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Bericht über eine Fahrradtour von Dessau nach Bad Schandau
im Sommer 2000.
Im Expo-Jahr auf dem Elberadweg
Bericht über eine Fahrradtour von Dessau nach Bad Schandau im Sommer 2000.
Dass wir im Jahr 2000 wieder einen Fahrradurlaub machen wollten, stand schon frühzeitig fest, schliesslich hatten wir uns Trekking-Räder zugelegt, die darauf warteten entsprechend eingesetzt zu werden. Die Auswahl des Reisezieles gestaltete sich jedoch schwierig. Von den Alpen bis nach Skandinavien wurde Ziele in Augenschein genommen, doch immer gab es etwas zu bemängeln. Gesucht wurde eine Destination, die gut zu erreichen ist - am besten mit der Bahn, nicht zu starke Steigungen aufweist, Landschaftlich reizvoll ist, einige Sehenswürdigkeiten bietet und auch im Sommer Zimmer nur für eine Nacht verfügbar sind. So wurden Kataloge gewälzt, Karten betrachtet und das Internet befragt. Hier stieß ich schließlich auf die Seiten des Elberadweges (
www.elberadweg.de). Ich fand Karten mit Entfernungsangaben und Hinweise auf Radler-freundliche Übernachtungsbetriebe. Das könnte was für uns sein, dachte ich und bestellte Informationsmaterial. Als dieses bei uns eintraf, war auch meine Frau davon angetan. Wir erhielten genau die Streckenkarte, die auch im Internet abgebildet ist sowie Unterkunftsverzeichnisse und Infos über einige Sehenswürdigkeiten, insbesondere aus der sächsischen Schweiz.Nun konnte die konkrete Planung losgehen: Der Reisezeitraum wurde festgelegt, die Etappen geplant und die Übernachtungen vorbestellt. Letzteres lief sehr problemlos ab, nur für Dresden und Bad Schandau mußte vom ursprünglich ausgewählten Hotel abgewichen werden. Kurz vor der Abreise habe ich noch eine Zusatznacht in Dessau gebucht, da ich unbedingt ein Expo-Projekt in der Nähe besuchen wollte. Somit sollte unsere Radreise gleich mit einem Aufenthaltstag beginnen:
Endlich ist es Ende Juni und der Tag der Abreise. Das Wetter lässt sehr zu wünschen übrig; es schüttet kräftig, während wir trocken im Interregio Richtung Magdeburg sitzen. Die Radabteile dieses Zuges sind gut gefüllt und die meisten wollen anscheinend nach Dresden, was bedeutet das Sie nur 5 Minuten Umsteigezeit in Magdeburg haben.
Wir dagegen hatten reichlich Zeit die Regionalbahn nach
Dessau zu erreichen und auch hier fahren weitere Radler mit. In Dessau angekommen, ist es zum Glück trocken. Wir sehen uns hier einige der Gärten und Parks an, denn es ist heute der Tag des Gartenreichs in der Dessau-Wörtlitzer Parklandschaft. Auch das Bauhaus und die Meisterhäuser verdienen einen Besuch. Äußerlich sehen die Häuser absolut modern aus, erst im Inneren ist Ihnen die Entstehungszeit anzusehen.Zum Abschluß besuchen wir das Expocafe der Expo-Sachsenanhalt. Die dezentralen Expoprojekte in diesem Bundesland sollen uns an den ersten Tagen der Reise begleiten.
2. Biber und Industrieruinen
Da das Dessau-Wörlitzer Gartenreich einige Attraktion zu bieten hat, ist als erste Etappe eine Rundstrecke angesagt.
