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Die Wikinger


Die Vanen - Gottheiten der Erde

Außer den Asen, gibt es eine zweite Götterfamilie, die Vanen (nordisch Vanir). Ihr Name ist rätselhaft, hängt aber wahrscheinlich mit dem nordischen Wort für „Freund” (isländ. vinur, dän. ven) zusammen.

Die Vanen sind freundliche, hilfreiche und lebensspendende Gottheiten, die mit der Erde und dem Wasser verbunden sind. Sie leben in den Wachstumskräften der Natur, geben den Feldern Frucht, sichern die Nachkommenschaft und sorgen für Frieden, Verständigung und Liebe, Freundschaft und sexuelle Beziehungen unter den Menschen. Eine altnordische Segensformel, die den Ritualen der Vanen entstammt, wünscht "gute Ernte und Frieden" (ár ok friðr). In einer isländischen Schwurformel, die drei Götter um ihre Hilfe bei der Erfüllung des Eides anruft, werden noch vor Odin die beiden wichtigsten Vanen genannt: „So helfe mir Njörðr und Freyr und der allmächtige Ase” (Hjálpi mér svá Njörðr ok Freyr ok hinn almáttki Áss).

Die Vanen sind Zwillingsgottheiten, die als Paare von Göttin und Gott erscheinen, die denselben Namen (z. B. Freyja/Freyr) tragen und vom selben Wesen sind. Über ihre Herkunft erzählt die Edda nichts näheres, doch ihrem Wesen nach ist klar, daß sie der Mutter Erde entstammen. Ihre Doppelnatur als Zwillingsgottheiten schließt natürlich beide Seiten ein, doch sie sind eher der "weibliche" Teil der polaren Ganzheit des Göttlichen, in der die Asen die mit Luft und Feuer verbundene "männliche" Seite vertreten. Dieses Konzept, das mit der chinesischen Yin-Yang-Philosophie und der psychologischen Polarität von Animus und Anima vergleichbar ist, stellt selbstverständlich keine Wertung dar: Beide Pole sind gleich wichtig, gleich wertvoll und heilig, aber auch, für sich allein genommen, gleich unvollkommen, denn nur zusammen ergeben sie die Ganzheit. 


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