![[G. Gippius: Alexander Puschkin (1828)]](images/puschkin2.jpg)
Letztmals deiner Zartgestalt
Durft ich Zärtlichkeiten schenken
So mein Traum. Mit Herzenskraft
Und mit Wonne, ängstlich, zaghaft
Wag ich deiner zu Gedenken.
Ändernd schreitet unsre Zeit,
Alles ändernd, uns verändernd.
Schon trägst du für mich ein Kleid
Wie aus Grabes Dunkelheit,
Auch für dich mein Leben endet.
Ferne Freundin, nimm den Abschied
Meines Herzens in Empfang,
Als ob ein Gatte von dir schied,
Wie Freund in Freundes Armen liegt,
Wenn es ihm vorm Kerker bangt.
1830
Ich schlafe nicht, kein Lichtlein brennt,
Nur Finsternis, lästiges Sinnen.
Eintönig an Zeit erinnert
Meine Uhr, die leis ertönt.
Weibisch hör ich Parzen plappern,
Nächtlich-stilles Schlafgerappel,
Mäuselebens Trippelschlich
Warum nur bewegt es mich?
Ist's das Murren, ist's das Klagen
Der von mir verprassten Tage,
Was aus diesem Flüstern spricht?
Was nur willst du mir bedeuten?
Rufst du, Zukunft anzudeuten?
Ich versuch dich zu verstehn,
Einen Sinn in dir zu sehn …
1830
Zur fernen Küste deiner Heimat
Verließest du das fremde Land;
In unvergessener, trauriger Stunde
Lang ich weinend vor dir stand.
Meine erkaltenden, bebenden Hände
Suchten dich zurückzuhalten;
Mein Seufzen bat, nicht zu beenden
Des Abschieds quälerisches Walten.
Doch meinen bittren Zärtlichkeiten
Sich dein Lippenpaar entwand;
Aus der Verbannung finstren Weiten
Riefst du mich ins andre Land.
Du sprachst: »Am Tag des Wiedersehens
Unterm ewig blauen Himmel
Im Schatten der Oliven stehend,
Wird uns neu die Liebe finden.«
Doch, weh, wo hell der Himmelsbogen
Im blauen Glitzerlicht erstrahlt,
Olive Schatten gibt den Wogen,
Dort schläfst du deinen letzten Schlaf.
Und deine Schönheit, deine Leiden
Die Grabesurne mit sich nahm
Und auch den Kuss des treuen Freundes …
Doch warte nur, er folgt dir nach …
1830
Brüllt wild ein Tier im dichten Wald,
Ob Donnern dröhnt, ein Horn erschallt,
Ob hinterm Berg ein Mädchen singt
Was auch erklingt:
Durch leeren Äther dann schon bald
Dein Nachhall dringt.
Du lauschst gewittrigem Gedröhn,
Dem Wellenlauf, dem Sturmgestöhn,
Dem Ruf des Schnitters, und du schickst
Ihm Antwort zu;
Und keiner fragt danach … So bist,
Poet, auch du!
1831
Vor Wahnsinn mög mich Gott bewahrn.
Nein, besser Ranzen, Wanderstab
Und Hunger, schwere Bürden.
Nicht, dass ich des Verstandes Glühn
Verehrte, dass ich mich von ihm
Nicht freudig trennen würde:
Denn, wenn man mich in Freiheit ließ,
Wie eilig dann mein Fuß doch lief
In einen dunklen Wald!
Ich sänge flammend, wie im Fieber,
Verlöre mich im Dunst der Lieder,
In wirren Träumen bald.
Und lauschte Wellen alle Zeit
Und schaute, voll Glückseligkeit,
In Himmel, völlig leer;
Und ich wär stark, ununterdrückt,
Ein Wirbelsturm, der Felder pflügt,
Der einen Wald zerstört.
Das Schlimme ist: wirst du verrückt,
Hält man dich für ein Pestgezücht
Und sperrt dich sofort ein,
Legt dann in Ketten diesen Irren
Und zu dem Gitter, wie bei Tieren,
Kommt man, um dich zu reizen.
Und nachts dann würden mir erschalln
Nicht der Gesang der Nachtigalln,
Flüsternde Eichenblätter
Nur der Genossen Wehgeschrei,
Von Wächtern: nächtliches Gekeif,
Und's Klirren schwerer Ketten.
