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| ALTRIP: |
Trachten-Ausstellung des
Heimat- und Geschichtsvereins führt in die Kleidergeschichte
des 19. Jahrhunderts |
Der Altriper Fischer Michel und seine Frau
Lisett in ihrer schlichten, aber kleidsamen Tracht hatten am Wochenende
ihren großen Auftritt. Bereits am Freitag, als die Rekonstruktion
der Altriper Tracht erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt
wurde, kamen über 100 Besucher ins Bürgerhaus Alta Ripa,
und auch am Wochenende nahmen viele die Gelegenheit war, die Ausstellung
des Heimat- und Geschichtsvereins zu besuchen.
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Mühevolle Kleinarbeit: Aus spärlichen Vorlagen
haben Heike Just (links) und Elke Knöppler die frühere
Tracht der Altriper rekonstruiert.-
FOTO: LENZ
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Mit dem großen
Interesse habe niemand gerechnet, freute sich Vorsitzender
Karl-Gerhard Schreiner bei der Begrüßung des Publikums
am Freitagabend. Anhand von spärlicher Literatur und
nur zwei Schwarz-Weiß-Fotos haben die Organisatorinnen
Elke Knöppler und Heike Just aus der Rheingemeinde in mühevoller
Kleinarbeit die Tracht der Altriper aus dem 19. Jahrhundert
aufleben lassen. Schreiner dankte den beiden und ihren Helfern
dafür. "Experimentelle Kleiderforschung"
nannte Dr. Ludger Tekampe die Vorgehensweise der beiden "Forscherinnen",
die sich um authentische Stoffe, Zubehörteile und Schnitte
bemüht hatten. "Eine besonders wertvolle Arbeit",
die Nachahmer finden sollte, regte Tekampe an. |
Dem interessierten Publikum, das den Ausführungen
gespannt lauschte, stellten Elke Knöppler und die Damenschneidermeisterin
Heike Just die im wahrsten Sinn des Wortes vielschichtige Kleidung
vor. Die zu Beginn bis auf die Unterwäsche entblätterten
Schaufensterpuppen wurden mit Manchester-Hose und Rock, Gilet,
Wams und gepolstertem Leibchen und vielem mehr bekleidet, bis
Michel mit einem ausladendem Filzhut und Lisett mit weißer
Haube in ihrer ganzen Ausgehpracht auf der Bühne standen.
Sogar ein so genanntes Exkisekörbchen,
in dem die Altriperin von einst ihre Handarbeit mit zum Spaziergang
nahm, hatten die beiden Forscherinnen ausfindig gemacht. Kein
Wunder, dass bei so viel liebevollem und persönlichem Engagement
die Zuschauer sich mit einem wiederholten und lang anhaltenden Applaus
für die spannende Reise in die Kleidergeschichte des 19.
Jahrhunderts bedankten.
"Man kann sich gar nicht vorstellen,
dass Altrip eine Tracht hatte", fasste Besucherin Angela
Stemmler das Erstaunen der Mehrheit zusammen. "Viele Altriper
glauben es eigentlich nicht", bestätigt Elke Knöppler
die erst skeptische, aber dann stolze Reaktion der meisten Besucher
auf die gelungene Rekonstruktion.
Die Ausstellung insgesamt bot einen
aufschlussreichen Überblick über Pfälzer Trachten
und als Kontrast zu deren schlichtem, farblich gedecktem Ausdruck
einen Vergleich mit einer üppigen hessischen Tracht. Die Verarbeitung
von Flachs wurde gezeigt und Kinder bastelten Flachspuppen.
Vor einem bis auf den letzten Platz gefüllten Haus trat am
Sonntag die Mutterstadter
Volkstanzgruppe auf. (mmö)
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