GK Mathe

 
     
  Lehrer:
Herr Buhl
 
     
 

Des Wahnsinns fette Beute
Die Geschichte eines Lehrers wider Willen
und eines glorreichen Kurses.

 

Welcher Lehrer würde wohl mit dem Titel "Des Wahnsinns fette Beute" besser beschrieben werden können als Albin Buhl, der Götterbote der Mathematik. In seiner langen Karriere prägte er Begriffe wie "buhlsche Algebra" oder "buhlsche Logik".

Frisch und unverbraucht, wie am ersten Schultag, machte sich Herr Buhl an die neue Aufgabe heran, endlich die wackeren Oberstufenschüler zu unterrichten. Obwohl dieser Lehrkörper mit dem schweren mathematischen Wissen bis in die Haarspitzen vollgestopft war, vollbrachte er athletische Höchstleistungen beim Sprint zu den Unterrichtsräumen, um auch ja keine Sekunde des wertvollen Mathematikunterrichts zu verpassen. An fachlicher Kompetenz war Herr Buhl ebenfalls nicht zu überbieten. Dies merkte vor allem bei seinen blitzschnellen Kopfrechnenmanövern ("Drei geteilt durch vier ist ungefähr zwölf." Schüler: "Herr Buhl, drei geteilt durch vier ist nicht zwölf." Herr Buhl: "Doch ist es, da bestehe ich drauf."). Mit langen Höflichkeitsphrasen verschwendete Herr Buhl ebenfalls keine Zeit, sondern forderte die Schüler immer kurz und direkt auf mathematische Wundertaten zu vollbringen ("Anne, zack, zack, an die Tafel und mach mal."). Mit nahezu preußischer Disziplin führte er den Unterricht

Nichtsdesdotrotz war Herr Buhl immer zu Späßen aufgelegt ("Romana, zack, zack, an die Tafel. Im Laufschritt, bitte, denn du bist sowieso schon viel zu fett!"). Deswegen war es auch nicht zu übersehen, dass Herr Buhl immer um das körperliche Wohlbefinden seiner Schüler besorgt war. So traten Probleme mit Übergewicht in unserem Kurs selten auf.
Spätestens zu Beginn der Stufe 12 aber merkten einige Schüler, die bis dahin immer vor Augen hatten, das Abitur vielleicht doch irgendwie zu bestehen, dass ihre Träume durch die hohen Leistungsanforderungen des Herrn Buhl, der sich immer am Leistungsstand des Mathe-LK von Herrn Heiß orientierte, zunichte gemacht wurden. Nicht umsonst fragte Herr Buhl den Kurs immer wieder: "Sind jetzt alle Klarheiten beseitigt?", und der Kurs antwortete einstimmig immer: "Ja." (Vielleicht meinte Herr Buhl seine Frage ja als Scherz, unsere Antwort war allerdings immer die Wahrheit.)

Ob Herr Buhl in Zukunft wieder Schüler quälen wird, ob auch der nächste Kurs an der buhlschen Logik verzweifeln wird und ob Herr Buhl mehr als nur einen roten Pullover hat, erfahrt ihr im nächsten Heft. Liebe Schüler, die ihr ebenfalls potentielle Opfer der Mathematik seid, hiermit schließen wir die Chronik unseres Kurses und sind froh, dass wir endlich unser Abi haben. Halleluja!

Regelwerk für den Buhl`schen Mathematikunterricht

Präambel:

Seit je her gibt es immer Spannungen zwischen Lehrern und Schülern im Unterricht. Diese werden höchstwahrscheinlich durch unbekannte und nie ausgesprochene Erwartungen der Lehrer an die Schüler hervorgerufen. Die Schüler sind zu Anfang eines Kurses nicht in der Lage, diese unbekannten Erwartungen intuitiv zu erraten und zu erfüllen. Das bedingt einen langen Lernprozess, der manchmal Monate, in den meisten Fällen aber Jahre andauert. In dieser Zeit, in der die Schüler nun alles tun, um diese ungeschriebenen Gesetze herauszufinden und sich möglichst auch an diese zu halten, wird so manche gute Note durch nicht erfüllte Erwartungen verschenkt. Das nachstehend aufgeführte Regelwerk besteht seinerseits aus den Erfahrungen und Forschungen aus drei Jahren Mathematikunterricht bei Herrn Buhl, welche an nachfolgende Schülergenerationen weitergegeben werden sollen.

1. Herr Buhl hat immer Recht.
2. Wenn Herr Buhl einmal nicht Recht hat, dann besteht der darauf Recht zu haben bzw. 1. tritt automatisch in Kraft.
3. Im Mathematikunterricht bei Herrn Buhl gilt: 3 : 4 = 12
4 .Grundsätzlich sind alle Schüler viel zu fett.
5. Mathematik ist "geil"!!!
6. Sexismus im Mathematikunterricht seitens des Lehrers ist völlig in Ordnung.
7. Es gibt keine Zahlen zwischen 21 und 25.
8. Herr Buhls Vorstellung eines perfekten Mathematik-Grundkurses ist der Mathematik-Leistungskurs von Herrn Heiß.
9. In drei Wochenstunden Mathematikunterricht kann man genauso viel Stoff durchnehmen wie in einem halben Jahr Mathematikunterricht mit jeweils fünf Wochenstunden.
10.1. Pünktlichkeit ist die höchste Tugend. Zu spät kommen wird mit Tafelputzen bestraft.
10.2. Diese Regelung gilt nicht für den Lehrer.
10.3. Ist die Tafel schon geputzt worden, muss Herr Buhls Auto gewaschen werden.
10.4. Ist auch die Strafe des Autowaschens schon vergeben worden, muss das Auto als Steigerung im Bikini gewaschen werden. Diese Regelung gilt übrigens für
alle Schüler, auch die männlichen.


Thomas Baum