ReiseBerichte
bei Olafs-Traveltipps
Radtour Dänische Inseln
Inselhüpfen mit Fähre und Fahrrad
1997
Nachdem wir uns entschlossen hatten, wieder eine Urlaubsreise mit dem Fahrrad durchzuführen, stand auch bald fest, daß wir die Dänischen Inseln Langeland, Ærø und Fünen besuchen wollen. Da wir schon einmal mit dem Auto auf Fünen waren, wußten wir, das man über die Fährlinien gut und günstig Hotelzimmer bekommen kann. Da ich aber beruflich gut eingespannt war, wollte die Organisation einem Reisebüro mit Spezialgebiet Skandinavien überlassen. Leider konnte das Reisebüro meine Wünsche nicht vollständig erfüllen bzw. nur zu sehr hohen Preisen, so daß ich doch den meisten Teil der Arbeit hatte. Alle Übernachtungen wurden fest gebucht z.T. über KRO-Schecks sonst über die beiden (!) Fährlinien. Zu meiner Freude erhielt ich alle Reservierungen wie gewünscht!
Nun sollte es also wieder Ende Juni losgehen. Zwei Tage vor unserer Abreise erfuhr ich, daß das Geld bei der Fährlinie für die Hotelübernachtung - die Überfahrt per Fahrrad war bei gleichzeitiger Hotelbuchung gratis! - noch nicht eingegangen war. So konnte ich die Nachweise für die Überweisung mitnehmen. Wir hätten sonst in Kiel den Preis wahrscheinlich noch einmal bezahlen müssen.
Wieder ging es am frühen Sonntag morgen durch die noch schlafende Stadt zum Bahnhof. Der Interregio war der selbe wie im vorherigen Jahr, doch diesmal ging es pünktlich und auf direktem Weg Richtung Hamburg.
In Hamburg Hbf. hatte der Zug etwas Aufenthalt und so hielt ich es für angemessen einen Blick auf unsere Räder zu werfen. Kurz darauf steigen zwei Männer aus einer auf dem Bahnsteig wartenden Gruppe in den Zug, sahen sich die Räder und unterhielten sich darüber, ohne das ich verstehen konnte was sie sagten. Dann fragten sie mich was so ein Rad kostet. Kurz darauf stiegen sie wieder aus. Ich war ratlos darüber, was dies denn zu bedeuten hatte, denn keines der im Zug stehenden Räder sah besonders wertvoll aus.
In Neumünster verlassen wir den IR und setzen unsere Fahrt mit der Regionalbahn in Richtung Kiel fort. Das Verladen in den modernen Dieseltriebwagen ist viel angenehmer als durch die engen Türen des IR.
In Kiel ist gerade Kieler Woche. Da wir noch viel Zeit bis zur Abfahrt der Nachmittagsfähre haben, mischen wir uns unter das Treiben entlang der Kiellinie. Es ist aber etwas beschwerlich sich mit den bepackten Rädern durch die Menschenmenge zu quetschen! So sind wir dann auch froh, als wir dem Trubel, der einem Jahrmarkt ähnelt, wieder entrinnen können. Ebenso froh bin ich, daß unsere beladenen Räder keinen Schaden an den vielen Glasscherben auf den Radwegen nehmen! Wir nehmen noch ein Snack bei einer bekannten amerikanischen Kette ein, dann gehts es zum Fährterminal.
Mit dem Fahrrad auf eine große Fähre zu fahren, war etwas völlig neues. Mit dem Auto hatten wir das schon mehrfach mitgemacht, aber nun wußten wir nicht so recht, wann wir einchecken sollten. Die Pkws warteten alle in einer langen Schlange, aber wir können uns doch nicht zwischen den stickenden Autos einreihen. Irgendwann drängten wir uns einfach dazwischen, dann stellten wir uns neben eine große Menge Motorräder und konnte gerade noch das Anlegemanöver unseres Schiffes beobachten. Wir Radfahrer durften dann als erste an Bord und mußten unserer Räder in eine kleine Ecke drängen, in der keine Autos stehen konnten. Da wir die ersten waren, wurden noch einige Räder an unsere angelehnt.
