LK Mathe |
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| Lehrer: Frau Heitzer |
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| Schüler: N. Becke, C. Beginn, F. Bremer, F. Bumbullies, M. Ferfers, O. Grabaum, J. Kallen, B. Krüger, M. Lambertz, T. Lissek, F. Lohse, D. Neumann, S. Schlösser, J.-P. Schlüter, B. Schwanke |
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SOS
aus dem Regelwald |
Mai 2000 in einem uns allen wohlbekannten Raum:
15 schwitzende Schüler brüten über mit für den Normalmenschen
völlig unverständlichen
Zeichen(z.B.cosx/e^x=int(x^4))gefüllten Blättern. Plötzlich
ein Aufschrei! Einer der Leidgeplagten springt auf, öffnet ein
Fenster und ...
Wie es dazu kommen konnte, wer Schuld daran gewesen ist und wer
die Konsequenzen zu tragen haben wird - lest jetzt den bisher
unveröffentlichten Mathe-
LK - Exklusivbericht!
Wie alles begann.
Im Januar 1998 machte sich ein tapferes Trüppchen derer, die
kurz vorher den fatalen Fehler begangen hatten, auf ihrem
Wahlzettel neben dem Wort "Mathematik" das ja an sich
harmlose Kürzel "LK" zu malen, in eben diesem Raum, in
dem sich gut zwei Jahre später oben geschilderte dramatische
Szenen abspielen sollten, auf den langen und beschwerlichen Weg
durch den gefährlichen Dschungel der Mathematik. Bald stellte
sich heraus, dass wir nicht nur mit erwähnten Gefahren (wie sich
von der Seite anschlängelnden Kettendifferenzialen oder von den
Bäumen fallenden Physikaufgaben) zu kämpfen hatten, sondern
dass es das Ziel unseres einheimischen Führers Johanna Heitzer
auch war, eine anscheinend bereits lange vor uns gestartete (wie
sonst ist es zu erklären, dass sie nie in Sicht- , geschweige
denn in Hörweite geriet???) unter der Leitung von Peter Heiß
einzuholen. Diesen überaus harten Umständen fielen bald die
ersten Teilnehmer zum Opfer (an dieser Stelle noch mal besondere
Grüße an Maike und Mareike - war schön, euch dabei gehabt zu
haben!). Leider waren ihre Opfer umsonst: Die tieferen
Geheimnisse der Analysis blieben auch in der 12/1 für gut 80%
des Kurses ein Buch mit sieben Siegeln. Und so kam es dann auch,
dass Frau Heitzers Kampf gegen die Windmühlen in dieser Stufe
besonders fruchtlos blieb: Als wir noch die letzten Unklarheiten
der Differenzialrechnung beseitigten, beschäftigte sich der
parallele LK schon mit Volumenintegralen, als wir diese endlich
mit Mühe und Not erreicht hatten, musste Herr Heiß mangels
Stoff auf die 12/2er -Themen ausweichen, usw....
Der Dschungel verwandelte sich mehr und mehr in eine trockene
Wüste und die Mathestunden in endlos erscheinende Märsche gegen
Sandstürme. Woran lags? Vermutlich an der
Unterschiedlichkeit der Expeditionsteilnehmer. Während Frau
Heitzer (zusätzlich noch angetrieben von der heißschen Fata
Morgana in der Ferne) und zwei bis drei andere
Safari-Spezialisten allen Widrigkeiten der Mathematik mit Mut und
Tapferkeit entgegentraten, versuchten sich die anderen in deren
Windschatten durch ein für sie undurchdringliches Formelgewirr
zu schlagen. Dabei verdurstete bedauerlicherweise wieder ein
Teilnehmer , bevor er mit uns anderen 16 die rettende Oase Haus
Eich (mathefreie Woche zwischen Analysis und Stochastik)
erreichen konnte.
Wie es weiterging.
Nicht besser. Auch mit (mal wieder nur männlicher) Verstärkung
und wirklich viel gutem Willen beim neuen Thema gelang es uns
nie, den LK M 2 einzuholen. Stets waren sie mindestens 100 Seiten
im Buch weiter, was unsere Führerin zur Verzweiflung brachte,
uns aber nur insofern berührte, als wir dadurch nie (eine
Ausnahme bestätigt die Regel) auch nur eine Minute unserer
insgesamt etwa 350 (mit eingerechnet ein paar
"freiwillige" nachmittägliche Unterrichtseinheiten)
Mathestunden für etwas anderes als die Mathematik verwendeten,
auch wenn sich die erste Reihe redlich um Ablenkung bemühte
(Kursfahrt? Ausflüge? Nachhilfekinder? Kurstreffen?). Auch die
zwischenzeitliche Unterstützung unserer Safari-Leiterin durch
Herrn Hellner konnte wegen gewisser Kommunikationsschwierigkeiten
nichts an der Lage ändern. So vergingen die Stunden eine wie die
andere
Beginnend mit den Hausaufgaben (Heitzer: "Ich möchte auch
mal mit jemand anderen als Barbara und Michael
zusammenarbeiten.") hinweg über
- theoretische Erklärungen ("Nicht so schnell, Frau
Heitzer, wir können nicht gleichzeitig zuhören und
abschreiben" (die breite Masse)) sowie
- Vorrechnen von Beispielen (Michael oder Barbara:" Da ist
aber irgendwo ein Fehler.") bis zur
-neuen Hausaufgabe (Heitzer:" Findet meinen Fehler!")
- bis heute.
Wie es endet...
... liegt noch im Dunkeln. Die erschreckende Zukunftsvision vom
Beginn des Textes ist noch keine Realität, aber doch ein
wahrscheinlicher Entwurf unserer Abiturprüfung - falls nicht
vorher noch ein Wunder geschieht und
- irgendein Virus zerstört DERIVE
- Thomas und Frederik passen eine Stunde ununterbrochen auf
- Frau Heitzer schafft es etwas zu erklären, ohne uns durch noch
nie gesehene Formelzeichen ("Wie, das kennt ihr
nicht?") oder eigene Fehler zu verwirren
- Claudia hat einmal ihre Stifte, ihr Buch und ihre Hausaufgaben
dabei.
P(E1vE2vE3vE4)=0. Aber: Wunder geschehen immer wieder!
Ich weiß nicht, ob es mittlerweile immer noch jemanden gibt, der
die Kettenregel nicht verstanden hat oder die Eulersche Zahl e
für eine Variable hält, wage es aber zu bezweifeln, denn:
"Steter Tropfen höhlt den Stein". In diesem Sinne
seien Sie nicht allzu traurig, Frau Heitzer - schließlich ist es
doch letztendlich der gute Wille, der zählt (außerdem haben die
da vom anderen LK sowieso die Hälfte des Stoffes
überschlagen!).
Und wenn auch manches (Atmosphäre) hätte besser sein können,
so danke ich Ihnen doch trotzdem für Ihre tapferen und unendlich
geduldigen Bemühungen im Kampf gegen die Mathe-Ignoranten!
Barbara
Krüger