![[Fjodor Tjuttschew]](images/tjutsch.jpg)
Weiß liegt auf Feldern noch der Schnee,
Die Wasser, sie rauschen dem Frühling voraus
Sie laufen und glitzern und rufen ihn aus...
Sie laufen und wecken den träumenden See.
Ihr Ruf in jede Richtung schwirrt:
»Der Frühling kommt, es kommt das Glück.
Des jungen Frühlings Boten sind wir,
Er hat uns weit vorausgeschickt!«
Der Frühling jetzt zu uns gelangt!
An Maientagen, still und warm,
Da bieten wir den Reigentanz
Mit frischen Wangen für ihn dar.
(1830)
Verschweige, dämpfe und verhüll'
All deine Träume, dein Gefühl,
Wenn sich die Seelentiefe regt
Und wortlos auf- und untergeht,
So wie ein Stern, den Nacht uns zeigt,
Erfreue dich daran und schweig.
Kann sich das Herz im Wort ergehn?
Wie soll ein andrer dich verstehn?
Begreift er deines Daseins Flug?
Gedanke, den man spricht, wird Trug.
Du trübst die Quellen, quatschst du rum,
Nähr dich an ihnen und bleib stumm.
Lern ganz nur in dir selbst zu sein
Gedanken zauberisch-geheim
Sind eine ganze Welt in dir,
Die äußres Lärmen nur verdirbt;
Das Taglicht sie vertreiben will,
Lausch ihrem Singen und sei still!..
(1830)
Vom Berg herab ins Tal, ein großer Stein einst rollte.
Wie er herabgestürzt? Nicht einer weiß es heute
Ob er in jener Höhe sich von selber löste,
Oder fremder Wille ihn zum Sturz genötigt?
Die Jahre gingen hin, Jahrhunderte verrinnen:
Die Antwort auf die Frage konnte keiner finden.
1833
Ich mag den Gottesdienst der Lutheraner,
Den strengen Ritus, einfach und durchdacht.
Die nackten Wände, leerer Kirchen Pracht.
Den tiefen Sinn darin, ich hab ihn gut verstanden.
Seht ihr denn nicht? Zur Reise schon gerüstet,
Drückt euch zum letzten Mal der Glaube schwer:
Noch hat er nicht die Schwelle überschritten,
Doch ist sein Erdenhaus schon wüst und leer,
Noch hat er nicht die Schwelle überschritten.
Es schloss sich hinter ihm noch nicht das Tor...
Die Stunde naht und schlägt... Und euer Bitten
Dringt jetzt zum letzten Mal zu Gott empor.
1834
In deinen Augen ist kein Leben,
Und Wahrheit nicht in deinen Reden,
Die Seele ich nicht find'.
Geh mutig, Herz, noch bis zum Ende:
Der Schöpfung sich kein Schöpfer fände!
Und im Gebet: kein Sinn!
(1836)
»Der Sturm tobt noch wilder, er spielt fast verrückt,
Komm näher, ich halte dich an mich gedrückt.«
»Ach, Liebster, Liebster, der Himmel uns zürnt,
Nicht sündigen kann ich, solangs draußen stürmt!«
»Es klingt diese Böe vertraut meinem Ohr,
Sie singt unsrer Liebe ein Wiegenlied vor.«
»O denk an das Meer, wo die Schiffer sind.
Ach, gnädiger Gott, sei milder gestimmt!«
»Solln doch in der Weite die Wogen gehn,
Zu uns in die Hütte dringt nicht das Gedröhn.«
»O Liebster, Verstumme! O Liebster, so schweig,
Vergaßest du, wer auf dem Meere noch weilt?«
Das Flüstern der zitternden Lippen verklang,
Sie schwiegen im Dunkel, es war ihnen bang.
Das Donnern verhallte, das Unwetter schwand,
Das Pendel der Uhr tönte leis von der Wand.
Im Dunkel sie schwiegen, es war ihnen bang,
Geheimnisvoll währte die Stille noch lang...
Da rasselte draußen ein Donnerschlag,
Das Haus in den Festen erschüttert ward.
Verzweifelt und wild scholl ein kindlicher Schrei,
Ins Zimmer des Kindes die Mutter enteilt´.
Doch kaum, dass sie über die Schwelle noch trat,
Schon schwanden die Sinne, zusammen sie brach.
Im Leuchten des Blitzes, der Dunkelheit bannt,
Ein Schatten, stand über der Wiege ihr Mann.
zwischen 1831
und April 1836
O wie in der Neige unserer Jahre
Wir zärtlicher liebend die Zeichen befragen...
Bewahre das Leuchten des Abschieds, bewahre
Die letzte Liebe, die Sonne am Abend!
Der Himmel ist dunkel schon größtenteils,
Nur dort noch, im Westen, ein Leuchten ergeht,
Verweile du, Abend der Tage, verweil,
Bestehe du, lichter Zauber, besteh.
Wenn auch durch die Adern das Blut nurmehr kriecht,
Das Herz fließt über vor Zärtlichkeit...
O du, mein letztes Lebenslicht!
Bist hoffnungslos, voller Glückseligkeit.
1852 1854
Diese ärmlichen Gehöfte,
Diese kärgliche Bepflanzung
Land der Langmut, unerschöpflich,
Land des russischen Gedankens!
Nichts bemerkend, nichts verstehend
Schaut der stolze Blick des Fremden,
Kann nur nackte Demut sehen,
Wird das Leuchten nicht erkennen.
