LK Englisch
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| Lehrer: Herr Steinhauer |
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| Schüler: N. Becke, F. Bremer, S. Clemens, K. Dietrich, An. Döhmen, A. Donell, F. Enders, O. Ginzl, J. Heitmann, M. Heyers, A. Kamp, V. Klingenberg, M. Kopp, J. Lamberger, R. Leuthardt, E. Lühl, D. Pannhausen, D. Pippich, H. Plaath, J.-P. Schlüter, C. Winkler |
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Englisch LK featuring "Chefkoch" Steinhauer |
Sicherlich
kennt jeder Schüler dieses Gefühl: Neuer Lehrer, neues Glück.
Zumindest hatte der angehende Englisch- LK zu Beginn der 11/2
recht große Hoffnungen, denn nach einer gewissen Zeit, die man
am Gymnasium Korschenbroich verbracht hat, will man sich nicht
mehr so leicht auf den Zufall verlassen. Immerhin erwarteten wir
keinen gewöhnlichen Lehrerwechsel, sondern einen
"Neuankömmling". Wir sollten der erste LK des neuen
Lehrers sein und niemand hätte unsere Hoffnung, aufgrund
schlechter Erfahrungen, die wir bereits früher gemacht hatten,
zerstören können. Mehr oder weniger gespannt erwarteten wir am
Tage X diesen "Herrn Steinhauer", von dem sich keiner
ein wirkliches Bild machen konnte. Unsere Blicke richteten sich
also auf die Tür. Schritte näherten sich. Langsame, schwere
Schritte. Herein kam "Herr Steinhauer", der nun
wirklich nicht den Eindruck machte, als würden vor uns fünf
Halbjahre des Paradieses liegen, denn die Namensgebung und der
schwarze Anzug, den er an diesem Tag trug ließen doch eher auf
eine konservative Unterrichtspolitik schließen. Mit einem
freundlichen "Ich möchte mit euch hier rein lerntechnisch
'mal 'was neues ausprobieren. Das kennt ihr vielleicht - Ist
ungefähr so wie das erste Mal Alkohol trinken "entpuppte
sich jedoch als "cooler" und "fescher"
Jüngling.
Sein lässiges Wesen hatte dementsprechend manchmal auch
Auswirkungen auf den Unterricht, und so gab es auch schon mal
Stunden, die 9½ Minuten später anfingen oder eine Viertelstunde
früher endeten, da wir "jetzt alles besprochen"
hatten. Der Elan, uns noch etwas neues beizubringen, verlief sich
dann auch schnell im Sande, da unser 17 Mann (oder sollten wir
besser sagen - Frau) starker Kurs mindestens zwölf
"Leistungsträger" und knapp fünf
"Leistungserträger" enthielt ...
Oder war Herrn Steinhauer eventuell die Lust vergangen?
Jedenfalls bemühte er sich um den Zusammenhalt des Kurses und
überließ uns weitgehend die Entscheidung über den Ablauf des
Unterrichtes. Gab es dennoch mal Probleme, war Herr Steinhauer
stets bemüht mit einem "Jetz' lasst uns doch 'mal kurz
darüber reden" auf die Unterrichtsebene von
"Eigentlich haben wir uns alle lieb!" zurückzufinden.
Es blieb natürlich nicht aus, dass sich einige Teilnehmer dem
Unterricht entzogen, da ihre Motivation durch die
"Gleitzeit-Tätigkeit" im Englisch-LK nicht gerade
gesteigert wurde. Ein Grund hierfür waren vielleicht auch Herrn
Steinhauers Monologe , die meist sogar in philosophische Ansätze
ausarteten. Herr Steinhauer plauderte nämlich allzu gerne aus
dem Nähkästchen. (Was bei einer Staatsprüfung nicht so alles
passieren kann...)
Nach kurzer Eingewöhnungszeit hatte uns Herr Steinhauer
jedenfalls richtig lieb gewonnen, und im Gegensatz zum Lerneffekt
stieg die Motivation an, aufgrund der schnellen Planung der
Kurstreffen. (Wer bringt was mit? Was kochen wir? - Okay, dann
bis nächsten Mittwoch...). So veranstalteten wir in den uns
verbleibenden fünf Halbjahren noch zahlreiche Treffen, bei denen
uns "Chefkoch" Steinhauer lecker bekochte, uns dazu mit
Gitarrenmusik und Gesang unterhielt und uns versicherte:
"Bis Ostern hab ich mit meiner Spezialdiät wieder zwanzig
Kilo 'runter". Begrüßungen zum Unterricht lauteten dann
auch schon mal "Herr Steinhauer, was macht die
Osterdiät?", worauf er dann natürlich prompt seine Erfolge
bekanntgab.
Natürlich haben wir auch richtig gearbeitet: Herr Steinhauer
hatte immer den passenden Film zum Buch und nach der Klausur gab
es dann auch immer das Buch zum Film. So zum Beispiel das
berühmte "Clockwork Orange", über dessen
literarischen Gehalt die Lerngruppe, gelinde gesagt, geteilter
Meinung war.
Störfaktoren dieses idyllischen Kurses waren sowohl für uns als
auch für den mit uns leidenden Herrn S. die Referendare, die mit
ihrem Überschuss an pädagogischer Energie immer den Anschein
machten, als würden sie sagen: "Oh! Endlich lebende
Versuchsobjekte". Nicht selten nervten sie mit Maßnahmen
wie Collagenerstellungen oder anderen lustigen Bastel- und
Gruppenspielen. Dabei lernten wir jedoch immerhin eine Menge
über "afföhmadif eckschn" (affirmative action;
Maßnahme gegen Diskriminierung von Frauen und Farbigen am
Arbeitsplatz) und "reverse discrimination" ( Ganz nah'
am Ernst des Lebens!).
Letzteres bekamen nämlich auch schon einmal die männlichen
Kursteilnehmer zu spüren...
Rückblickend denken wir, dass es eine heitere und lehrreiche
Zeit gewesen ist, die wir so schnell sicher nicht vergessen
werden. Getreu dem Motto: "Ich wollte ja schon immer 'was
mit dir machen- Jetzt mache ich halt Englisch mit dir..."
Frank Enders
und Romana Leuthardt