- Deshalb der TIP : Mit guten Räder möglichst spät aufs Schiff gehen, sonst bekommt man eine Krise wenn alle anderen Räder daneben gequetscht werden! Andererseits könnte die Reederei durchaus etwas mehr Platz für Fahrräder einräumen!
Es wurde es schöne Überfahrt nach Bagenkop bei sonnigem Wetter. Um 19 Uhr 15 kamen wir dort an und hatten noch 14km bis zu unserem Kro zu fahren. Dort wollte unsere Gastgeberin auf uns warten, obwohl heute Ihr Ruhetag war. Nachdem wir die anderen Radler von der Fähre in Bagenkop hinter uns gelassen hatten, waren wir die einzigen Radler auf dem Radweg Nr. 82 an diesem Abend. Wir genossen die Landschaft mit Rapsfeldern, Mohnblumen, Windkraftwerken und immer mal wieder den Blick auf die Ostsee.
In der Ferne hören wir dann mehrfach ein grollendes Gewitter und der Weg zu unserem Nachtquartier über die Fahrradroute 82 zieht sich. Die Landschaft ist hügelig und wir kommen mit unseren Cityrädern manchmal nur mühsam voran. Es geht auf 21 Uhr und wir möchten gern trocken ankommen. Unsere Gastgeberin wartet an der Hauptstraße auf uns und ist überrascht, daß wir aus der entgegen gesetzten Richtung kommen - der Weg wäre kürzer aber im Autoverkehr gewesen. Sie führt uns dann zu einem kleinen Nebengebäude in dem sich die Gästezimmer befinden. Da wir heute die einzigen Gäste sind, dürfen wir unsere Räder mit in den Flur nehmen. Das Zimmer ist angesichts des Preise etwas enttäuschen, jedoch das Badezimmer ist riesig. Als dann eine halbe Stunde später der Regen einsetzt, finden wir es dann doch richtig gemütlich in unserem Zimmer und freuen uns über die trocken stehenden Räder - direkt vor unserer Zimmertür!
Am nächsten Morgen gibt es ein kleines Frühstücksbüffet nur für uns. So können wir prima gestärkt an diesem Morgen starten. Nach einem Stop beim Kaufmann und einem bei der schönen weißen Kirche des Ortes Humble geht es weiter durch die leicht wellige Landschaft der Insel Langeland. Wir entschließen uns, einen Abstecher zum Gut Skovsgaard zu machen. Dort soll es u.a. ein Kutschenmuseum geben. Das Herrenhaus des Gutes sieht wie ein kleines Schloß aus. Im Inneren sind einige alte Einrichtungsgegenstände sowie Ausstellungstücke zum Thema Ökologie zu sehen - Eintritt frei. Das Gut wird seit einigen Jahren ökologisch betrieben. Es gibt einen kleinen Laden, wo entsprechende Produkte erhältlich sind sowie auch ein kleines Lokal. Da es in der Ferne immer wieder donnert, verzichten wir auf einen Besuch des Kutschenmuseums (Eintritt!) und setzen unsere Fahrt Richtung Rudkøbing fort. Um 12 Uhr geht eine Fähre nach Ærø und um wenige Minuten vor 12 Uhr erreichen wir Rudkøbing. Da wir uns vor der Ausschilderung für Pkws in die Irre führen lassen, fahren wir zweimal durch den Ort, ohne den Fährhafen zu finden. Da es nun zu spät ist, bummeln wir nächst durch den Ort, kaufen Getränke, Kuchen und Eis. Dann lassen wir uns auf dem Marktplatz nieder und schauen uns in Ruhe das Treiben und die anderen Touristen an. Nachdem der Himmel immer dunkler geworden ist und das Donnern immer näher zu kommen scheint, blase ich zum Aufbruch Richtung Fähranleger. Kaum dort angekommen setzt der Regen ein und wir befürchten schon eine nasse Überfahrt. Es regnet noch immer als die kleine schwarzweiße Fähre in Sicht kommt, deshalb ziehen wir die Regensachen an. Doch wie wir auf die Fähre fahren, hatte sich der Regen schon fast wieder gelegt. Beim Ablegen, schaut sogar die Sonne wieder aus den Wolken heraus. So können wir die Überfahrt an Deck genießen und stauen über die moderne Technik an Bord. Man kann die Überfahrt beim Schaffner mit Kreditkarte bezahlen, dazu gibt es einen kleinen Computer ähnlich der Geräte bei der Deutschen Bahn.