Euch, ihr heimischen Gebiete,
Mit der Kreuzeslast der Sklaven,
Hat der himmlische Gebieter
Seinen Segen angetragen.
1855
Nicht Gott hast du gedient, nur deinem Spiegelbilde,
Du dientest nicht einmal dem eignen Land.
Und alle Dinge, die du tatst, bösartig oder milde,
Es waren alles Lügen, leere Wahngebilde:
Kein Zar warst du, nur Schmierenkomödiant.
(1856)
Verstand wird Russland nie verstehn,
Gemeines Maß will auch nichts taugen:
Es hat ein sonderbares Wesen
An Russland kann man einzig glauben.
28. November 1866
Еще
в полях белеет
снег,
А воды
уж весной шумят
Бегут и
будят сонный
брег,
Бегут
и блещут и гласят...
Они гласят
во все концы:
«Весна идет,
весна идет!
Мы молодой
весны гонцы,
Она нас
выслала вперед!»
Весна
идет, весна идет!
И тихих,
теплых, майских
дней
Румяный,
светлый хоровод
Толпится
весело за ней.
(1830)
Молчи, скрывайся
и таи
И чувства
и мечты свои
Пускай в душевном
глубине
Встают
и заходят оне
Безмолвно, как
звезды в ночи,
Любуйся ими
и молчи.
Как
сердцу высказать
себя?
Другому
как понять тебя?
Поймет ли он,
чем ты живешь?
Мысль изреченная
есть ложь.
Врывая,
возмутишь ключи,
Питайся ими
и молчи.
Лишь
жить в себе самом
умей
Есть целый
мир в душе твоей
Таинственно-волшебных
дум;
И оглушит
наружный шум,
Дневнеые разгонят
лучи,
Внимай
их пенью и молчи!..
(1830)
С горы скатившись,
камень лег в долине.
Как он упал?
никто не знает
ныне
Сорвался
он с вершины сам
собой,
Иль
был низринут
волею чужой?
Столетье
за столетьем
пронеслося:
Никто еще
не разрешил вопроса.
1833
Я лютеран
люблю богослуженье,
Обряд их строгий,
важный и простой
Сих голых стен,
сей храмины пустой
Понятно мне
высокое ученье.
Не видите ль?
Собравшися в
дорогу,
В последний
раз вам веря предстоит:
Еще она не перешла
порогу,
Но дом
ее уж пуст и гол
стоит,
Еще она
не перешла порогу,
Еще за ней не
затворилась
дверь...
Но час
настал, пробил...
Молитесь богу,
В последний
раз вы молитесь
теперь.
1834
И чувства нет
в твоих очах,
И правды нет
в твоих речах,
И нет души в тебе.
Мужайся, сердце,
до конца:
И нет
в творении творца!
И смысла нет
в мольбе!
(1836)
«Все бешеней
буря, все злее
и злей,
Ты крепче
прижмися к груди
моей».
О милый,
милый, небес не
гневи,
Ах, время
ли думать о грешной
любви!
«Мне сладок
сей бури порывистый
глас,
На ложе
любви он баюкает
нас».
О, вспомни
про море, про бедных
пловцов,
Господь
милосердный,
будь бедным покров!
«Пусть там, на
раздолье, гуляет
волна,
В сей мирный
приют не ворвется
она».
О милый,
умолкни, о милый,
молчи,
Ты знаешь,
кто на море в этой
ночи?!
И голос
стенящий дрожал
на устах,
И оба,
недвижны, молчали
впотьмах.
Проза
приутихла, ветер
затих,
Лишь маятник
слышен часов
стенных,
Но оба,
недвижны молчали
впотьмах,
Над
ними лежал таинственный
страх...
Вдруг
с треском ужасным
рассыпался гром,
И дрогнул в основах
потрясшийся
дом.
Вопль детский
раздался, отчаян
и дик,
И кинулась
мать на младенческйи
крик.
Но в детский
покой лишь вбежала
она,
Вдруг грянулась
об пол, всех чувств
лишена.
Под молнийным
блеском, раздвунушим
мглу,
Тень мужа
над люлькой сидела
в углу.
Между
1831 1836
О, как на склоне
наших лет
Нежней
мы любим и суеверней...
Сияй, сияй, прощальный
свет
Любви последней,
зари вечерней!
Полнеба обхватила
тень,
Лишь там,
на западе, бродит
сиянье,
Помедли,
помедли, вечерний
день,
Продлись,
продлись, очарованье.
Пускай скудеет
в жилах кровь,
Но в сердце не
скудеет нежность...
О ты, последняя
любовь!
Ты и блаженство
и безнадежность.
1852 1854
Эти бедные
селенья,
Эта
скудная природа
Край родной
долготерпенья,
Край ты русского
народа!
Не поймет
и не заметит
Гордый взор
иноплеменный,
Что сквозит
и тайно светит
В наготе твоей
смиренной.
Удрученный
ношей крестной,
Всю тебя, земля
родная,
В рабском
виде царь небесный
Исходил, благословляя.
1855
Не богу
ты служил и не
России,
Служил лишь
суете своей,
И все дела
твои, и добрые
и злые,
Все
было ложь в тебе,
всё призраки
пустые:
Ты
был не царь, а
лицедей.
(1856)
Умом Россию
не понять,
Аршином
общим не измерить:
У ней особенная
стать
В Россию
можно только
верить.
1866