Wir besuchen - nur wenige Kilometer vom Hotel - das Infozentrum des Biosphärenreservates "Mittlere Elbe",
ein neues Holzbauwerk mit einer interessanten Ausstellung, ähnlich einem Besucherzentrum in den Nationalparks der USA. Da es u.a. lebendige Tiere zu sehen gibt, ist diese Ausstellung garantiert auch für Kinder interessant, genau wie die Biberburg in der Nähe. Gegen einen kleinen Obolus können wir von einem abgedunkeltem Raum aus die "wilden" Tiere an Ihrem Schlafplatz liegen sehen, ein ganz besonderes Erlebnis!
Der nächste Stop ist Oranienbaum mit Schloß und Schloßpark. Im Schloßpark befinden sich ein paar Gebäude im chinesischen Baustil. Fährräder dürfen hier, wie so oft in dieser Gegend, nicht mit in den Park genommen werden.
Unser letztes Ziel an diesem Tage ist das Expoprojekt
Ferropolis. Der Weg dorthin verläuft zum Teil über sehr grob geschotterte Wege. Fünf riesige Bagger aus dem Braukohletagebau bilden hier Kulisse für eine neugeschaffene Veranstaltungsarena für 25000 Menschen.In einer Führung erfahren wir einiges über die Vergangenheit und die Zukunft dieses Projektes. Die Löcher, die diese Bagger hinterlassen haben werden z.Zt. geflutet, um später eine neue Seenlandschaft zu bilden.
Auf dem Rückweg landet plötzlich ein Storch 20m vor uns auf dem Feldweg. Bis ich die Kamera aus der Tasche geholt habe, ist er leider schon wieder davon geflogen. Wenig später endet der Weg und wir haben Mühe den angeblich hier verlaufenden Saaleradweg zu finden. Wir entdecken schließlich einen kaum befahrbaren Trampelpfad auf dem wir unsere Räder die nächsten Kilometer entlang schieben. Ich bin froh, als wir endlich die nächste Ortschaft erreichen und wieder auf die Straße wechseln können. Schnell sind wir nun zurück in Dessau mit ca. 50km auf dem Tacho.
3. Zur Lutherstadt Wittenberg
Der nächste Tag führt uns endlich auf den Elberadweg. Zunächst vorbei am ehemaligen Braunkohlekraftwerk Vockerrode - auch ein Expoprojekt - geht es auf dem Elbdeich nach Wörlitz - wo uns der erste Regenschauer erwischt.
Nachdem der Regen sich gelegt hat, bummeln wir durch den Park und stellen fest, wir sind auf einer Insel. Da wir nicht die Fähre nehmen wollen, gehen wir zurück und versuchen einen anderen Parkeingang. Letztlich haben wir nur ein kleinen Stück des Parks und nichts vom Schloß gesehen als wir am Ausgang auf der anderen Seite stehen. Wir wollen nicht den offiziellen Radweg entlang der Bundesstrasse fahren und haben uns deshalb einen Weg auf der anderen Elbseite in der ADFC-Karte ausgesucht. Die Landschaft war sehr schön: Wiesen und Wald und an und zu ein Blick auf die Elbe, der Weg in gutem Zustand, doch plötzlich endet dieser vor einem Gehöft. Nach kurzer Orientierung, müssen wir erkennen, dass hier der Weg zu Ende ist. Wir müssen zurück zur letzten Weggabelung. Aber auch hier finden wir den richtigen Weg nicht und entschliessen uns zur Umkehr. Nach ca. 15 km Umweg und einem weiteren Regenschauer sind wir wieder auf dem offiziellen Radweg und die erste Elbfähre liegt vor uns.
Ich bin überrascht und fasziniert von der genialen Konstruktion der Gierfähre, die ausschließlich von der Strömung des Flusses angetrieben wird, aber
sogar LKWs transportieren kann. Die restliche Strecke nach Wittenberg zieht sich an der Bundesstrasse fast endlos dahin. Außer Chemiebetrieben gibt es wenig Abwechslung und von der Elbe ist nichts zusehen. Wir passieren noch ein weiteres Expo-Projekt, die wunderschön renovierte ehemalige Werkssiedlung Piesteritz. Als wir endlich den Stadtkern mit der Fußgängerzone erreichen, kommen wir sogleich an der Schloßkirche vorüber. Hier hatte also Luthers seine Thesen angeschlagen. Am Abend laufen wir dann die Sehenswürdigkeiten zu Fuß ab: Schloßkirche, Marktkirche und die Kranachhöfe.