1833
Gefährtin, es wird Zeit! Das Herz verlangt nach Ruh
Die Tage fliehen hin, und jede Stund im Nu
Verschlingt ein Stück des Seins: Wir wollten grad zu zwein
Das Leben neu beginnen schon holt der Tod uns ein.
Die Welt enthält kein Glück, doch gibt es Ruh und Frieden.
Schon längst träumt mir ein Los, beneidenswert hienieden,
Schon lang, als müder Sklave, plante ich die Flucht
Ins ferne Gut, wo Arbeit und Zärtlichkeit uns ruft.
1834
Auf solches sagt man mir mit ungläubigem Lächeln:
Als Dichter sind sie bloß ein Abweichler und Frechling,
Sie foppen uns doch nur sie brauchen keinen Ruhm,
Als lächerlich und flüchtig bezeichnet ihn ihr Spott;
Für wen nur schreiben sie? Ich? für mich selbst. Warum
Lassen sie's dann drucken? Für Geld. Du lieber Gott!
Wie peinlich! Ja? Warum?
1835
Der laute Ruf nach Rechten hat mich nie geschert,
Kein einziges von ihnen hat je das Herz betört.
Ich murre nicht deswegen, weil Götter mir versagten,
In zärtlicher Beschwernis die Steuern zu beklagen
Oder Zarn zu störn, einander zu bekriegen;
Ob es der Presse freisteht, Idioten zu betrügen
Oder ob Zensoren, empfindlich, dumme Schwätzer
Am Spaltenfüllen hindern, kann mich kaum verletzen.
Das sind nur Worte, Worte, Worte weiter nichts,
Auf andre, bessre Rechte leg ich mehr Gewicht;
Die andre, bessre Freiheit ist mir mehr vonnöten;
Vom Zaren abzuhängen oder von Proleten
Ist das nicht völlig gleich? Gott mit euch!
Aber keinem
Je Rechenschaft zu geben, sich selber nur zu meinen
Beim Schaffen und im Dienst; für Macht und für Livreen
Gewissen und Gedanken, den Hals nicht zu verdrehen;
Zu schlendern hier und dort, nach eigner Lust und Laune
Die gottgegebne Schönheit der Natur bestaunen,
Und durch die Schöpfungen von Geist und Kunst verführt,
In freudiger Entzückung zu zittern tief gerührt.
Das nenn ich Glück! Hier liegen Rechte …
1836
Wenn ich hinter der Stadt nachdenklich spaziere,
Die Schritte mich zum Friedhof, dem öffentlichen, führen,
Wo Gitterstäbe, Säulchen, geschmückte Gräber sind,
Wo man all die Toten dieser Hauptstadt find't,
Die im Sumpf verfaulen, in Reihen eng durchmischt,
Wie Gäste voller Gier an eines Bettlers Tisch,
Die Händler und Beamten in ihren Mausoleen,
Die ein Steinmetz billig mit Schnörkelwerk versehen,
Über ihnen stehn, in Vers und Prosa, Sprüche
Die über gute Taten, von Rang und Dienst berichten;
Beim Alten, dem gehörnten, der Witwe Liebesklagen;
Auch Säulen, wo die Diebe frech die Urnen stahlen,
Glitschig-freche Gruben liegen hier bereit,
Erwarten gähnend schon den Gast zur Morgenzeit,
Solch Gedankenwirrnis strömt hier auf mich ein,
Bis eine böse Trauer voller Ärger greint.
Da spuck ich drauf, will fliehn …
Wie angenehm dagegen
Am Abend, wenn im Herbst sich still die Blätter regen,
Den heimatlichen Friedhof im Dorfe zu besuchen,
Wo die Toten schlummern in feierlicher Ruhe,
Dort ungeschmückten Gräbern Raum zum Atmen blieb;
Hier kraucht in dunkler Nacht auch nicht der blasse Dieb;
Bei ehrfürchtigen Steinen, die gelbes Moos bedeckt,
Geht ein Landmann lang, seufzt, spricht ein Gebet;
Anstelle eitler Urnen, gezierter Pyramiden,
Nasenloser Genien, zerzauster Karyatiden
Steht eine Eiche weit über geehrten Gräbern,
Die leise schwankt und rauscht …
1836
Exegi monumentum
Ein Denkmal schuf ich mir, wie's keine Hand je baute,
Zu dem nie überwuchern wird der völkerreiche Pfad,
Sein Haupt sich in den Himmel weitaus höher schraubte,
Als es die Alexandersäule tat.