-TIP:
Ein Rückfahrtticket ist preisgünstiger als 2 einzelne Tickets und gilt auch für
die Verbindungen Søby - Fåborg oder Ærøsköping- Svendborg.
(Der Fahrpreis betrug 1997 für eine Person + 1 Fahrrad 138.- DKK (H+R))
In Marstal angekommen, bewundern wir zunächst die Kontraste im Hafen: Neben großen alten Segeljachten liegt dort eine moderne Hochgeschwindigkeitsfähre aus Deutschland. Wir warten deren Abfahrt ab, um zu sehen wie schnell sie tatsächlich ist, dann geht's über das Kopfsteinpflaster des Städtchen weiter. Zunächst verläuft unser Weg auf einem Deich mit Blick auf ein Feuchtgebiet. Dann müssen wir uns bergan kämpfen, denn die Inseln hat bis ca. 70m hohe Erhebungen. Zur Entschädigung geht es schließlich mit 40km/h hinab zum Städtchen Ærøsköping, wo für uns für zwei Nächte ein Zimmer im Hotel wartet. Das Hotel ist ein schönes altes Fachwerkhaus mit einem Gartenlokal direkt davor. Und es kommt noch besser: Unser Zimmer befindet sich nicht im Haupthaus, sondern in einem kleinen Fachwerkgebäude im Garten. Hier haben wir eine kleine Doppelhaushälfte nur für uns. Wir stellen fest, das unser Zimmer viel schöner ist als die Reihenhäuschen im Motelstil, die nebenan stehen, aber häßlich eingerichtet sind. Dann machen wir unseren ersten Rundgang durch das Bilderbuchstädtchen. Der gesamte Ort steht unter Denkmalschutz. Gelbe, rote und weiße niedrige Häuser reihen sich an einander, die Straßen sind mit groben Kopfsteinpflaster gepflastert. Hübsche kleine Läden befinden sich im Ortszentrum. Moderne Gebäude sind nicht zu sehen - aber wir haben in den letzten Tagen auch nur wenige gesehen. Im Hafen herrscht ein buntes Treiben. Diverse Schulklassen scheinen auf großen alten Segelbooten durch die dänische Südsee zu kreuzten. Alle Aufmerksamkeit zieht ein solches Segelboot auf sich, das eine beschädigte Schiffsschraube hat und nun zur Reparatur an Land gezogen wird.
Erster Stop ist ein Strand noch nahe bei Ærøskobing. Vor uns liegt ein Postkartenmotiv : Hier stehen viele bunte kleine Häuschen direkt am Strand - alle nicht größer als eine kleine Gartenlaube und doch der ganze Stolz der Besitzer. Anschließend fahren wir durch eine stark hügelige Landschaft (Höhe über N.N. max 68m) auf die andere Seite der Insel und freuen uns, heute kein Gepäck dabei zu haben. Unser Ziel ist die Steilküste Vorderups Klint. 30m über dem Meer gibt es hier einen kleinen Rastplatz. Hier wollen wir die mitgebrachten Kekse verzehren. Einige Kühe direkt nebenan auf der Weide schauen uns zu, und wir achten auch mehr auf die Kühe als auf die Kekse. Und so geschieht es - ein Windstoß und unsere Kekse liegen alle im Gras verstreut als Futter für die Kühe, die aber kein großes Interesse zeigen. Uns bleibt ein leerer Magen und die Frage wo es hier etwas zu essen gibt. Nach 3 km stoßen wir auf ein verwittertes Schild am Wegesrand : "Kopman 1km". Wer hätte das gedacht. Sofort nehmen wir den kleinen Umweg ins Dorf und kaufen im kleinen Kramladen u.a. einen kleinen Kuchen, der bald verspeist wird. Später entdecken wir am Wegesrand am Ende eines Anstieges einen kleinen Kiosk mit Blick auf eine nahe Windkraftanlage. Zur Belohnung für die vielen Anstiege am heutigen Tag gibt's hier noch ein Eis, bevor wir wieder abwärts Richtung Ærøsköping brausen. Zum Tagesabschluß bummeln wir wieder durch den Ort und speisen beim Imbiß am Hafen.
