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Goldene Regeln zur Aktienauswahl und für das Börsengeschäft

Sell in May and go away...
...but remember to come back in September. Aktien im Mai zu verkaufen, ist eigentlich nicht ganz so vorteilhaft, denn in den beiden Sommermonaten Juni und Juli steigen die Kurse noch kräftig an. Man kann also mit dem Verkauf durchaus bis Juli warten. Denn erst ab August geben die Kurse deutlich nach, zumindest wenn man die durchschnittliche Wertentwicklung seit 1970 betrachtet. Im September schon zur Börse zurückzukehren ist eigentlich noch zu früh. Kaufen sollte man Aktien von Oktober bis März, danach sollte für Neukäufe erst wieder die Korrektur abgewartet werden. Die je nach Quelle errechnete durchschnittliche Jahresrendite der Aktien von ca. 7,0 - 8,9% seit 1970 (entspricht dem Monatsdurchschnitt von 0,6 - 0,7%) kann man, beim Kauf Anfang Oktober und Verkauf Ende Juli auf 11,0% - 12,8% (ca. 0,9-1% p.M.) steigern. Zumindest im langjährigen Durchschnitt bei einem DAX-sensitiven Portfolio.

* * * * * * * * * +0,7%
* * * * * * * * *  
* * *
  1,3    1,1    1,4    1,3    -0,6    1,2    1,4   -0,9   -2,6   1,2    1,7    2,1    [%] 
Jan.Feb.MärzAprilMaiJuniJuliAug.Sep.Okt.Nov.Dez.Ø
Durchschnittliche monatliche Wertentwicklung des DAX seit 1970

Quelle: Deutsche Bank Research Zeitraum 01/79-08/80.
Darauf aufbauend ab 2000 eigene Berechnungen.

* * * * * * * * * +0,6%
* * * * * * * * *
* * *
  1,6    1,5    1,1    1,3    -0,7    0,8    1,4   -0,8   -2,9   1,1    1,1    1,6    [%] 
Jan.Feb.MärzAprilMaiJuniJuliAug.Sep.Okt.Nov.Dez.Ø
Durchschnittliche monatliche Wertentwicklung des DAX seit 1970

Quelle: ABN Amro in "FOCUS" Nr. 43/2000.
Darauf aufbauend ab 2000 eigene Berechnungen.

Betrachtet man dagegen die letzten fünfundzwanzig Jahre, so liegt die durchschnittliche Jahresrendite des DAX bei 10,4%, das entspricht einem Monatsdurchschnitt von 0,8%. Diese Durchschnittsrendite könnte man, beim Kauf Anfang Oktober und Verkauf Ende Juli auf 15,1% (1,2% p.M.) steigern. Nach dieser Betrachtung macht es auch keinen Sinn, zwischen Mai und September Aktien zu kaufen; die anfänglichen Kursgewinne werden im Schnitt durch den Kursrückgang im August und September wieder aufgezehrt. Kaufmonate sind von Oktober bis April.

  * * * * * * * +0,8%
* * * * * * *    * * *
* *
  0,8    1,6    0,9    2,4    0,2    1,8    0,8   -0,7   -3,3   1,6    1,6    2,3    [%] 
Jan.Feb.MärzAprilMaiJuniJuliAug.Sep.Okt.Nov.Dez.Ø
Durchschnittliche monatliche Wertentwicklung des DAX seit 1980

Quelle: Burckaus & Trinkhardt in "Der Spiegel" Nr. 7/1998.
Darauf aufbauend ab 1998 eigene Berechnungen.

Betrachtet man nur die letzten zehn Jahre, so liegt die durchschnittliche Jahresrendite des DAX bei 7,9%, das entspricht einem Monatsdurchschnitt von 0,6%. Diese Durchschnittsrendite könnte man, beim Kauf Anfang Oktober und Verkauf Ende Juli auf 19,1% (1,5% p.M.) steigern. Nach dieser Betrachtung macht es auch keinen Sinn, zwischen Dezember und September Aktien zu kaufen; die anfänglichen Kursgewinne werden im Schnitt durch den Kursrückgang im August und September wieder aufgezehrt. Kaufmonate sind von Oktober und November.

* * * * * * +0,6%
* * * * * * * * * *
* *
  2,2    0,2    0,4    2,9   0,2    1,5    0,1   -3,8   -5,8   3,7    4,1    2,4    [%] 
Jan.Feb.MärzAprilMaiJuniJuliAug.Sep.Okt.Nov.Dez.Ø
Durchschnittliche monatliche Wertentwicklung des DAX in den vergangenen 10 Jahren

Quelle: Eigene Berechnungen.

Im 5-Jahres-Zeitraum liegt die durchschnittliche Jahresrendite des DAX bei -8,9%, das entspricht einem Monatsdurchschnitt von -0,8%. Diese Durchschnittsrendite könnte man, beim Kauf Anfang Oktober und Verkauf Ende Januar auf +9,9% (0,8% p.M.) steigern. Nach dieser Betrachtung macht es auch keinen Sinn, Aktien längerfristig zu halten; die anfänglichen Kursgewinne werden im Schnitt durch den Kursrückgang im Februar bis September wieder aufgezehrt. Kaufmonat ist der Oktober.