4. Nach Dommitsch
Eine recht neue Attraktion mußten wir auf den heutigen Morgen verschieben: Die Hundertwasserschule liegt etwas außerhalb in einer Plattenbau-Siedlung. Kurz nach uns kam eine Gruppe aus 6 Radlern an und gemeinsam mit diesen und einer Gruppe Schulkindern aus einem GUS-Staat erfahren wir viel über den Umbau der Schule.
Die weitere Strecke verläuft durch flaches Agarland und bietet nur wenig Abwechselung. Fernab der Elbe führt uns der Radweg um fast alle Dörfer herum, zum Ausgleich gibt es einen kräftigen Gegenwind. Erst an den Ausläufern der Dübener Heide verändert sich die Landschaft und wir fahren nicht mehr gegen den Wind. Zum Ausgleich dafür ist die Landschaft hier etwas wellig.
Wir Übernachteten im Fährhaus bei Dommitsch. Auch die Radler von der Hundertwasserschule trafen wir hier wieder.
5. Über Torgau nach Strehla
Mehr Abwechslung verspricht am nächsten Tag Torgau mit einem schönen Marktplatz, dem Schloß mit Bärengraben - Bären waren keine da - und der Stadtkirche mit dem Grabstein von Frau Katharina von Bora. In Torgau trafen sich im April 1945 amerikanische und russische Truppe, ein Denkmal nahe der Elbebrücke, das seinen russischen Ursprung kaum verbergen kann, erinnert an diese Begebenheit. Bis nach Belgern treffen wir immer wieder auf große Radlergruppen, die mit organisierten Touren unterwegs sind.
Das hübsche Städchen Belgern verpasst man leicht, da kein Weg in den Ort ausgeschildert ist. Nahe der Fähre führt eine Pflasterstrasse hinauf. Die Anstrengung lohnt sich aber schon allein für das Rathaus mit dem 6 Meter hohen Roland. Der Marktplatz davor wimmelt von Radfahrern als wir ankommen, doch schon kurze Zeit später sind alle verschwunden und es ist fast gespenstisch ruhig. Wir gönnen uns ein Eis und geniessen die pötzliche Ruhe.
Die Radwegbeschilderung ist seit Wittenberg sehr gut und so überrascht uns in Seydewitz ein Schild umso mehr:
"Ende der Ausbaustrecke!". Wir finden uns unversehens auf einer Bundesstrasse wieder. Ein Versuch diese zu Umfahren endet auf einem Feldweg. Während wir diesen schiebend bewältigen, rauscht die Gruppe, die auch in Dommitsch übernachtet hat, auf der Bundesstrasse an uns vorbei. Da ich nun keine Lust auf weitere Experimente habe, bewältigten wir den restlichen Weg nach Strehla auf der Bundesstrasse und haben mit dem ersten größeren Anstieg auf der Strecke zu kämpfen. In Strehla gibt es ein Schloß und einen Kleintierzoo.
Im Hotel scheinen fast nur Radfahrer zu wohnen, so voll ist der Abstellplatz für die Räder.
6. Durchs Weinland
Am nächsten Morgen kaufe ich am großen Marktplatz sehr preisgünstigen Kuchen, bevor wir wieder einmal per Gierfähre die Elbseite wechselten. Wir verlassen nun das flache Agarland und erreichen die Weinregion mit dem bekannten Ort Diesbar-Seusslitz. Wir sehen uns dort den Schloßpark an und verspeisen den mitgebrachten Kuchen.
Hier sehen wir auch den ersten Raddampfer auf der Elbe.