Einen Teil unsere heutigen Strecken haben wir schon am Vortrag befahren, und wissen wir, daß ein ständiges auf und ab auf uns zu kommen wird. Mit Gepäck heißt das immer wieder absteigen und schieben. Als Belohnung bekommen wir immer einen schönen Blick auf die Ostsee geboten - heute sogar mit herrlich blauem Himmel. Nachdem wir gerade wieder einen Anstieg überwunden hatten, flitzt plötzlich in 2m Entfernung ein Hase an uns vorbei. Trotz der Hügeligen Strecke erreichen wir früh den Ort Søby. Der Ort ist nicht so reizvoll wie Ærøsköping - deshalb warten wir am Yachthafen auf das Eintreffen des Fährschiffs nach Fåborg. Während meine Frau am Yachthafen zurück bleibt, möchte ich noch etwas zu trinken kaufen. Das gerät zu einer längeren Angelegenheit, da der kleine Laden am Hafen nur Fanta vorrätig hat, suche ich nach einem weiteren Laden und werde schließlich fündig. Nach mehr als einer halben Stunde bin ich zurück und meine Frau fragt natürlich, wo ich so lange war. Als nun ein Schiff in Sicht kommt, freuen wir uns schon, doch es ist die Autofähre aus Mommark in Jütland. P¨nktlich erscheint dann auch "unser Fährschiff - es hat einen knallroten Rumpf. Es wird es schöne Überfahrt bei herrlichstem Wetter. Wir sitzen an Deck, erfreuen uns der Aussicht und schlecken Eis. Nach der Ankunft in Fåborg beschließen wir zuerst noch die Kirche in Horne zu besuchen, bevor wir zum Hotel fahren, denn es ist fast noch Mittagszeit. Zunächst müssen wir uns aber wieder daran gewöhnen die Straßen mit Autos zu teilen. Es sind ca. 7km in hügeliger Landschaft und mit etwas Autoverkehr zurückzulegen, dann kommt die Kirche in Sicht. Es handelt sich um die einzige noch erhaltene Rundkirche auf Fünen (12. Jh.). Im Sonnenschein sieht die weiße Kirche prächtig aus. Anschließen geht's es durch Fåborg hindurch zum Hotel, daß leider am anderen Ende es Ortes liegt. Durch die hohen Temperaturen am heutigen Tag ist der Teer teilweise weich, so daß viele kleine Steine im Profil der Räder kleben bleiben. So verbringe ich die nächste Stunde nach Ankunft im Schatten unter einem Baum damit, die Steinchen wieder zu entfernen, was mir nur zum Teil gelingt - und auch überflüssig war, da alle am nächsten Tag herausgewaschen wurden. Das konnte ich aber heute noch nicht wissen. Zum Abendessen fuhren wir dann zum Marktplatz zurück und speisten im Freien Burger und Hot Dogs.