*   *   * *   -0,9%

* *
* * * * *
*
* * * * *  
 0,3   -3,3   -1,7   4,1   -0,3   -0,6   -2,3   -2,9   -10,9   7,5   2,1   -0,1   [%] 
Jan.Feb.MärzAprilMaiJuniJuliAug.Sep.Okt.Nov.Dez.Ø
Durchschnittliche monatliche Wertentwicklung des DAX in den vergangenen 5 Jahren

Eigene Berechnungen.

Betrachtet man nur die letzten drei Jahre, so liegt die durchschnittliche Jahresrendite des DAX bei -2,5%, das entspricht einem Monatsdurchschnitt von -0,2%. Diese Durchschnittsrendite könnte man, beim Kauf Anfang Oktober und Verkauf Ende Juni auf 14,7% (1,1% p.M.) steigern. Nach dieser Betrachtung macht es auch keinen Sinn, Aktien längerfristig zu halten; die anfänglichen Kursgewinne werden im Schnitt durch die Kursrückgänge von Juli bis September wieder aufgezehrt. Kaufmonat ist der Oktober.

  * * *
* *   -1,1%
* * *   * * *   *
* * * * * * *  
 -0,9   -2,1   -3,0   6,8   1,8   0,5   -4,2   -0,9   -10,5   9,1   4,0   -1,7   [%] 
Jan.Feb.MärzAprilMaiJuniJuliAug.Sep.Okt.Nov.Dez.Ø
Durchschnittliche monatliche Wertentwicklung des DAX in den letzten 3 Jahren

Eigene Berechnungen.

Spekulationsfrist bei privaten Veräußerungsgeschäften
Die Spekulationsfrist beträgt jetzt 12 Monate. Kursgewinne müssen dann versteuert werden, wenn zwischen Kauf- und Verkaufsdatum weniger als 12 Monate vergangen sind, es sei denn, die Gewinne betragen insgesamt (nach Abzug der Verluste und der Werbungskosten) weniger als 512 EUR (Freigrenze). Liegen Sie mit den Werten im Minus, dann kann es sinnvoll sein, Sie innerhalb eines Jahres nach Kaufdatum wieder zu verkaufen. Sie schaffen sich dadurch ein Verlust-Polster und können diese Spekulationsverluste mit Spekulationsgewinnen - nicht jedoch mit anderen Einkommensarten - verrechnen. Auch ein Verlustvortrag innerhalb dieser Einkommensart ist möglich. Falls Sie Kursgewinne erwirtschaftet haben und Sie Werte verkaufen wollen, sollten Sie sehen, ob eine Verrechnung mit Kursverlusten möglich ist. Dementsprechend müssen Sie dann überlegen, ob Sie jetzt verkaufen wollen oder erst den Ablauf der Spekulationsfrist abwarten. Sofern Einkünfte aus Spekulationsgeschäften 512 EUR oder mehr betragen sind diese in voller Höhe einkommensteuerpflichtig.


The Trend is your Friend
Steigt ein Kurs über einen Zeitraum kontinuierlich an, zeigt dies eine starke Nachfrage, die meistens noch längere Zeit anhält. Man kann einsteigen.


Never catch a falling Knife
Dies bezeichnet im Grunde das gleiche wie die obige Regel für fallende Kurse. Der Trend hält oft noch an. Deshalb nie bei fallenden Kursen investieren, sondern erst eine Beruhigung abwarten.


Verluste glattstellen, Gewinne laufen lassen
Diese Regel vereinigt die beiden oben genannten. Solange der Trend nach oben geht, muß man nur abwarten. Gewinne nur dann realisieren, wenn eine Trendumkehr zu erwarten ist. Ist dagegen der Börsentrend dauerhaft nach unten gerichtet, muß man seine Positionen verkaufen, auch wenn sie unter dem Einstandspreis liegen. Den Verlust hat man nämlich schon tatsächlich erlitten, auch wenn die Aktie noch gehalten wird. Zwar behauptet so mancher Banker etwas anderes (als ordentliche Kaufleute müßten diese es eigentlich besser wissen!) und wollen reale Verluste erst beim Verkauf der Aktie sehen. Unsinn! Quatsch! (Wenn Ihnen jemand 100 Mark aus der Geldbörse zieht, ist der Verlust auch real und nicht erst dann, wenn Sie wieder shoppen gehen. Oder fragen Sie mal nach, ob die Bank den angeblich noch nicht vorhandenen Verlust auch beleiht.) Dennoch ist eine solche Einstellung weit verbreitet und natürlich auch verständlich - wer will denn gerne einen Verlust zugeben. Aber sie behindert rationale Entscheidungen zu treffen: Aktien gegebenenfalls mit Verlust verkaufen und in andere, aussichtsreichere Papiere investieren. Und nicht die Verluste aussitzen!



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