Non scolae sed vitae discimus
- Indiana Eckhardt und der letzte Kreuzzug-

Difficile est saturam non scribere" [Es fällt schwer (darüber), keine Satire zu schreiben], wie der Lateiner sagt. Trotzdem wagen sich zwei todesmutige Gladiatoren in die Höhle der Lehr...äh.. des Löwen, um das Unbeschreibliche, also die Abschlussfahrt der Leistungskurse Deutsch, Englisch und Französisch zu Papier zu bringen, getreu dem Motto "Non scolae sed vitae discimus"
(Nicht für die Schule, sondern für das Leben lernen wir). Und wo wir schon mal bei Italien und Latein sind, haben wir dieses denkwürdige Ereignis in
(Lebens-)Lektionen zusammengefasst, damit ihr bei eurer nächsten Kursfahrt einfach nachschlagen, und somit alles ohne größere "Pannen" bewältigen könnt.

Lektion I:
"Panem et circenses"
Brot und Spiele im Dreisterne Hotel "Luciani"

Die wegen des preiswerten Angebots niedrigen Erwartungen erfüllten sich voll und ganz. Wasserfälle von Bad zu Zimmer, unabgedichtete Decken, von denen Kabel runterhingen, bereits zerstörte Einrichtungen und der claustrophobische Gesamtzustand, ganz abgesehen vom fünf Sterne- Frühstück (zwei luftgetrocknete Brötchen, einmal Butter, einmal Marmelade und ein "Café au froid"(lauwarmer Malzkaffee, ohne Koffein) warfen bei uns zuerst die Frage auf: "Hätten wir nicht vielleicht doch 100 DM mehr ausgeben können?" Gott sei Dank klärte der Portier uns über seine Vorstellungen in perfektem Englisch auf: "I´m very serious" auch wenn seine Nachtvertretung nach der Besichtigung eines Zimmers einen anderen Eindruck vermittelte: "It looks pig in here !/ I don't want you to play the guitar ...people want to sleep" Allerdings fanden wir mit der Zeit geeignete Wege, die Portiers zu umgehen, und uns eine schöne Zeit, auch im Hotel zu machen. Auch die Rausschmissdrohungen blieben dank unserer erfahrenen Führer leer.
Fazit: Zwei Sterne gekauft, einen gewonnen; Das zentral gelegene Hotel Luciani ist einen Besuch wert, wenn man auf Abenteuerurlaub inklusive Überlebenstraining steht. Ansonsten tut es auch Türks Schweinestall.

Lektion II:
"Veni, vidi, vidi...":
Wir kamen, und sahen , und sahen...

Rom ist eine Reise wert! Seid euch hierbei jedoch darüber im klaren, dass mit diesem Satz der Imperator Magister (der Tutor) für mindestens acht Tage die totale Kontrolle über eure Füße hat. Wie wir schon kurz nach unserer Ankunft feststellen mussten, gibt es in Rom eine Vielfalt verschiedenster Häuser, Hallen,
und insbesondere Kirchen. Bauwerke, die nur darauf warten, von kulturbesessenen Schülergruppen bis ins letzte ausgekundschaftet zu werden und zwar "per pedes non Mercedes": Mit der Metro, zu Fuss oder beides, wobei es dem einen oder anderen recht schwer fiel, von seinem PKW Abstand zu nehmen (Wenn ich jetzt noch einen Schritt geh', sterbe ich- Wir sind grade vorm Hotel ! ? ). Dabei führt der Tutor seine Untergebenen stets mit eiserner Hand an die Grenzen ihrer körperlichen und geistigen Belastbarkeit, zumindest in den Anfängen ( Carmen, sag 'mal 'was zum Circus Maximus! - War der hier ? ). Somit wurde jede Sehenswürdigkeit besichtigt, und von zahlreichen Experten gedeutet (Sind das die apokalyptischen Lämmer?), wobei der Zeitplan allerdings von Tag zu Tag aufgelockert wurde (Wer jetzt nicht fährt, der bleibt eben hier!)
Fazit: Zahlreich Sehenswürdigkeiten, die in der Knappheit unserer Kursfahrt (10 Tage) allerdings zu leichten Ansätzen kultureller Übersättigung führen konnten...

Lektion III:
"In Vino veritas"
Im Wein liegt Wahrheit - und die ist in Italien sehr
preiswert !