Dann der erste Blick auf die Silhouette des Doms von Meißen. Noch liegt er weit in der Ferne, doch Anblick auf den Dom oben auf der anderen Flussseite zieht uns auf dem restlichen Weg in seinen Bann. In der sich ändernden Perspektive ist er immer wieder schön anzusehen. Wir überqueren die Elbe auf der Fußgängerbrücke neben der Bahnlinie, um in der Altstatt Quartier zu nehmen. Nach der kurzen Strecke am heutigen Tag haben wir viel Zeit für die Stadtbesichtigung. Bis zur berühmten Porzellanmanufaktur sind es von unserem Quartier nur ein paar hundert Meter. Wir besichtigen die Schauwerkstätten (5.-DM) und den Museumsshop. Das Museum mit den großen Kostbarkeiten lassen wir aus, im Museumsshop ist es schon kostbar genug. Wir bummeln statt dessen durch die Altstadt und hinauf zum Dom. Dieser wird jedoch gerade geschlossen als wir oben angekommen sind.
Der Blick auf die Dächer der Altstatt und auf die Elbe ist uns aber genug Lohn für die Mühe.
Ein wenig schwierig gestaltet sich noch die Suche nach einem Lokal fürs Abendessen. Möglichkeiten gibt es genug, doch bei vielen wären wir die einzigen Gäste gewesen. Seinbar kommen die meisten Touristen nur als Tagesausflug - von Dresden - nach Meißen
7. Über Moritzburg nach Dresden
Am nächsten Morgen geht es weiter nach Dresden. Eigentlich nur eine kurze Strecke, doch wir beschließen auf demWeg dorthin Schloß Moritzburg zu besuchen. Wir hätten uns bequem von Radebeul mit der Schmalspurbahn hinauf fahren lassen können, doch wir Flachlandradler quälten uns hinauf. Zudem ist es der bisher wärmste Tag dieser Reise, worauf wir uns mit der Wahl unsere Bekleidung noch nicht eingestellt haben. Im Wald kreuzt die Schmalspurbahn unseren Weg, das ist ein schöner Anblick und einen Fotostop Wert. Im nächsten Ort gibt's es einen winzigen Dorfladen, wie ich ihn zuletzt in Kindertagen gesehen habe. Sie führen Apfelschorle und etwas Süßes und so sind wir erst einmal wieder zufrieden. Nachdem wir noch etwas herumirren und über eine Wiese schieben, finden wir endlich die Straße nach Moritzburg und ich glaube Schloß Moritzburg schon in der Ferne zu erkennen.
Im Schloßpark des Jagdschlosses von August dem Starken machen wir eine lange Pause. Endlich ist es warm genug, um gemütlich draussen zu sitzen. Wir betrachten das Schloß und die vorbeigehenden Leute. Auch eine Gruppe Radler, die im selben Hotel in Strehla gewohnt hat, treffen wir hier. Die Glücklichen haben kein Gepäck dabei.
Schließlich müssen wir aufbrechen. Ich habe auf meiner ADFC-Karte den Radweg "Sächsische Städte" ausgewählt der uns nach Dresden führen soll, aber dieser ist nicht ausgeschildert. Wir finden wundersamer Weise den richtigen Weg, obwohl wir mehrfach über der Karte grübeln müssen und ich zweimal nach dem Weg frage. Dafür führt uns der Weg direkt an der neuen Halbleiterfabrik vorbei. Endlich am Stadtrand angekommen, verspricht der erste Eindruck von Dresden nichts gutes für Radfahrer - viel Verkehr, Kopfsteinpflaster und starkes Gefälle. Nach einem kurzem Blick auf die Karte finden wir jedoch einen Weg mit wenig Autoverkehr bis zum Hotel. Dieses soll Radfahrer freundlich sein, weiß aber nicht wohin mit unseren Rädern. Mein Vorschlag, sie im Treppenhaus zu parken wird aber akzeptiert.