Ganz sterben werd ich nie es überlebt die Leier
Den Staub und jede Fäulnis als der Seele Testament,
Ich werde auf der Welt unter dem Mond gefeiert,
Solange noch ein Dichter lebt und denkt.
Im großen weiten Russland wird man von mir hören
Und meinen Namen nennt lebendig voller Glück
Der stolze Slavenenkel, der Finne, es gehören
Tungusen jetzt dazu, in der Steppe der Kalmück.
Und lange wird das Volk mir danken voller Liebe,
Weil ich mit Leierklang das Herz zum Guten rief,
Weil ich in böser Zeit den Geist der Freiheit rühmte,
Geächtete so teilnahmsvoll beschrieb.
Bleib, Muse, stets gehorsam göttlichen Befehlen,
Fürchte keine Kränkung, dem Kranz nicht zugeneigt.
Verleumdung oder Lob nimm gleichgültig entgegen
Und suche mit dem Dummkopf keinen Streit.
1836
В последний
раз твой
образ
милый
Дерзаю
мысленно
ласкать,
Будить
мечту
сердечной
силой
И с
негой
робкой и
унылой
Твою
любовь
воспоминать.
Бегут
меняясь
наши
лета,
Меняя
всё, меняя
нас,
Уж ты
для своего
поэта
Могильным
сумраком
одета,
И для
тебя твой
друг
угас.
Прими
же, дальная
подруга,
Прощанье
сердца
моего,
Как
овдовевшая
супруга,
Как
друг,
обнявши
молча друга,
Пред
заточением
его.
1830
Мне не спится,
нет огня;
Всюду
мрак и сон докучный.
Ход часов лишь
однозвучный
Раздается близ
меня.
Парки бабье
лепетанье,
Спящей
ночи трепетанье,
Жизни мышья
беготня...
Что
тревожишь ты
меня?
Что ты значишь,
скучный шепот?
Укоризна, или
ропот
Мной утраченного
дня?
От меня чего
ты хочешь?
Ты
зовешь или пророчишь?
Я понять тебя
хочу,
Смысла
я в тебе ищу...
1830
Для
берегов
отчизны
дальной
Ты
покидала
край чужой;
В час
незабвенный,
в час
печальный
Я долго
плакал пред
тобой.
Мои
хладеющие
руки
Тебя
старались
удержать;
То
мленье
страшное
разлуки
Мой
стон молил
не
прерывать.
Но ты от
горького
лобзанья
Свои уста
оторвала;
Из
края
мрачного
изгнанья
Ты
в край иной
меня
звала.
Ты
говорила: «В
день
свиданья
Под небом
вечно
голубым,
В
тени олив,
любви
лобзанья
Мы
вновь, мой
друг,
соединим».
Но там, увы,
где неба
своды
Сияют
в блеске
голубом,
Где
тень олив
легла на
воды,
Заснула ты
последним
сном.
Твоя
краса, твои
страданья
Исчезли в
урне
гробовой
А
с ними
поцелуй
свиданья...
Но жду его;
он за
тобой...
1830
Ревет ли
зверь в лесу
глухом,
Трубит ли
рог, гремит
ли гром,
Поет ли дева
за холмом
На
всякий звук
Свой отклик
в воздухе
пустом
Родишь
ты вдруг.
Ты
внемлешь
грохоту
громов
И
гласу бури и
валов,
И
крику
сельских
пастухов
И шлешь
ответ;
Тебе
ж нет отзыва...
Таков
И
ты, поэт!
1831
Не дай мне Бог
сойти с ума.
Нет,
легче посох и
сума;
 Нет, легче
труд и глад.
Не
то, чтоб разумом
моим
Я дорожил;
не то, чтоб с ним
 Расстаться
был не рад:
Когда
б оставили меня
На воле, как бы
резво я
 Пустился
в темный лес!
Я пел бы в пламенном
бреду,
Я забывался
бы в чаду
 Нестройных
чудных грез.
И я б заслушивался
волн,
И я глядел
бы, счастья полн,
 В пустые небеса;
И силен, волен
был бы я,
Как вихорь,
роющий поля,
 Ломаюший леса.
Да вот беда:
сойди с ума,
И
страшен будешь,
как чума,
 Как
раз тебя запрут,
Посадят на цепь
дурака
И сквозь
решетку, как зверка,
 Дразнить тебя
придут.