Rom, das hieß für viele Schüler Abschied nehmen von guten deutschen Spirituosen hin zum Rausch billiger Tischweine oder Schlimmerem. In Rom ist das mit den Lebensmitteln sowieso eine zweiseitige Medaille...(Was wollt' der für die Cola ? -Acht Mark...hätt' ich denn nein sagen sollen?) Nachdem wir die ersten Anzeichen eines trockenen Rachens, und jeden, der uns "roses and souvenirs" andrehen wollte meist in den frühen Abendstunden beseitigt hatten, verbrachte man die Nächte entweder im Hotel mit seinem nicht enden wollenden Freizeitangebot (Trinken, Gesellschaftsspiele, Trinken, Musizieren mit Dirk P.& Co.) oder machte sich mit einer Gruppe Schüler (Tres faciunt collegium- Drei bilden einen Verein) auf den Weg in die malerische Innenstadt. Hierbei wurde als Treffpunkt immer mehr die spanische Treppe gewählt wurde. Nicht so sehr, weil sie obendrein sehenswert war oder es dort die besonders schönen Souvenirs gab, sondern vielmehr, weil eine Gruppe von drei bis sechs italienischen Gitarrenspieler regelmäßig fast alle Kurse in Italien unterhielt, und uns gleichzeitig herumführte ( Wir müssen hier jetzt Schluss machen...lasst'uns woanders hingehen).Dies gelang ihnen so gut, dass Indiana Eckhardt am zweiten Abend, als wir dieses Highlight zum ersten mal entdeckt hatten, halb verängstigt, halb beglückt meinte: " Ich glaub', die Kursfahrt fängt jetzt erst an!".
Fazit: Ein Vielfältiges Unterhaltungsprogramm macht Italiens Nachtleben zu einem Erlebnis, man muss nur wissen, wo es zu finden ist!

Lektion IV:
"Viribus unitis"
Das Venis & Eckhardt & Ring & Brocker & Otten
& König-Nickel -Team

Eine so geradezu geniale Zusammenstellung von Lehrern für eine Kursfahrt hat Gottes grüne Erde wohl selten zu Gesicht bekommen! Schon vor Beginn wussten wir von Herrn Eckhardt: "Wer mitfährt? Die LK- Lehrer und Herr Otten als weibliche Begleitung". Hinzu gesellten sich zum einen Bianca Venis, eine Exschülerin mit hervorragenden Sprach- und Ortskenntnissen (Bianca, wo müss' mer lang? Frach den da doch mal !), sowie der stimmgewaltige Herr Brocker, der durch seine scharfsinnigen Kommentare (Vor dem Petersdom, wo einige wegen der strengen Kleidervorschrift, die keine kurzen Hosen gestattete warten mussten: Hömma die können froh sein wenn die die Hütte überhaupt noch voll kriegen ) und sein selbstbewußtes Auftreten gegenüber den temperamentvollen Italienern auffiel ( Ich zeig dir gleich was, uns hier die Kinners fast tot fahren du LNMU! (Non liquet)!) . Mit diesem effektvollen Sextett verbrachten wir ebenfalls einige schöne Augenblicke, die meistens jedoch in welcher Form auch immer ausarteten. Dieses Ausarten ging von dem professionellem Filmen Happy Ottens (Da! Film die, die grade die Treppe hochschlurfen, mit der raushängenden Zunge!), über eine gigan-
tische Wasserschlacht in einem Park am Forum Romanum, die den Höhepunkt der Fahrt markierte (Brocker: Gleich zieh' ich die Hose aus, dann geht aber hier die Post ab), bis zu fachkundigen Ratschlägen in puncto Weintrinken (Eckhardt: Gib' mir mal 'nen Schluck...Das is' kein Kopfschmerzwein, den kannste trinken/ Venis: Pack' die Flasche oben an, sonst wird das Zeug warm und du bleibst morgen im Hotel. ).
Fazit: Mit diesen vereinten Kräften wurde uns zwar so manch harter Vor- und Nachmittag, aber auch für alles entschädigender, unvergesslicher Abend bereitet!

Fabula docet
"Omne tulit punctum, qui
miscuit utile dulcit"
Gesamtfazit: Aller Beifall ist dem gewiß, der Heilsames (bzw. Lehrreiches)mischt mit Süßem! Wir denken, dass dies unseren Begleitern gelungen ist. Die Kombination aus kultureller Weiterbildung und Freizeitspaß im richtigen Verhältnis und in einer traumhaften Stadt, die wie keine andere antikes und modernes Leben verbindet, machte die Stufenfahrt zu einem Highlight des auslaufenden Jahrtausends. Auch wenn nicht alles glatt gelaufen ist ( Busfahrer: Passt das da oben ?- Jaha !...Meinte der jetzt die Sitzverteilung oder den Torbogen vor uns? -quietsch-).

Frank Enders, Mathias Kluth