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Die Bereitung von Met (Honigwein)
Die Wikinger bereiteten den Met, indem sie den in den riesigen Wäldern
massenhaft vorkommenden Bienenhonig einfach mit Wasser verdünnten. Der
französische Name ‘Hydromel’, d.h. Honigwasser, ist daher sehr
richtig. Durch Gärung gewann der Met wesentlich an Geschmack und wurde so
das Nationalgetränk der trinkfrohen Germanen. In ihren Liedern und Sagen
konnten sie den Met nicht genug verherrlichen.
Das Prinzip der Metbereitung besteht einfach darin, daß die im Honig
enthaltenen Zuckerarten Traubenzucker und Fruchtzucker durch Gärung in
Alkohol umgewandelt werden.
Ein stärkerer Met wird auf folgende Weise gemacht: es werden 40 Pfund des
besten Honigs mit 250 Pfund weichen Wassers in einem Kessel bis ungefähr
auf die Hälfte oder ein wenig darunter eingesotten. Die hierauf abgekühlte
und nur noch lauwarme Flüssigkeit wird in ein Weinfaß gegossen, welches
inwendig mit Sauerteig bestrichen ist; oder es wird auch etwas Hefe
zugesetzt, damit die Gärung beschleunigt wird. Dann näht man in ein länglich
geformtes, plattes Leinensäckchen folgende Gewürze: 25g Nelken, 66g
Zimt, Pfeffer, Ingwer und Paradieskörner je 16g, alles grob zerstoßen.
Das Gewürzsäckchen wird in den Met hineingehängt und während der
ganzen Gärungszeit darin gelassen. Nach der Gärung wird das Faß den
Wintrer hindurch im Keller zugesprundet gelassen, später wird der Met in
ein anderes Faß abgezogen. Sobald er klar ist, kann er getrunken werden.
Je älter der Met ist, desto besser schmeckt er. Gut ist auch folgendes
Verfahren: Es wird reinster Honig genommen, ein jedes Pfund von ihm mit
sechs Pfund Wasser vermischt und dann in einem Kessel unter beständigem
Abschäumen gekocht. Dies geschieht solange, bis die Flüssigkeit so dick
wie Honig ist. Dann kocht man sie wieder mit ebenso viel Wasser, unter
beständigem Abschäumen, aber jetzt nicht so lange, sondern bis sie ein
hineingelegtes Ei kaum noch trägt, und preßt dieses Honigwasser durch
ein Tuch, daß es rein werde. Je weniger man das zweite Mal Wasser nimmt,
und je länger man ihn einkocht, desto stärker wird der Met. Das
Honigwasser füllt man noch warm (aber nicht mehr heiß) in ein Faß, und
gibt etwas Bier oder Weinhefe hinzu, und zwar zu jedem Eimer Met
vielleicht zwei Pfund (Es ist gut vor dem Füllen des Faßes
festzustellen, wieviele Eimer Met vorhanden sind). Der Weingeist schneidet
die Hefe ab, macht den Met hell und bewahrt ihn vor der Essigsäure.
Der Met schmeckt angenehmer, wenn man Kräuter und Gewürze, z.B. Zimt,
Nelken, Kardamomen, Kalmus, Ingwer zu Pulver reibt, in ein Säckchen wie
es vorhin beschrieben, einlegt, in letzteres einen ganz sauberen
Kieselstein von entsprechender Schwere hineinlegt, damit dieser das Säckchhen
zu Boden ziehe, und dann das Säckchen ins Faß hineinsteckt. Wenn der Met
drei bis vier Wochen gegoren hat, ist er reif zum Trinken.
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