8. Sightseeing in Dresden
Da ich bisher noch nicht im Dresden, war nutzen wir die nächsten Tage für das touristische Programm. Wir fahren dazu mit der Straßenbahn zur Dresdner Neustadt. Ich bin überrascht wie viel hier noch zu tun ist. Auch auf der anderen Elbseite ist der Eindruck unterschiedlich. Das Schloß befindet sich seit Jahren in Rekonstruktion. Einige Fassaden sehen inzwischen prachtvoll aus, während daneben noch Baufälliges auf den Abschluß archäologischer Arbeiten wartet.
Dieser Eindruck wird mir auch in der Fußgängerzone vermittelt. Zwar sind hier modernste Kaufhäuser entstanden, doch bilden diese einen seltsamen Kontrast zu einigen Plattenbauten.
9. Schloss Pillnitz
Am heutige Sonntag machen wir einen Ausflug ohne Gepäck zum Schloss Pilnitz. Obwohl ich mich erinne, das Martin Wittram auf der linken Elbseite von einigen Probleme berichtete, fahren wir dort - was sich bald rächen sollte. Der bisher mäßige Weg verwandelt sich in einen Trampelpfad. Wir wählten deshalb eine gepflasterte Strasse, die links ansteigt. An der Hauptstrasse angekommen ist die Steigung noch nicht beendet. Zuerst fahren durch einenPark weiter Bergauf und stehen plötzlich unterhalb eines Schlosses. Am Schloss angekommen gönnen wir uns ein Eis. Heut ist die Besichtigung des Schlosses möglich, wir werfen jedoch nur einen Blick hinein, dann geht unser Weg weiter - und weiterhin bergauf! Bald folgt ein Hinweisschild auf die Bergstation der Seilbahn. Wir fahren stattdessen bergab, soweit fahren überhaupt möglich ist, so steil die die Pflasterstrasse. Ich erinnere mich jetzt an einen Bericht von
Martin Wittram, in dem er von Problemen auf dieser Elbseite schreibt, nun weiss ich, was das zu bedeuten hatte.Unten angekommen treffen wir auf die Talstationen von Standseilbahn und Schwebebahn. Das "blaue Wunder", eine bläuliche Stahlbrücke ist auch ganz in der Nähe. Über diese wechseln wir auf andere Elbufer, aber die Probleme gehen dort weiter. Der Weg ist schmal und am heutigen Sonntag ist ganz Dresden auf den Beinen bzw. Rädern. Und so müssen wir uns mit Fußgängern, Inlineskatern und anderen Radfahren auf dem Weg arangieren.
Zum Schloss Pillnitz müssen wir noch einmal über die Elbe. Am Fähranleger ist jede Menge los. Es gibt Eis und frischen Obst zukaufen, zwei Fähren pendeln heute hin und her. Eine für Autos und eine für Personen. Als Radfahrer haben wir die freie Auswahl und nehmen die Autofähre.
Im Schlosspark gönnen wir uns eine ausführliche Pause und geniessen den Anblick des Schlosses.
Ein Chor trägt seine Lieder vor. Wir bummeln noch durch den Park, dabei findet eine Kamelie unsere besondere Beachtung. Man hat ich ein Gewächshaus auf Schienen gebaut, das sie im Winter vor niedrigen Temperaturen schützt. Ist es warm genug, wird das Haus einfach zur Seite gefahren!

10. Zur Bastei
Ein Ausflug mit der S-Bahn.
Dunkle Wolken hängen heute am Himmel und so entschliessen wir uns, mit einer 24Stunden-Karte in die sächsische Schweiz zu fahren. Statt zu regnen ist es recht warm als wir in Rathen ankommen. Da der Weg über die Schwedenlöcher gesperrt ist, nehmen wir einen recht langen Weg durch den Wald. Der Ausblick von der Bastei entschädig aber für alles. Das muss man gesehen haben. Die Schiffe auf der Elbe und die Eisenbahn sehen aus wie eine wünderschöne Modellanlage. Über die Basteifelsen sind wir sehr schnell wieder unten im Ort. Bevor wir jedoch die Fähre erreichen gibt es einen Regenschau, bei herrlichem Sonnenschein.
