже я думаю: прости!
Тебе я место
уступаю:
Мне
время тлеть, тебе
цвести.
День
каждый, каждую
годину
Привык
я думой провождать,
Грядущей смерти
годовщину
Меж
их стараясь угадать.
И где мне смерть
пошлет судьбина?
В бою ли, в странствии,
в волнах?
Или
соседняя долина
Мой примет охладелый
прах?
И хоть бесчувственную
телу
Равно повсюду
истлевать,
Но
ближе к милому
пределу
Мне
всё б хотелось
почивать.
И пусть
у гробового входа
Младая будет
жизнь играть,
И равнодушная
природа
Красою
вечною сиять.
1829
Что в имени тебе
моем?
Оно умрет,
как шум печальный
Волны, плеснувший
в берег дальный,
Как звук ночной
в лесу глухом.
Оно на памятном
листке
Оставит
мертвый след,
подобный
Узору
надписи надгробной
На непонятном
языке.
Что в
нем? Забытое давно
В волненьях
новых и мятежных,
Твоей душе не
даст оно
Воспоминаний
чистых, нежных.
Но в день печали,
в тишине,
Произнеси
его тоскуя;
Скажи:
есть память обо
мне,
Есть в мире
сердце, где живу
я...
1830
Поэт! не дорожи
любовию народной.
Восторженных
похвал пройдет
минутный шум;
Услышишь суд
глупца и смех
толпы холодной,
Но ты останься
тверд, спокоен
и угрюм.
Ты царь:
живи один. Дорогою
свободной
Иди,
куда влечет тебя
свободный ум,
Усовершенствуя
плоды любимых
дум,
Не требуя
наград за подвиг
благородный.
Они в самом себе.
Ты сам свой высший
суд;
Всех строже
оценить умеешь
ты свой труд.
Ты им доволен
ли, взыскательный
художник?
Доволен?
Так пускай толпа
его бранит
И
плюет на алтарь,
где твой огонь
горит,
И в детской
резвости колеблет
твой треножник.
1830
Мчатся
тучи, вьются тучи;
Невидимкою
луна
Освещает
снег летучий;
Мутно небо, ночь
мутна.
Еду, еду
в чистом поле;
Колокольчик
дин-дин-дин...
Страшно,
страшно поневоле
Средь неведомых
равнин!
«Эй, пошел,
ямщик!..» «Нет
мочи:
Коням, барин,
тяжело;
Вьюга
мне слипает очи;
Все дороги занесло;
Хоть убей, следа
не видно;
Сбились
мы. Что делать
нам!
В поле бес
нас водит, видно.
Да кружит по
сторонам.
Посмотри:
вон, вон играет,
Дует, плюет на
меня;
Вон теперь
в овраг толкает
Одичалого коня;
Там верстою
небывалой
Он
торчал передо
мной;
Там сверкнул
он искрой малой
И пропал во тьме
пустой».
Мчатся
тучи, вьются тучи;
Невидимкою
луна
Освещает
снег летучий;
Мутно небо, ночь
мутна.
Сил нам
нет кружиться
доле;
Колокольчик
вдруг умолк;
Кони стали... «Что
там в поле?»
«Кто
их знает? пень
иль волк?»
Вьюга
злится, вьюга
плачет;
Кони
чуткие храпят;
Вот уж он далече
скачет;
Лишь
глаза во мгле
горят;
Кони снова
понеслися;
Колокольчик
дин-дин-дин...
Вижу:
духи собралися
Средь белеющих
равнин.
Бесконечны,
безобразны,
В мутной месяца
игре
Закружились
бесы разны,
Будто
листья в ноябре...
Сколько их! куда
их гонят?
Что
так жалобно поют?
Домового ли
хоронят,
Ведьму
ль замуж выдают?
Мчатся тучи,
вьются тучи;
Невидимкою
луна
Освещает
снег летучий;
Мутно небо, ночь
мутна.
Мчатся
бесы рой за роем
В беспредельной
вышине,
Визгом
жалобным и воем
Надрывая сердце
мне...
1830
Глухой глухого
звал к суду судьи
глухого,
Глухой
кричал: «Моя им
сведена корова!»
«Помилуй, возопил
глухой тому в
ответ,
Сей пустошью
владел еще покойный
дед».
Судья решил:
«Чтоб не было
разврата,
Жените
молодца, хоть
девка виновата».
1830