Diese 18 Teilige Mangaserie von Naoki Urasawa ist in Japan von 1995 bis 2001
erschienen und wurde im Magazin "Big Comic Spirits" (zweiwöchentlich) abgederuckt
bevor es im Sammelbandformat erschien. Eine Deutsche Version ist Ende 2002 von EMA
herausgebracht worden.
Story: Düsseldorf, 1986: Dr. Kenzo Tenma ignoriert die Weisung seines Chefs, um das Leben eines kleinen Jugen namens Johann zu retten. Dieser folgenschwere Entschluss soll ein schreckliches Nachspiel haben ... denn dieser Junge verschwindet mitsammt seiner Schwester schon kurz nachdem er aus den Koma erwacht ist, und entpuppt sich später als ein (wahnsinniger?) Massenmörder, der kaltblütig mehrere Morde begeht. Dr. Tenma bereuht schon bald seinen "Fehler", und beschließt das Monster zur Strecke zu bringen. Dabei wird er jedoch selber in einen Mord involviert und landet auf der Fahndungsliste der Polizei und befindet sich auf der Flucht ... Charaktere: Monster besticht durch eine große Anzahl recht gut ausgearbeiteten und vielschichtigen Charaktere. Einige sind zwar extrem Klisheehaft, allen voran der extrem liebenswerte (argh) und naive Dr.Tenma, andere relativ unkonventionell (Der Mann vom BKA). Was auch auffällt ist das nicht nur die Hauptcharaktere allesammt eine eigene Persönlichkeit und bestimmte Verhaltensmuster haben, sondern auch die zahlreichen nebencharaktere, auch wenn sie nur kurz Auftreten - Der Söldner und seine Pflegetochter bei den Tenma am Ende von Band 2 das schießen lernt, der der Revolvermagazin (Bild?) Reporter sind hier besonders hervorzuheben. |
Zeichnungen: Zeichnerrisch ist Monster sehr gut gelungen, auf den ersten Blick
stechen sofort die extrem aufwendigen Backgrounds heraus, welche schon fast
photorealistisch gezeichnet sind. In letzter zeit ist es ja sehr in Mode
gekommen so Aufwendige Backgrounds Fotos oder Computergrafik zu "erschaffen" -
einige ziemlich mißlungene "Experimente" diesbezüglich sind Angel Dust oder
Kagome Kagome - Monster wirkt dagegen phantastisch und jedes der einzelnen
Backgroundbild ist ein kleines, handgezeichnetes Kunstwerk für sich ...
Die Charadesign sind für einen Manga eher untypischen, insbesondere um den bereich der Nasen und Kopfform, aber gerade deshalb schaffen sie es jeder Person ein individuelles und einmaliges Gesicht zu geben. "Die sehen ja alle gleich aus (und lassen sich höchstens an der Frisur und den Haaren unterscheiden)", ein Vorwurf den man sehr oft bei Mangas und Animes hört, und der gewiss auch nicht unberechtigt ist, wird man bei Monster nicht hören. Fazit: Die ersten beiden Bände sind vom Erzählstil und Tempo sehr gut gelungen, und gehören zu der Kathegorie die man einmal angelesen hat nichtmehr weglegt. Die Handlung wird sehr spannend erzählt und macht große Fortschritte auf ein bestimmtes Ziel zu und ist relativ logisch aufgebaut. Kurz nachdem die ersten beiden Bände durchhatte (und sie ohne zweifen zu den besten Manga gehören die ich bisher gelesen habe), erfuhr ich das der Manga in Japan mittlerweile abgeschlossen ist und insgeammt 18 Bände umfasst, und habe daher auch befürchtete das Monster sehr bald mit den gleichen Problemen zu kämpfen hat, wie viele "unendlich" Serien ... |
... und mit Band 3 bestätigte sich leider auch
meine Befürchtung. Am Anfang wird die Handlung noch weiter vorangetrieben
(wenn auch etwas unlogisch und unnachvollziehbar, i.b. der Selbstmord des
Täters am Anfang wirkt merkwürdig und unpassend) und man erfährt etwas über
die Vergangenheit von Johann zu DDR Zeiten, jedoch verlieren sich dann
plötzlich alle Spuren und Tenma irrt mehr oder weniger ziellos durch
Deutschland, immer auf der Flucht vor der Polizei, mit einen kleinen Kind an
seiner Seite. Nebenbei nutzt er seine Fähigkeiten als Arzt um gutes zu tun ...
