![[Maljutin: V. Ja. Brjusov (1913)]](images/brjussov.jpg)
Glücklich bin ich, wenn du deine blauen
Augen auch zu mir einmal erhebst;
Junge Hoffnung kann ich dort erschauen
Wolkenlose Tageshimmel sehn.
Traurig bin ich, wenn im tiefen Schweigen
Du die dunklen Wimpern sinken lässt:
Dein Gefühl magst schüchtern du nicht zeigen,
Dass du liebst, weißt du wohl noch nicht selbst.
Immer, stets und ohne sich zu ändern,
Leuchtet meine Seele nah bei dir …
Liebe Freundin, preisen muss ich ständig
Deine Schönheit, deiner Jugend Zier.
1898
Am Gipfel, in die schneebedeckten Höhen
Schnitt meine Messerklinge ein Sonett.
Vielleicht ist, wo die Tage schnell vergehen,
Einsam meine Spur noch nicht verweht.
Am Gipfel, wo der Himmel blauer leuchtet,
Wo's Winterlicht sich freudenvoll ergeht,
Sah nur allein die Sonne, wie's Stilett
In den smaragdnen Schnee den Vers gezeichnet.
Mich freut es, wenn der Dichter mich versteht;
Wenn auch die Masse tief im Tal, im Seichten,
Ein solches Werk niemals in Rausch versetzt …
Am Gipfel, wo der Himmel blauer leuchtet,
Schnitt ich zur Abendstunde ein Sonett
Für jene, die auch solche Höhn erreichten.
1901
Es naht der Tag, an dem ich geh;
Doch in der leeren Kammer hier
Desgleichen Tisch und Bänkchen stehn,
Vom simplen Heilgenbild geziert.
Desgleichen fliegt schon bald herein
Des Seidenspinners Farbenpracht;
Er flattert, rauscht und zittert fein
An dieser blauen Decke sacht.
Genau so schaut der Himmelsgrund
Herein durchs offne Fenster und
Es lockt das ebne blaue Meer
In seine Weite, öd und leer.
Und wir hatten den Abend am Flusslauf verbracht.
Unter leisem Gesang fuhrn die Fischer nach Haus.
Und der Fluss löschte golden das Sonnenlicht aus.
Doch ich habe dir damals kein Wörtchen gesagt.
Ein Gewitter zog auf, fern ein Donnerschlag,
Von den Wimpern ist leis dir ein Tränchen gerannt.
Und auch ich hab mich weinend zu dir hin gewandt,
Doch ich habe dir gar nichts, kein Wörtchen gesagt.
So wie einst bin ich heute allein und verzagt,
Von der Zukunft erwart ich schon lange nichts mehr.
Und mein Herz hat vom Leben längst nichts mehr gehört …
Ach, warum hab ich dir nur kein Wörtchen gesagt!
(1892)
Bleicher Jüngling mit glühenden Augen,
Drei Vermächtnisse geb ich dir heute.
Hier ist das erste: leb nicht gegenwärtig,
Einzig die Zukunft ist Heimat des Dichters.
Denk an das zweite: fühle mit keinem,
Grenzenlos liebe allein nur dich selber.
Achte das dritte: die Kunst zu vergöttern,
Sie nur allein, ohne Ziel, ohne Zweifel.
Bleicher Jüngling mit brennenden Augen!
Falls du meine Vermächtnisse achtest,
Falle ich schweigend als ein Besiegter,
Wissend, ich lasse der Welt einen Dichter.
1896
Maurer, he, Maurer, im weißen Kattun,
Was baust du hier? und wozu?
Wir baun ein Gefängnis, wir haben zu tun,
Stör uns nicht, lass uns in Ruh.
Maurer, he, Maurer, mit sicherer Kelle,
Wer wird drin klagen in bitterer Stund?
Sicher nicht du und dein Bruder, zum Stehlen
Habt ihr Reichen keinen Grund.
Maurer, he, Maurer, wer wird lange Jahre
Schlaflos drin sitzen und sorgenvoll?
Vielleicht ja mein Sohn, er ist auch Proletarier,
Davon ist unser Schicksal voll.
Maurer, he, Maurer, ob er dann wohl wüsste,
Wer einst die Ziegel geschleppt?
Hüte dich! Laber nicht unterm Gerüste …
Wissen wir alles längst selbst!
1901
Ophelia sang und ertrank,
Und sang, den Kranz sich windend;
Mit Blumenkränzen und Gesang
Zum Grunde des Flusses sinkend.
A. Fet
Du bandest dir nicht wie Ophelia Kränze
Und schmücktest mit Blumen kein Flussbett als Gruft;
Du ranntest zum Fenster in trunkenen Tänzen
Und öffnetest es, wie auf freudigen Ruf.
Unten erging sich der Irrsinn der Menge,
Das Schlagen der Hufe, der Autos Gedröhn,
Die tätige Menge, geordnet sich drängend,
Nicht einer von denen dort hat dich gesehn.