А ночью
слышать буду
я
Не голос яркий
соловья,
 Не шум
глухой дубров
А крик товарищей
моих,
Да брань
смотрителей
ночных,
 Да визг,
да звон оков.
1833
Пора,
мой друг, пора!
покоя сердце
просит
Летят
за днями дни, и
каждый час уносит
Частичку бытия,
а мы с тобой вдвоем
Предпологаем
жить, и глядь
как раз умрем.
На свете счастья
нет, но есть покой
и воля.
Давно
завидная мечтается
мне доля
Давно,
усталый раб, замыслил
я побег
В обитель
дальную трудов
и чистых нег.
1834
На это скажут
мне с улыбкою
неверной:
Смотрите,
вы поэт уклонный,
лицемерный,
Вы нас морочите
вам слава не
нужна,
Смешной
и суетной вам
кажется она;
Зачем же пишете?
Я? для себя. За
что же
Печатаете
вы? Для денег.
Ах, мой боже!
Как
стыдно! Почему
ж?
1835
Не дорого ценю
я громкие права,
От коих не одна
кружится голова.
Я не ропщу о том,
что отказали
боги
Мне в сладкой
участи оспоривать
налоги
Или мешать
царям друг с другом
воевать;
И мало
горя мне, свободно
ли печать
Морочит
олухов, иль чуткая
цензура
В журналных
замыслах стесняет
балагура.
Все
это, видите ль,
слова, слова,
слова.
Иные, лучшие,
мне дороги права;
Иная, лучшая,
потребна мне
свобода;
Зависеть
от царя, зависеть
от народа
Не
все ли нам равно?
Бог с ними.
Никому
Отчета не давать,
себе лишь самому
Служить и угождать;
для власти, для
ливреи
Не гнуть
ни совести, ни
помыслов, ни шеи;
По прихоте своей
скитаться здесь
и там,
Дивясь
божественным
природы красотам,
И пред созданьями
искусств и вдохновенья
Трепеща радостно
в восторгах умиленья.
Вот счастье!
вот права...
1836
Когда
за городом, задумчив,
я брожу
И на публичное
кладбище захожу,
Решетки, столбики,
нарядные гробницы,
Под коими гниют
все мертвецы
столицы,
В болоте
кое-как стесненные
рядком,
Как гости
жадные за нищенским
столом,
Купцов,
чиновников усопших
мавзолеи,
Дешевого
резца нелепые
затеи,
Над ними
надписи и в прозе,
и в стихах
О добродетелях,
о службе и чинах;
По старом рогаче
вдовицы плач
амурный;
Ворами
со столбов отвинченные
урны,
Могилы
склизкие, которы
также тут,
Зеваючи,
жильцов к себе
наутро ждут,
Такие смутные
мне мысли всё
наводит,
Что
злое на меня уныние
находит.
Хоть
плюнуть да бежать...
Но как
же любо мне
Осеннею
порой, в вечерней
тишине,
В деревне
посещать кладбище
родовое,
Где
дремлют мертвые
в торжественном
покое.
Там неукрашенным
могилам есть
простор;
К ним
ночью темною
не лезет бледный
вор;
Близ камней
вековых, покрытых
желтым мохом,
Проходит селянин
с молитвой и со
вздохом;
На место
праздных урн
и мелких пирамид,
Безносых гениев,
растрепанных
харит
Стоит
широко дуб над
важными гробами,
Колеблясь и
шумя...
1836
Exegi monumentum
Я памятник себе
воздвиг нерукотворный,
К нему не зарастет
народная тропа,
Вознесся выше
он главою непокорной
Александрийского
столпа.
Нет,
весь я не умру
душа в заветной
лире
Мой прах
переживет и тленья
убежит
И славен
буду я, доколь
в подлунном мире
Жив будет хоть
один пиит.
Слух
обо мне пройдет
по всей Руси великой,
И назовет меня
всяк сущий в ней
язык,
И гордый
внук славян, и
финн, и ныне дикой
Тунгус, и друг
степей калмык.
И долго буду
тем любезен я
народу,
Что чувства
добрые я лирой
пробуждал,
Что
в мой жестокий
век восславил
я Свободу
И
милость к падшим
призывал.
Веленью
божию, о муза,
будь послушна,
Обиды не страшась,
не требуя венца,
Хвалу и клевету
приемли равнодушно,
И не оспоривай
глупца.
1836