Nach einem Tag mit Traumwetter mußten wir am nächsten Morgen feststellen, daß es regnet. Also beschliessen wir zunächst einmal ausgiebig zu frühstücken. Im Frühstücksraum erwartet uns die nächste Überraschung. Menschenmassen schienen hier anwesendd zusein. Mehrere Busladungen älterer Damen waren dabei das Frühstück einzunehmen. Da sich das Wetter auch nach dem Frühstück nicht gebessert hatte, gingen wir zunächst zurück aufs Zimmer. Zum Glück konnten wir dieses bis 14 Uhr behalten, so lasen wir noch ein bißchen, guckten fern und hoffen auf eine Wetterbesserung. Unsere Räder standen trocken in einem großen Schuppen neben Rasenmähern und anderen Gartengeräten. Kurz nach 13 Uhr ließ der Regen nach, wir schlüpften in unsere Regenkleidung und begaben uns zu den Rädern. Als wir Startbereit waren, wurde der Regen schon wieder stärker, aber jetzt half alles nichts, wir mußten los. Schließlich waren alle Zimmer schon vorgebucht. Die erste Wegstrecke war nicht besonders angenehmen. Auf der Hauptstraße von Fåborg nach Svendborg führt die nationale Fahrradroute Nr. 8 entlang. Aber schon nach wenigen Kilometern zweigt die Route von der Hauptstraße ab und der Regen war auch nicht mehr so stark. Regelmäßig kontrollierte ich, ob meine billige Regenhose auch dicht ist. Aber außer geringen Mengen Schwitzwasser war nichts festzustellen. Meine Frau hatte dagegen Probleme mit nasser Kleidung - trotz verschweißter Nähte. Also suchten wir einem ruhigen Platz zum Kleidungswechsel. Der Regen hatte fast aufgehört und wir näherten uns dem Ortsrand von Svendborg. Am ersten Supermarkt auf der heutigen Route stoppten wir, um Getränke zu kaufen. Leider wurde auch dieser Einkauf wieder länger und komplizierte als geplant. Ich wollte eine Pfandflasche zurückgeben und eine neue Erwerben, sollte aber zwei volle Flaschen plus Pfand bezahlen, also wurde länger verhandelt. Dann gab ich die neue Flasche zurück, nachdem ich den Inhalt in meine Trinkflasche gefüllt hatte. Wieder mußte ich an der Kasse warten. Meine Frau wunderte sich derweil schon wieder wo ich denn bleibe. Bald ging es über eine hohe Brücke über den Svendborg Sund von der Insel Fünen zur Insel Tåsinge, denn Troense gehört zwar zu Svendborg, liegt aber der Stadt gegenüber. An der nächsten Kreuzung gab es einen großen Supermarkt und mehrere Banken. Wir beschlossen etwas Geld umzutauschen. Die Bankangestellten wunderten sich sehr über zwei deutsche Radfahrer, die US-Dollar-Reiseschecks in Dänische Kronen tauschen wollen. Von nun ab ging es fast nur noch abwärts bis nach Troense. An einem kleinen Stand am Straßenrand kauften wir noch ein Schälchen Erdbeeren. Sekunden später ist unser Ziel erreicht. Das Hotel besteht aus einem älteren Hauptgebäude mit Restaurant und zwei dahinter liegenden Gebäuden im Motelstil. Hier erhielten wir unser Zimmer. Die Räder parkten wir auf unserer Terrasse - prima. Die Möbel im Zimmer waren schon etwas abgenutzt, aber wir hatten ein Dach über dem Kopf. Wir beschlossen noch einem Spaziergang durch den Ort zu machen und die Speisemöglichkeiten auszuloten. Es regnete nicht mehr. Der Ort ist wunderhübsch mit seinen kleinen Reetdachhäuser, die einmal von Kapitänen erbaut wurden. Wir entdeckten einen kleinen Laden und ein hübsches, aber teures Restaurant, drum speisten wir anschließen vor unserem Hotel. Das war günstiger als innen im Restaurant. Inzwischen schien sogar wieder die Sonne, so daß wir im Abendlicht noch nahe gelegenem Schloß (Valdemarslot) fuhren. Es war ein schöner Anblick direkt am Wasser. Als Betthupferl genossen wir unsere Erdbeeren. So hatte dieser Tag noch einen schönen Ausklang gefunden.