11. Nach Bad Schandau
Nachdem wir unseren Besuch in Dresden beendet haben, suchen wir uns einen Weg durch die Neustadt zur Elbe und gelangen wir wieder auf den Radweg. Der ist heute recht leer, nur einige Inlineskater rasen über den Weg.
Gegenüber Schloß Pillnitz machen wir die erste Pause. Hier liegt leider viel Müll herum. An Heidenau fährt man im grünen direkt an der Elbe entlang vorbei. Vor Prima legen wir einige Sachen ab, es ist heut richtig warm. In der Innenstadt von Pirna füllen wir den Getränkevorrat auf und gönnen uns ein Eis. Dann geht's weiter. Die Sonne verschwindet langsam hinter den Wolken, am Waldrand wird es richtig kühl - logisch, wo wir doch nun sommerlich angezogen sind.
Oberhalb des Wehlener Schwimmbades gibt's die ersten Regentropfen. Die Bastei ist durch die Wolken auch kaum noch zu sehen. Am Bahnhof Rathen beginnt es zu regnen und zu donnern. Was tun? Wir haben unseren Kuchen noch nicht gegessen und wollen daher nicht unbedingt ins Restaurant, aber nass regnen lassen wollen wir uns auch nicht.
Am Fähranleger in Rathen gibt es ein Wartehäuschen, dort sind schon ein paar Leute, aber wir haben reichlich Platz mit unseren Rädern trocken unterzukommen. Wir können von hieraus auf die Elbe sehen, so ist es auch nicht langweilig. Ab und an bringt die Fähre einige nasse Menschen herüber und so füllt sich langsam das Wartehäuschen und auch wir müssen etwas enger an unsere Räder heran rücken. Während wir unseren Kuchen essen, schüttet, blitzt und donnert es. Es dauert eine Stunde, dann ist der Spuk vorbei. Vorsichtshalber ziehen wir trotzdem die Regenklamotten an und fahren weiter. Wir kommen nur bis zur nächsten Siedlung mit Namen" Strand", als es wieder zu regnen beginnt. Es regnet noch mal kräftig, aber nach einer viertel Stunde ist es schon vorbei. Das es einiges Wasser gegeben hat merke ich kurz darauf. Als ich eine nasse Stelle passiere, stelle ich fest, dass das Wasser hier mindestens 10cm hoch steht. Zum Glück komme ich gut durch, denn anhalten möchte ich an dieser Stelle nicht!
Dann lockert es auf und die Festung Königsstein liegt hoch oben vor uns. Vom Ort Königsstein sehen wir nicht viel, denn die hoch liegende Bahntrasse trennt den Ort von der Elbe. Als wir die Fähre erreichen, die uns mal wieder ans andere Ufer bringen soll, scheint sogar die Sonne wieder. Kurz darauf wird die Straße sehr schmal und so bin ich froh, gerade eine Ausweichstelle zu finden, als uns einige Autos passieren wollen. Bald sind wir in Bad Schandau. Wir passieren den ganzen Ort bis wir den Fähranleger erreichen. Am gegenüberliegenden Ufer liegt die etwas schäbig wirkende Fähre und ich kann schon das gelbe Gebäude des Hotels drüben in Krippen erkennen.
Wir bekommen ein niedliches Zimmer im obersten Stockwerk. Mit Gepäck hinauf in den vierten Stock nach fast 60km radfahren ist nicht ohne. Es gibt noch ein paar Problemchen beim Abstellen der Räder. Der Schuppen steht mit allerlei Gerümpel voll und die Mieträder einer Gruppe sind auch schon da. Sie möchten früh an Ihre Räder, besonders da eines einen Platten hat und wir möchten unsere Räder möglichst sicher gegen Beschädigungen abstellen, da wir vorhaben morgen zu wandern.
