Zeichnungen:
Das Characterdesign ist etwas gewöhnungbedürftig, aber durchaus zur Serie passend. Die Animationen
sind für eine TV Serie auf einen sehr hohen Level - es wird praktisch kaum mit gezwungenen Standbildern
gearbeitet, egal ob in einer Disko oder auf der Straße, alle Personen bewegen sich.
Ebenso ist die "Komposition" (Blickwinkel, Schnitte) der einzelnen Szenen eine Klasse für sich, und geben Lain eine ganz eigene Ästhetik wie sie aber zu einer so Experimentellen Serie durchaus passt. Musik: Abgesehen von den schönen Opening Song bietet Lain relativ wenig fürs Ohr. Der Endingsong ist mit seinen Krächzenden wohl in kürze an Lungenkrebs sterbenden Sänger eine Qual für die Ohren und auch die Hintergrundmusik in der Serie besteht mehr aus Ambientgeräuschen und Suggestiven klängen ala Ghost in the Shell die die ganze Zeit im Raum schweben, und fallen höchstes ein paar schnellere Stücke im "Netz" oder Diskos auf. Garnatiert kein Soundtrack den man sich auf CD kaufen würde, aber zur Serie passt er ganz gut. Story: Puh, die Serie zu beschreiben ist sehr schwer, gegen Anfang wirkt alles wie ein Psycho Horror Thriller mit starken Computereinfluß (Manipulation der Masse über das Netz), aber am Ende klaubt sich das was am Anfang noch einigermaßen durchdacht und nachvollziehbar erscheint, zu einer abstrakten aneinanderreihung von Szenen ohne Plan oder Konzept. Irgentwie wirkt es extrem unvollständig, so als ob den Scriptschreiben am Ende die Ideen ausgegangen sind und sie sich in lauter Unkontinuitäten und Unstimmigkeiten verlieren, so das das ganze am Anfang schön gebaute Handlungsgerüst zusammenbricht und man einfach irgentwelches Wirre Zeug aneinander reiht und versucht dies als "genialen Einfall" zu verkaufen ... Kunstfilm oder Unfähiger Regisseur/Scriptwriteres ist hier die Frage, die jeder für sich selber entscheiden muß. |
Syncro: Sowohl die Japanische als auch die Englische Syncro sind sehr gut gelungen.
Fazit: Wie schon oben angedeutet bin ich von Lain nicht so 100% überzeugt, und im Gegensatz zu sehr vielen anderen Reviews die ich gelesen habe, halte ich es schlichtweg für falsch dieser Serie das maximum an Punkten zu geben, oder gar sie jemanden zu empfehlen. Lain ist in gewisserweise einmalig und mit keinen mir bekannten Anime irgentwie vergleichbar. Als kleiner Anhaltspunkt können hier eventuell die letzten beiden Folgen von Neon Genesis Evangelion dienen, nur das praktisch die Gesammte Serie so ist. Alles in allen würde ich sagen das man die ersten Folgen mal probesehen sollte, bevor man auch nur mit den Gedanken spielen sollte sich die komplette Serie zuzulegen, denn es ist wir bei allen Experimentellen Sachen extreme Geschmacksache, und wer irgentetwas außer das unerwartete erwartet wird von der Serie wahrscheinlich extrem enttäuscht werden. |
Alle 13 Episoden dieser TV Serie sind von Pioneer in Amerika auf 4 DVDs erschienen. Die erste DVD
enthält 4 Episoden, die nächstens 3 jeweis 3. Es gibt sie sowohl als Einzel DVD, als auch als Boxset
mit Schuber, allerdings ohne weitere Extras oder Goodies als die Einzeldvds ...
Menü: Simpel aber funktional - jeweils das Cover der DVD als Grafik. Keinerlei Animationen oder Musik, was aber nicht weiter verwunderlich ist da Lain doch eines der ersten DVD Releases von Pioneer war. Bild: Obwohl für jeder der DVD´s nur eine DVD5 verwendet wurde läßt das Bild durchgehend keinen Grund zur Klage, das Bild ist gestochen Scharf, die Farben kräftig und von Masteringfehler oder Kompressionsartefakten fehlt jede Spur. Sehr schön währe es gewesen wenn man verschiedene Blickwinkel verwendet hätte um die vielen Texteinblendungen auch englisch zu übersetzen ... am Original bleiben hin oder her, bei so textintesiven Serien wie Lain stören die Seitenlangen Hiragana, Katakana und Kanjiseiten ... |
Ton:
Kristallklar, sowohl in englisch als auch Japanisch (Beide Tonspuren in Dobly Digital 2.0)
Extras: Recht nett, jede DVD enthält irgentwelche kleinen versteckten Extras (geht z.B. mit den Cursor auf Lains Augen :)), eine große Sammlung (pro DVD knapp 30) verschiedener Settaizeichnungen aus den jeweiligen Episoden sowie kleine Videos, seien es Openings/Endings ohne Credits, Werbung für den Soundtrack oder das Playstationspiel. Fazit: Insgesammt eine recht gelungene DVD, wenn auch das Laufzeit/Episoden Verhältniss nicht mehr so ganz stimmt (3 Episoden für 30$ sind doch etwas wenig). Gute Bildqualität, nette Extras (i.B. die vielen Settaizeichnungen) runden das ganz noch ab. Aber wie schon oben erwähnt, ob einen die Serie gefällt ist sehr, sehr starke Geschmackssache ... |