Der nächste Tag beginnt wieder mit Regen, so daß wir uns in Ruhe dem Frühstücksbüffet hingeben können. Für den heutigen Tag haben wir keinen festen Plan. Angesichts des Wetters überlegen wir, mit dem Dampfer Helge hinüber nach Svendborg zu fahren. Sogar die Mitnahme der Fahrräder wäre möglich. Aber nach dem Frühstück regnet es schon weniger und als wir wieder Startbereit sind, ist der Regen fast vorbei. Wir gegen hinunter zum Anleger und warten auf "Helge". Der alte Dampfer ist leider schon auf Diesel umgestellt. Wir warten die Abfahrt ab und schwingen uns auch auf die Räder, um rüber nach Svendborg zu fahren. Nachdem wir wiederum die große Brücke über den Sund überquert haben, sind wir bald im Stadtzentrum von Svendborg. Hier bummeln wir zunächst durch die belebte recht große Fußgängerzone - Svendborg ist die zweitgrößte Stadt auf Fünen. Besonders die Bäckerläden haben es uns angetan - aber wir haben gerade erst ein ausgiebiges Frühstück gehabt. Wir fahren noch zum Hafen, der aber nicht so hübsch wie in Fåborg ist. Dann entschließen wir uns als Tagesziel die Insel Thurø zu wählen. Thurø ist über eine kleine Brücke - fast nur ein Damm - mit der Insel Fünen verbunden. Eine ganze Zeit fahren wir nur durch eine Wohnsiedlung mit Einfamilienhäusern, dann ist Endlich der Ort vorbei. Hier soll es eine Kerzenfabrik geben, die wollen wir besichtigen. Es handelt sich um einen modernen Flachbau. Leider gibt es nur einen kleinen Shop zu besichtigen. Der ganze Raum riecht etwas unangenehm, direkt nebenan werden die Kerzen hergestellt. Wir verlassen den Shop schnell wieder um ans Ende dieser U-förmigen Insel zu gelangen! Hier gefällt es uns besser. Am Anleger des Dampfers Helge mit Blick auf Throense lassen wir uns in der Mittagssonne nieder. Über eine Stunde dösen wir hier vor uns hin, lassen den Blick übers Wasser schweifen und essen eine Kleinigkeit. Nachdem "Helge" an- und wieder abgelegt hat, meinen auch wir uns wieder auf den Rückweg machen zu müssen. Wir sind beide der Meinung das die Insel Thurø leider nicht besonders sehenswert war. Zurück in Svendborg bleiben wir nochmals in der Fußgängerzone hängen. Ich komme nicht umhin wir eine Jeans der Marke Nordsee zu kaufen. Am späten Nachmittag speisen wir in einem kleinen Lokal in Hafennähe, daß Hamburger und Sandwiches anbietet - wer will schon immer Pölse ? Dann wird Zeit wieder nach Throense zurück zu fahren.