Nach dem Essen kommen wir noch mit dem Chef(?) Des Hauses ins Gespräch. Wir reden über den Elberadweg, für den sich das Haus auch engagiert und lassen uns Vorschläge für den nächsten - Fahrrad freien- Tag machen.
12. Zum Kuhstall
Heute sollte also unser Wandertag sein, doch es regnet schon am Morgen und wir haben keine Lust uns durchregnen zu lassen. Erst gehen Mittag läßt der Regen nach und wir machen uns auf den Weg. Mit der Fähre geht's hinüber nach Bad Schandau und dann zu Fuß in den Ort. An der Endstation der Kirnitschtalbahn erkundigen uns nach Abfahrtszeit und Fahrpreis. Die einfache Fahrt kostet 6DM., der Rückfahrschein 8DM und in 15 Minuten ist Abfahrt, erhalten wir als Antwort. Wir kaufen die Rückfahrkarten und bald geht die Fahrt mit der alten Tram durchs düstere und nasse Kirnitschtal los. Es ist eine eingleisige Strecke mit zwei Ausweichstellen. An diesen müssen wir jeweils auf die Bahn in Gegenrichtung warten. Es wird ein Stab mit Schüssel überreicht, das ist die Blockstreckensicherung. Das es so etwas noch gibt! Kurz vor der Endstation im Kirnitschtal erhasche ich einen Blick auf denWasserfall. Den muß man nicht bedingt gesehen haben. So erkunden wir zunächst, wo der Weg zum "Kuhstall" beginnt. Obwohl dieser feucht und matschig aussieht wollen wir ihn gehen; es sollen nur 30 Minuten Wegezeit sein. Wir sind zunächst fast allein unterwegs. Der Weg geht immer bergauf und gelegentlich rechnet es noch, aber unter dem Dach des Waldes werden wir nicht naß. Erst kurz vor dem Ziel begegnen wir wieder Menschen. Wir sind bestimmt 45 Minuten unterwegs, als wir das erste Haus sehen. Gleich darauf entdecken wir auch das Gasthaus und die Felsenhöhle, den "Kuhstall". Die Aussicht von hier ist nicht berauschend, die Wolken hängen sehr tief. So gehen wir zunächst ins Gasthaus wo wir im Augenblick die einzigen Gäste sind. Zurück beim Kuhstall ist die Aussicht schon deutlich besser. Wir schauen noch zur Himmelsleiter. Inzwischen ist die Aussicht noch besser. So schießen wir ein paar Fotos, bevor wir uns auf den Rückweg machen. Wir schauen uns noch den Wasserfall an. Er ist - wie alle hier - künstlich angelegt worden, da zur Schweiz nun einmal Wasserfälle gehören, erfahren wir. Da wir noch Zeit bis zur Abfahrt der Tram haben, laufen wir 2 Stationen zu Fuß. Der Ort Bad Schandau begeistert mich dagegen weniger. Wir essen hier noch eben, bevor wir wieder nach Krippen hinüber fahren.
13. Es geht nach Hause
Am letzen Morgen scheint wieder die Sonne ins Fenster. Wir sind früh dran und starten - natürlich nach ausführlichem Frühstück - schon kurz nach 9 Uhr. Mich zieht es, wie immer am letzten Tag zum Bahnhof, doch meine Frau möchte Richtung tschechischer Grenze. Der Radweg mit Grenzübergang ist erst am letzten Wochenende eröffnet worden! Also fahren wir in Richtung Schmilka auf noch unbekannten Wegen. Schon bald ist der Weg versperrt von mehreren Fahrzeugen. Die Bäume werden hier geschnitten. Wir quetschen uns so durch. Bald sehen wir auf der anderen Seite der Elbe viele Pkws am Grenzübergang stauen. Dann folgt der erste Ort - auf der anderen Seite - mit Tax Free Shops und Verkaufsständen. Von Schmilka aus besteht die Möglichkeit mit der Fähre überzusetzen, was viele Bahnreisende tun. Wir dagegen fahren die letzten Meter auf dem nagelneuen Weg - letzte Arbeiten sind noch im Gange. Der Grenzübergang steht aus ein paar Pfählen und Hinweisschilder. Wir fotografieren uns gegenseitig auf tschech. Boden, dann drehen wir um und sind nach ca. 90 Min. nach unserer Abfahrt wieder in Krippen. Ab hier geht's auf bekanntem Weg zurück über Bad Schandau nach Königsstein. Hier müssen wir einige Zeit warten, bis uns die Fähre hinüber bringt.