Wer hatte schon Zeit für die seltsamen Blicke,
Hoch oben, hoch oben, im Fenster, das fremd!
Wen wollte dein suchendes Auge erblicken,
Den einen vielleicht, den du lange ersehnt?
Den Kopf hob nicht einer, mit lautem Gelächter
Sprangst du hinunter zum nackten Asphalt.
Man sah etwas fallen und aufprallen mächtig,
Wo Rufe ertönen und Hufschlagen schallt.
Die Menge verklumpte, wie Neugier es fordert,
Umringte den Körper im Staub, voller Blut …
Doch rauschte das Leben, wie vorher, geordnet,
Als jagte ins Weite die Straßenflucht.
Счастлив я, когда ты голубые
Очи поднимаешь на меня:
Светят в них надежды молодые
Небеса безоблачного дня.
Горько мне, когда ты, опуская
Темные ресницы, замолчишь:
Любишь ты, сама того не зная,
И любовь застенчиво таишь.
Но всегда, везде и неизменно
Близ тебя светла душа моя…
Милый друг! О, будь благословенно
Красота и молодость твоя!
1898
На высоте, на снеговой
вершине,
Я вырезал стальным клинком сонет.
Проходят дни. Быть может и доныне
Снега хранят мой одинокий след.
На высоте, где небеса так сини,
Где радостно сияет зимний свет,
Глядело только солнце, как стилет
Чертил мой стих на изумрудной льдине.
И весело мне думать, что поэт
Меня поймет. Пусть никогда в долине
Его толпы не радует привет!
На высоте, где небеса так сини,
Я вырезал в вечерний час сонет
Лишь для того, кто на вершине.
1901
Настанет
день — исчезну я,
А в этой комнате пустой
Все то же будет: стол, скамья
Да образ, древний и простой.
И
так же будет залетать
Цветная бабочка в шелку,
Порхать,
шуршать и трепетать
По голубому потолку.
И
так же будет неба дно
Смотреть в открытое окно,
И море ровной синевой
Манить в простор пустынный свой.
Мы сидели с тобой у заснувшей реки.
С тихой песней проплыли домой рыбаки.
Солнца луч золотой за рекой догорал.
И тебе я тогда ничего не сказал.
Загремело вдали, надвигалась гроза,
По ресницам твоим покатилась слеза.
И с безумным рыданьем к тебе я припал
И тебе ничего, ничего не сказал.
И теперь, в эти дни, я, как прежде, один,
Уж не жду ничего от грядущих годин.
В сердце жизненный звук уж давно отзвучал.
Ах, зачем я тебе ничего не сказал!
(1892)
Юноша бледный со взором горящим,
Ныне даю я тебе три завета:
Первый прими: не живи настоящим,
Только грядущее область
поэта.
Помни второй: никому не сочувствуй,
Сам же себя полюби беспредельно.
Трети храни: поклоняйся искусству,
Только ему безраздумно, бесцельно.
Юноша бледный со взором смущенным!
Если ты примешь моих три завета,
Молча паду я бойцом побежденным,
Зная, что в мире оставлю поэта.
1896
Каменщик,
Каменщик в фартуке
белом,
Что ты
там строишь? кому?
Эй, не мешай нам,
мы заняты делом,
Строим мы, строим
тюрьму.
Каменщик,
Каменщик с верной
лопатой,
Кто
же в ней будет
рыдать?
Верно,
не ты и не твой
брат, богатый.
Незачем вам
воровать.
Каменщик,
Каменщик, долгие
ночи
Кто ж проведет
в ней без сна?
Может быть, сын
мой, такой же рабочий.
Тем наша доля
полна.
Каменщик,
Каменщик, вспомнит,
пожалуй,
Тех
он, кто нес кирпичи!
Эй, берегись!
под лесами не
балуй…
Знаем
всё сами, молчи!
1901
Офелия пела и гибла,
И пела, сплетая венки,
С цветами, венками и песней
На дно опустилась реки.
Фет
Ты не сплетала венков Офелии,
В руках не держала свежих цветов;
К окну подбежала, в хмельном веселии,
Раскрывала окно, как на радостный зов!
Внизу суетилась толпа безумная,
Под стуки копыт и свистки авто,
Толпа деловая, нарядная, шумная,
И тебя из толпы не видел никто.
Кому было дело до лика странного,
Высоко, высоко, в чужом окне!
Чего ж ты искала, давно желанного,
Блуждающим взором, внизу, на дне?
Никто головы не поднял, – и с хохотом
Ты кинулась вниз, на пустой гранит.
И что-то упало, с тяжелым грохотом,
Под зовы звонков и под стук копыт.
Метнулась толпа и застыла, жадная,
Вкруг бедного тела, в крови, в пыли…
Но жизнь шумела, все та же, нарядная,
Авто и трамваи летели вдали.