Heute soll es weiter nach Rudkøbing gehen. Da der Weg nicht allzu lang ist, beschließen wir, noch eine Runde über die Insel Tåsinge zu fahren. Unser Weg führt uns zunächst wieder nach Valdemarslot. Es wist noch ruhig dort, an diesem Morgen. Wir sehen eine junge Mountenbikerin wieder, die mit uns auf der Fähre von Kiel gekommen ist. Vorbei an der 700 Jahre alten Ambrosius-Eiche fahren wir nach Brennige. Hier besteigen wir den Kirchturm (Eintritt!), von dem man angeblich auf 30 bis 40 Inseln blicken kann. Leider hat sich der Himmel etwas zugezogen und die Sicht ist nicht besonders gut. Wir können nicht einmal die gesamte Insel überblicken; aber der Blick über die Felder auf das Meer ist auch so ganz hübsch. Auf einer schnurgeraden leicht abschüssigen Straße gelangen wir schnell nach Vornæs Skov, einem Wäldchen direkt am Ufer der Ostsee. Kurz hinter dem Wäldchen kurz ein Reh die Straße. Wir fahren über einige sehr kleine Dörfer wieder zurück zur Hauptstraße, denn nur diese führt nach Langeland. Zum Glück gibt es einen guten Radweg am Straßenrand! Er ist Teil der nationalen Fahrradroute Nr. 8. Sie wird auch Südseeroute genannt und führt von Südjütland bis nach zur Insel Møn. Schließlich steigt die Straße steil an, so daß wir uns entschließen die Räder zu schieben. Dies geht zum einen leichter zum anderen können wir die Aussicht besser genießen, obwohl schon ein bißchen mulmig auf dieser großen Brücke hoch über der Ostsee ist. Wir können von oben sogar schon unser Hotel entdecken. Es liegt direkt am Yachthafen. Da es wieder stark abwärts geht und wir schon Ortskenntnisse in Rudkøbing haben sind wir schnell am Hotel. Es ist gerade erst Mittag, und man teilt uns mit, daß unser Zimmer noch nicht fertig ist. Wir können aber unser Gepäck hier deponieren. Da ich gelesen hatte, daß in Spodsbjerg, einem Fährhafen auf der anderen Seite der schmalen Insel, Hafenfest ist, beschließen wir dorthin auf der Nr. 8 weiterzufahren. Es sind 10-12km pro Richtung. Der Fahrradweg ist wie meistens schön. Im Ort suchen wir zuerst den Edeka-Markt auf und lassen und dann zu einer Pause am neuen Bootshafen nieder. Hier können wir die Fährschiffe auf dem Langelandsbelt beobachten. Schließlich machen wir einen Gang über das Hafenfest. Es finden gerade ein Wettrennen in Gummireifen im Hafenbecken statt. Da inzwischen dunkle Wolken aufgezogen sind, beschließen wir nach Rudkøbing zurück zu fahren. Wir haben kaum den Ort verlassen, da erwischt uns ein Regenschauer. Vor einem Bauernhof unterbrechen wir die Strecke. Im einem kleinen Holzhäuschen, wie sie bei uns zu Hause für Gartengeräte etc. genutzt werden, liegen Obst, Gemüse und Kunstgewerbliches zum Kauf. Nachdem wir unser schönes Zimmer im ersten Stock und zur Hafenseite bezogen haben, beschließen wir beim Imbiß direkt neben der Hotelanlage etwas für Abendessen einzukaufen. Die Fehlentscheidung des Tages. Besonders die Pommes Frites sind eine Katastrophe, der pure Matsch! Am Abend haben wir von unserem Zimmer bzw. Balkon einen Logenplatz für den Sonnenuntergang.
Heute wollen wir auf dem Radweg Nr. 80 nach Tranekær, doch vorher gibt's wieder ein üppiges Frühstücksbüffet. Wir wundern uns, wo die vielen anderen Menschen beim Frühstück herkommen. Es liegt wohl daran, daß es Sommer und Ferienzeit ist, denken wir. Nach 2 Stops bei Hügelgräbern entdecken wir endlich die Mühle in Tranekær. Also haben wir bald unser Ziel erreicht. Wir fahren auf dem Radweg am Ort vorbei - und verpassen damit das schöne Ortsbild - direkt zum Schloß. Hier ist schon eine Menge los. Wir lassen uns für ein Eis beim Kiosk am Rande des Schloßparks nieder. Das Schloß ist nicht zu besichtigen, dafür gibt es gegenüber ein Schloßmuseum, aber bei gutem Wetter halten wir uns lieber im Freien auf. Der Schloßpark dagegen ist zu besichtigen. Hier gibt es die Ausstellung TICKON, eine Symbiose aus Kunst und Natur (Eintritt). Auf diese Besichtigung verzichten wir - später sehen wir einige der Objekte von der Straße aus - und fahren statt dessen bergan zur Schloßmühle, einer alten Kornmühle. Die Mühle ist zu besichtigen. Auf der Route Nr. 81 fahren wir nun wieder Richtung Rudkøbing. Zunächst kreuzt einen Igel unseren Weg. Bei Stengade erreichen wird die Tabakscheune. Sie stammt aus der Zeit des 2. Weltkriegs. Die Scheune befindet sich im Privatbesitzt und ist vor wenigen Jahren renoviert worden. Im Garten wächst Tabak und der Besitzer ist persönlich anwesend, um Fragen zu beantworten und Tabakpflanzen u.a. zu verkaufen. Auf hügeligem Weg quälen wir uns nach Rudkøbing zurück. Wir sind heute irgendwie nicht richtig in Form und sind nach 40 km froh wieder zurück zu sein. Da es früher Nachmittag ist, raffen wir uns noch zu einem ausführlichen Rundgang durch die Stadt auf. Außerdem wollen wir uns nach der gestrigen Pleite ein gutes Essen leisten, was uns in der Nähe des Marktplatzes auch gelingt. Als ich unsere Räder am Abend noch einmal begutachte, fällt mir auf, daß der Hinterreifen am Rad meiner Frau starke Risse aufweist. Jetzt mache ich mir Sorgen, ob wir mit diesem Rad am nächsten Tag pünktlich zur Fähre zurück kommen.
