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Die Wikinger


Krönung Karl des Großen

Er hatte bis auf kleine Ausnahmen, die politische Einheit des Abendlandes erreicht. Bevor Karl zum Kaiser gekrönt wurde, gab es noch einige Schwierigkeiten. Erst nach dem Papstwechsel konnte Karl zum Kaiser gekrönt werden, weil er dem jetzigen Papst Leo III. 799 zur Hilfe und dadurch in Verhandlungen mit dem Papst treten konnte. 800 wurde Karl dann von Papst Leo III. zum Kaiser gekrönt. Damit seine Italienpolitik bestehen bleiben konnte, brach Karl mit den Langobarden und verstieß somit auch seine langobardische Gemahlin und heiratete Hildegard, die aus einem alemannischen Adelsgeschlecht stammte. Dadurch festigte er sich seine Position in Alemannien was vorher Karlmann gehört hatte. Durch den Tod Karlmanns war Karls Alleinherrschaft auf keinen Fall gesichert, da sein Bruder Söhne hinterließ, die allerdings noch zu jung waren, um von ihrem Erbrecht Gebrauch machen zu können. Karl legte diesen Konflikt zu seinem Gunsten bei und mußte das im Verlauf des 9. Jahrhunderts noch öfters wiederholen. Karl begann zwar etwas unsicher in seinen Regierungsgeschäften, daher konnte man nicht daraus schließen, daß er das Schicksal Europas so nachhaltig beeinflussen könnte. Seine Regierungszeit war geprägt von zahlreichen Kriegen. Bis auf ein Jahr (790) führte er immer Krieg. Bei seinen Kriegen stand der Sieg meistens auf seiner Seite. Böse Zungen sprachen davon, daß ihn das "Glück" regelrecht verfolgt hätte.

 Seinen ersten großen Erfolg verzeichnete Karl bereits Anfang 772, als er gegen Italien zog wohin Karlmanns Witwe geflohen und bei König Desiderius Schutz suchte. Der nächste Feldzug war gegen die Langobarden gerichtet, wie es die Päpste schon seit längerem gefordert hatten. Karl setzte sich als Ziel über die Langobarden zu herrschen was sein Vater nie beabsichtigt hatte. Er ließ sich von seiner Meinung auch nicht abbringen, trotzdem es ihm erst gelang, Pavia nach 9monatiger Belagerung, einzunehmen. Im Juni 774 fiel somit Karl nicht nur der Hofstaat und dessen Beamten in seine Hände, sondern auch noch der reiche Kronschatz. Desiderius verschwand in einem Kloster, sein Sohn konnte sich aber nach Byzanz retten. Nach dem Fall der Langobardenhauptstadt zerfiel das mächtige Reich der Langobarden schnell und widerstandslos. Auf Grund dessen, glaubte Karl, er könnte die langobardischen Amtsträger in ihren Ämtern belassen. Karl täuschte sich darin jedoch gewaltig und es bildete sich eine größere Aufstandsbewegung im Jahr 775 die ihr Zentrum in Friaul hatte. Karl konnte diesen Aufstand nur durch sein persönliches Eingreifen stoppen. Durch diesen Eingriff konnte er die fränkische Herrschaft wieder sichern und schickte dann fränkische Amtsträger nach Italien, wo sie vom König (also seinem Sohn Pippin) mit Amt und Ländereien ausgestattet wurden. Ab 774 führte Karl dann den Titel eines "Königs der Franken und Langobarden". Dadurch wurde die Langobarden zu einem zweiten Reichsvolk erhoben. Durch seinen ersten Italienzug begegnete Karl dem Papst Hadrian I., der von Anfang an auf die Zusammenarbeit mit den Franken setzte. Bevor Pavia fiel zog Karl nach Rom, wo er von päpstlichen Abgeordneten in Ehren empfangen wurde. Karl war der erste fränkische König, der bis Rom vorstieß. Er erreicht noch mehr als alle anderen, sogar langobardischen Könige, er schaffte es in Rom einzuziehen. Jedoch Beherrscher Roms sollte auch der Frankenkönig nicht werden. Während diesen Aufenthalts in Rom erneuerte er auch die gegebenen Versprechen seines Vaters bestimmte Teile Italiens dem Papst zu überlassen (die sogenannte Pippinische Schenkung) Karl verwirklichte jedoch nur einen Teil dieser Zusagen und Versprechen während seines zweiten Romfeldzuges (781). Er folgte dann dem Hilferuf des Emirs von Barcelona (777), wie er zuerst dem Hilferuf des Papstes gefolgt war. Damals war Spanien moslemisch. Karl schickte aber nur ein kleines Heer dorthin, welches er wohl nur zur Grenzverteidigung entsandte, aber nicht um Eroberungen zu tätigen. Dies geschah um 778. Erst 801 führte Karls Sohn Ludwig eine erfolgreiche Schlacht gegen Barcelona, das er zwar erst nach langer Belagerung zur Kapitulation zwingen konnte. Die spanische Mark, die bis zum Ebro reichte, konnte nun dem Frankenreich eingegliedert werden. Viel wichtiger als das eingliedern der spanischen Mark war jedoch die Eingliederung der Bayern und Sachsen. Die Franken verstanden nun anscheinend, daß man den bayerischen Adel auf seine Seite ziehen mußte, damit es nicht so verlief wie bei den Langobarden Trotz allem blieb ein Aufstand der Bayern nicht aus. Als es 787/788 zum Konflikt zwischen Karl und Tassilo dem Bayernherzog kam, hatte Tassilo durch den Papst keinerlei Rückendeckung mehr, denn dieser stand auf Karls Seite. Tassilo wurde im Jahre 788 im Sommer nach Ingelheim befohlen, wo er durch einen Hochverratsprozeß verurteilt wurde. Seine eigenen Landsleute sagten gegen ihn aus und verurteilten ihn zum Tode was Karl aber in lebenslängliche Klosterhaft abänderte und ihn somit begnadigte. Um das so gewonnene Land zu sichern, wohnte Karl zwei Winter lang in Regensburg. Danach setzte er seinen Schwager Gerold als Präfekten über Bayern ein. Obwohl es Tassilo nicht nachgewiesen werden konnte, daß er mit den Awaren paktiert hätte, steht fest, daß dieses Volk, welches seit mehr als 200 Jahren in Pannonien ansässig waren 788 einige Feldzüge gegen Bayern und Italien startete. Karl trat ihnen mit seinem Heer entgegen, wobei aber kein Sieg errungen werden konnte, denn die Awaren zogen sich immer tiefer nach Pannonien zurück. Wahrscheinlich war Karls Heer zu schwach. Die Awaren waren aber so entsetzt, daß sie es nicht mehr wagten, irgend einen Teil des fränkischen Herrschaftsgebietes anzugreifen. 795 erfuhr man im fränkischen Reich, daß sich innerhalb der Awarenstämme nun Kämpfe entfacht hatten. Diese Gelegenheit nützte Karl gleich aus und schickte ein kleines fränkisches Kommando aus, daß bis in das Zentrum des Awarenreiches vordrang. Im darauffolgenden Jahr, also 796 schickte Karl zwei Heere ins Awarenreich. Eines zog unter der Führung Pippins (Karls Sohn) donauabwärts, das andere stieß von Friaul aus nach Nordosten vor. Die Awaren ergaben sich aber ohne jeglichen Kampf und die Schätze, die die Awaren über viele Jahrzehnte hinweg, angehäuft hatten, fielen den Franken zu. Die Beute wurde teils unter den Kriegern aufgeteilt, teils der Kirche geschenkt. Die endgültige Unterwerfung der Awaren erfolgte erst im Jahr 803.

