Wissenswertes über Land & Leute
Slaìnte (phon. Slontsche) - klingt es in den Pubs, die meist dunkel und mit schummrigem Licht erfüllt sind, wenn aus den chromblitzenden Zapfhähnen ein Pint Lager, Stout oder Guinness schäumt und sich die Iren nach getaner Arbeit mit Gelächter, Gesang, Musik und Diskussionen bis zum allabendlichen "Time please" des Wirtes einem wichtigen Bestandteil ihres Lebens hingeben.Die Iren trinken gerne und viel. Man täte ihnen jedoch großes Unrecht, wenn man sie als saufende, grölende Meute von Raufbolden bezeichnen würde.
Tatsächlich geben die Iren für Alkohol mehr Geld aus als für den übrigen Lebensunterhalt.Betrachtet man jedoch das Elend und die hohe Arbeitslosigkeit auf der Insel, die Melancholie der Bewohner, wenn die Touristenströme im Winter versiegen, die meisten Pubs geschlossen haben, sich kein Cent mehr für ein Pint zu finden scheint, erklärt sich die Trinkfreudigkeit in den Frühjahrs- und Sommermonaten sehr schnell.
Das Pub ist für die Iren sozusagen die Verbindung mit der Außenwelt, eine Männerdomäne in der mit rauhen und lauten Worten große Politik gemacht, über das Wetter des nächsten Tages beratschlagt und mit Vorliebe eine Wette abgeschlossen oder ein "Paddy Joke" zum Besten gegeben wird.Die Freundlichkeit geht bei den Iren dabei allerdings scheinbar nie verloren.
Kontaktfreudig und neugierig interessieren sie sich für jeden Unbekannten, der "ihr" Pub betritt.
Pints werden ausgegeben, Zigaretten angeboten - und man sollte sich hüten, die scheinbar leichtfertig dargebotenen Gaben abzulehnen, was den Stolz der Iren verletzten könnte.Der Pub-Besuch, der aus der Tradition der Iren nicht wegzudenken wäre, ist immer noch hauptsächlich den Männern vorbehalten. Vor noch nicht allzulanger Zeit hatten Frauen noch keinen Zugang zu den Bars und wurden nur in der "Frauenabteilungen" der sogenannten Snug oder Lounge geduldet.
Vor allem an den Wochenendtagen sieht man nun oftmals gesamte Familien, angefangen von dem schlafenden Neugeborenen bis zum zahnlosen Großvater in den Pub und man merkt ihnen an, daß dies ein besonderer Tag ist. Ein mühsam abgespartes Erlebnis zum Lohn für eine harte Woche.
Hier werden die guten Anzüge aus dem Schrank geholt, die Schuhe geputzt und der Abend wird für alle Familienmitglieder bei "live-music" mit traurigen und fetzigen Balladen über das Land, das Meer und die Liebe zum Erlebnis.
Mittlerweile sind Frauen in den Pubs somit kein seltener Anblick mehr.
Auch wenn sich die Zeiten insofern gewandelt haben, kann ich aus eigener Erfahrung heraus sagen, daß man als Frau mit einem Pint Stout in der Hand an der Theke wohl keinen so alltäglichen Anblick für die Iren bietet und man sollte - um das Feingefühl der Iren in dieser Beziehung nicht zu sehr zu strapazieren - diese althergebrachte Sphäre der Männer achten und sich entsprechend zurückhaltend benehmen.
In Irland gibt es in jedem noch so kleinen Ort mindestens ein Pub. Meist wird dort einmal in der Woche Live-Musik geboten.
Es gibt auch sogenannte "Singing-Pubs", in denen abends ständig Musikdarbietungen zu hören sind. Hier gibt es jedoch nur noch wenige dieser speziellen Pubs, die noch nicht vom Tourismus geprägt wurden - das richtige irische Flair und die eingesessene irische Bevölkerung fehlt hier oft.
Zum Alltag der Iren gehört auch aufgrund ihrer tiefen Religiosität der sonntägliche Kirchgang und der Pfarrer des Dorfes nimmt eine sehr hohe und ehrenvolle Stellung ein.
Zudem sind viele Iren von der Existenz einer Unzahl von Geistern, Gnomen und Zwergen in den Mooren und Heiden überzeugt und aus diesem Grunde wird beim Neubau eines Hauses behutsam darauf geachtet, die unterirdischen Höhlen eben dieser Kreaturen nicht zu beschädigen.
Fast die Hälfte der Inselfläche besteht aus Weideland, das hauptsächlich mit Gras und Klee bewachsen ist.Die andere Hälfte des Landes ist vorwiegend von Torfmooren, Bergen und Seen geprägt.
Die Zucht von Schafen, Rindern und Pferden spielt hier eine bedeutende Rolle und ist, da Irland über so gut wie keine wesentlichen Rohstoffe verfügt, neben dem Fremdenverkehr einer der wichtigsten Wirtschaftsfaktoren der Insel.Das Land kämpft mit der höchsten Arbeitslosenquote innerhalb der gesamten EG und die Landwirtschaft allein kann die Bevölkerung nicht ernähren. Folgen hiervon sind hohe Emigrationszahlen von vor allem jungen Iren und Alkohol- und Rauschgiftmißbrauch.
Aus dem Landschaftsbild nicht wegzudenken sind buntgefleckte Schafe, Ziegen, Kühe, Esel und Pferde, die überall - auch auf den schmalen irischen Straßen - ihres Weges gehen. Richtige Zäune im kontinentalen Sinne gibt es in Irland kaum und so grasen die Tiere mal hier, mal dort - ungehindert von den unzähligen Steinwällen, die sich durch die Wiesen ziehen.
Weiterhin stößt man auch in den abgelegensten Winkeln der Insel auf Hochkreuze, Dolmengräber, Kloster- und Kirchenruinen mit Rundtürmen, auf Ringwälle oder sonstige eindrucksvolle Zeugnisse vergangener Epochen.
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