das ganze erinnert irgendwie an "Auf der Flucht", und anstatt die Handlung
weiter voranzutreiben, wird hier praktisch mit Füllfolgen gearbeitet die wenig
neues bringen sondern nur die Charaktere (nicht nur Tenma, auch
Nebencharaktere wie Inspektor Ruge vom BKA) etwas beleuchten ... obwohl es so
extrem wie in Band 3 nichtmehr wird, entwickelt sich die Handlung eher langsam
und geht sehr stark auf die zahlreichen Haupt und Nebencharaktere ein, und macht
erst in Band 7 wieder einen richtigen Sprung nach vorne.
Alles in allen ist Monster ein sehr guter Krimi/Psychotriller Manga der neben seinen tollen Optik auch durch eine gute Story und vielschichtige Charaktere besticht, und trotz der sich relativ langsam entwickelnden Handlung recht weit oben in meinen persönlichen Mangacharts ist. Leider ist Monster, wie die meisten anderen an ein eher reiferes Publikum gerichteten Manga, hier in Deutschland nicht wirklich erfolgreich, was dazu führte das EMA nach Band 9 den Manga nur noch dreimonatlich herausbringt, so das es noch lange dauern wird bis die Serie hierzulande vollständig vorliegt. |
Am 7 April 2004 wurde in Japan die erste Episode einer wahrscheinlich mehr als 70 Episoden umfassenden TV
Serie zum Manga erscheinen. Produziert wird die Serie von Madhouse, welche u.a. für die TV Adaption von
Urasawas Master Keaton, der X TV Serie oder Gunslinger Girl
bekannt ist.
Anime:
Zeichnungen: Wie die meisten neueren TV Serien sehr gut - es gibt kaum Wiederholungen in den Kameraeinstellungen, die Hintergründe sind teilweise Photorealistisch, die Animationen flüssig. Allerdings merkt man davon auf den ersten Blick nicht wirklich viel, da Monster eine sich relativ langsam entwickelnde Serie ohne viel Action ist und so mit spektakulären Szenen nicht gerade um sich geworfen wird. Das Charakterdesign hält sich größtenteils ans Original, einzig bei Eva, der (Ex)Verlobten von Tenma hat man einige ziemliche offensichtliche Veränderungen vorgenommen was sie insgesammt etwas weniger "verbiestert" aussehen läßt und auch von der Syncronstimme wirkt sie deutlich netter als ich es erwartet hätte. Musik: Die Musik ist nur sehr hintergründig eingesetzt und fällt nicht sonderlich auf. Einzig das (rein instrumentale) Opening Theme ist etwas mitreißender. Der englische Endingsong ist meiner Meinung nach etwas unpassen. |
Story: Es ist eine Verfilmung des Mangas und folgt ihr fast 1:1, so das man den Manga schon fast als
Storyboard vorlage bezeichnen kann. Sehr viele Einstellungen sind gleichgeblieben, praktisch alle Dialoge des
Mangas sind erhalten geblieben - die erste Episode deckt die ersten 2 Kapitel (60 Seiten) von Band 1 ab,
Episode 2 geht fast bis Ende des vierten Kapitels (Der Polizeibesuch bei Tenma findet erst im Teaser der
dritten Episode statt) und die dritte Episode behandelt alles bis Ende des 6 Kapitels. Die vierte wird
wohl den rest des ersten Bandes umfassen - Rechnet man dies nun hoch (50-60 Seiten Manga = 1 TV Episode,
also 4 Episode pro Manga macht bei 18 Bäden ca 72 Episoden. Rechnet man das übliche 26 Episoden TV Schema
hoch evtl sogar 78).
Fazit: Eine praktische 1:1 Umsetzung des Mangas ... für Leute die den Manga nicht kennen ohne zweifel eine Empfehlung wert, für Leute die den Manga schon kennen ist es etwas zwiesplätig |