Karls schwierigste Kämpfe waren jene gegen die Sachsen. Um die Sachsen zu unterwerfen, benötigte Karl mehr als 30 Jahre. Bei seinen Kämpfen zerstörte Karl den den Sachsen heiligen Irminsul (mächtiger Baumstamm in einem heiligen Hain) Karl führte noch viel mehr Kämpfe. Hier wurden nur einige der wichtigsten angeführt. Jedenfalls beherrschte Karl am Ende seines Lebens ein Reich, mit einer Größenordnung von ca. einer Million Quadratkilometer. Diese Größe brachte natürlich auch noch große Verwaltungsschwierigkeiten mit sich. Außer Landerweiterungen führte Karl noch eine neue Schrift ein. Es war die "karolingische Minuske1" die man noch heute als unsere Druckschrift kennt. Am Anfang schrieb ich, daß Karls Hof das geistige Zentrum der genannt wurde. Nun will ich noch näheres dazu schreiben. Durch die bedeutenden Geistlichen konnte Karl an seinem Hof eine gut besuchte und für den Besuchenden Erfolg versprechende, Schule einrichten. Neben der Aufgabe des Lehrers, waren die Geistlichen auch noch am korrigieren christlicher Texte und der Niederschrift neuer biblischer Handmanuskripte beschäftigt. Karl ließ auch Gesetze neu verfassen und paßte die bestehenden an die gegebene Lage in seinem Reich an. Um 800 herum ließ sich Karl das gesamte Königsgut aufzeichnen und legte somit eine Inventarsliste an. Das berühmte "Capitulare de Villis" (Kapitular über die Königshöfe) enthielt genaue Vorschriften, wie es am Königshofe ablaufen mußte. Karl schrieb sogar vor, daß der Wald sorgfältig genützt, Pferde und Rinder gezüchtet, Weinberge angebaut und die Lieferungen für den Unterhalt des Königs und seines Hofes gesorgt werden mußte.


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