Ich werde derweil unruhig und kontrolliere regelmäßig die Uhrzeit und fahre etwas schneller als gewöhnlich, da ich den ausgewählten Zug in Pirna nicht verpassen möchte. Endlich in Pirna, werfen wir einen Blick zum Marktplatz, dieser überzeugt uns aber uns nicht, d.h. so schön finden wir ihn nicht. Schnell gehe ich noch zum Bäcker, kaufe Kuchen für die Reise. Dann geht es noch einmal durch die nette Fußgängerzone in Richtung Bahnhof. Als Einkaufsstadt gefällt uns Pirna schon, doch leider haben wir keine Zeit mehr. 10 Minuten vor Abfahrt des Zuges erreichen wir so den Bahnhof. Das Einsteigen in den Doppelstockwaggon geht prima. Entgegen der Fahrtauskunft der DB entschließen wir uns, nicht in Dresden-Hauptbahnhof, sondern erst in Dresden-Neustadt umzusteigen. Hier ist das Umsteigen am selben Bahnsteig möglich ist, wie ich vorher erkundet habe! In Leipzig müssen wir noch einmal umsteigen, da die IC-Züge seit Sommer 2000 nicht mehr bis nach Dresden fahren. Die restliche Fahrt ist schnell vorüber und beim Aussteigen hilft uns sogar der Lokführer beim Ausladen der Räder, das finde ich toll.
Das Wetter an diesem Abend ist noch schön und so beschließen wir per Rad nach Haus zu fahren. Durch die vertraute Stadt geht das auch sehr flott und gibt uns die Möglichkeit noch ein Eis zu essen. Um ca. 22Uhr sind wir dann zu Hause und die Reise ist leider aus.
Die Strecke von Dessau bis zur tschechischen Grenze ist offiziell nur 360km lang, wir haben jedoch an 10 Radfahrtagen insgesamt 500km zurückgelegt.
Was würde ich heute anders machen?
Eigentlich nicht viel:
dafür nur 2 Übernachtungen in Dresden
Infos
Reiseführer:
Karten:
Die BVA-Karte Nr. 14 (Lausitz/Ostl. Erzgebirge) deckt die ges. Strecke von Dessau bis Bad Schandau ab.
Sehenswürdigkeiten:
Wegebeschaffenheit:
Obwohl die Wegeqaulität oft bemängelt wird, würde ich sie allgemein als mindestens befriedigend bezeichnen.
Ein gibt gelegentlich kurz Abschnitte mit Kopfsteinpflaster (z.B. in der sächs. Schweiz und vor der Fähre bei Dessau.
Misfallen hat mir das plötzliche Ende der Ausbaustrecke vor Strehla, denn auf der Bundesstrasse mit schnellen Autoverkehr zu fahren, ist nicht mein Ding.
Übernachtungmöglichkeiten:
In den größeren Orten an der Strecken finden ins Hotels und Pension zu akzeptablen Preisen.
In Dresden und in der sächsischsen Schweiz ist das Preisniveau höher.
Hinweis auf Radlerfreundliche Beherrbergungbetriebe finden Sie im Internet unter
zwischen Wittenberg und Torgau ist das Angebot an Hotels und Pensionen gering
Anreise :
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