Wir stehen früh auf - ich drängle, da mir des defekte Reifen Sorgen macht. Das Frühstücksbüffet ist heute in einem kleineren Raum aufgebaut, und wir die im Moment die einzigen Gäste. Der große Andrang am Vortag war wohl dem Wochenende zu zuschreiben. Dann checken wir aus und verlassen das schönste Hotel dieser Reise. Auf der Route 82 fahren wir den gleichen Weg zurück nach Bagenkop, nur in Humble nehmen wir eine Abkürzung entlang der Hauptstraße weiter nach Hesselbjerg, wir kennen uns ja schon etwas aus hier! Wir sind natürlich viel zu früh, so daß wir uns einen Abstecher an den Strand erlauben können - nur finden wir zunächst keinen Strandzugang. So machen wir zunächst an einem schönen Picknickplatz Pause, bevor wir unsere Räder die letzten zwei, drei Kilometer am Strand entlang durch den Sand schieben. In Bagenkop besichtigen wir noch die Kirche, gehen in den Supermarkt und warten dann nur noch, daß das Schiff endlich ankommt. Bei bestem Sommerwetter - Sonne, Wärme, relativ wenig Wind - erleben wir eine wunderbare Überfahrt zurück nach Kiel. Diesmal sind auch viel mehr Fahrräder an Bord, doch mehr Platz wird ihnen trotzdem nicht zugebilligt! Über die mit Glasscherben gespickten Radwege der Stadt Kiel in Richtung Bahnhof geht unsere Reise dann zu Ende.
Anmerken möchte ich zum Abschluß noch, das die Radwege sehr gut ausgeschildert waren. Auch waren die Schilder gut sichtbar, so daß uns eine Karte der Badestrände des Jahres 1997 vom Fyns Amt, die ich im ersten Kro erhalten habe, zusammen mit einer Übersichtskarte der Radwege vollständig zur Orientierung ausreichte.
Die Fährlinien Langeland-Kiel
und Faaborg-Gelting haben leider ihren Betrieb eingestellt!
Alternativen bieten die Strecken Fynshav - Bøjden oder Puttgarden - Rodbyhavn
und Taars - Spodsbjerg der Scandlines
oder die Strecke von Mommark nach
Soby auf der Insel Aero an. Außerdem ist natürlich der Landweg über eine
der beiden Brücken nach Fünen möglich, sowohl mit dem Auto als auch mit der
Bahn.
Tipps zu Literatur,Karten und Links finden Sie auf der Infoseite
(c) O.K. 1998-2003; Weiterveröffentlichung und kommerzielle Nutzung des
Inhaltes des Seite nur mit ausdrücklicher Zustimmung des Autors!
Alle Angaben auf dieser Seite sind ohne Gewähr.
Zugriffe auf diese
Seite seit Feb.2000 :