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Agenturmeldung/Medieninformation/Rundschreiben/Depesche |
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Leider kommt es in
letzter Zeit, aus unterschiedlichen Gründen, immer wieder zu falschen historischen
Aussagen in Wort, Bild und Text über das ehemalige ehrwürdige Nähmaschinenwerk in
Wittenberge. Hier in den Headlines haben wir einige Fakten aufgelistet, die in der
Mehrzahl durch uns wissenschaftlich recherchiert und erforscht wurden - mit Interpretation
und Wertungen durch den VERITASKLUB (Klub des Nähmaschinenwerkes):
das Wichtigste und Erstaunlichste unserer Recherchen und Forschungen:
das Werk wurde in seiner sozialistischen Ära niemals dem amerikanischen Singer-Konzern
enteignet!
der VEB Nähmaschinenwerk in Wittenberge, u.a. mit den Markennamen
"VERITAS", "Naumann", avancierte in den 1980er Jahren zur modernsten
Nähmaschinenfabrik der Welt!
in den 1980er Jahren wurde es das erfolgreichste Nähmaschinenwerk
(Produktion an Nähmaschinen und Verkauf) in Mittel- und Westeuropa. Nur das Werk in Podolsk
(SU) produzierte mehr Nähmaschinen als wir und war damit weltführend!
der Uhrenturm des Werkes ist die größte freistehende (und begehbare)
Turmuhr in Deutschland und auf dem europäischen Kontinent!
am Ende der 1980er Jahre entstand im Werk die modernste Gießerei in
Europa!
der Chefkonstrukteur "Designer", Georg Rummert,
revolutionierte 1956 mit seinem Nähmaschinen-Baukastensystem die Nähmaschinenbauweise und
das Design der Nähmaschinen. Diese "Erfindung" brachte dem Betrieb internationale
Anerkennung. Georg Rummert, geboren in Blankenburg und seit 1950 Nähmaschinenwerker,
verbringt heute seinen wohlverdienten Ruhestand in der Prignitz.
bis 1945 produzierte die Singer Nähmaschinenfabrik ca. 6,5 Millionen
Haushalts-, Kinder-, Industrie-, Spezial- und Gewerbenähmaschinen.
nach 1945 wurden insgesamt 7.650.877 Stück Nähmaschinen im
Wittenberger Nähmaschinenwerk produziert. Davon waren 7.535.828 Stück Haushaltsnähmaschinen
und 115.049 Stück Industrie- bzw. Gewerbenähmaschinen.
der 1. Mai 1904 ist das offizielle Datum der Inbetriebnahme der
Singer-Fabrik in Wittenberge.
die Singer Nähmaschinenfabrik wurde im Laufe der 1930er Jahre die
modernste und leistungsfähigste Fabrik ihrer Art in Deutschland.
für langjährige, verdienstvolle Mitarbeiter in der Singer AG gab es
obligatorisch nicht für jeden eine "goldene ALPINA Uhr" aus Glashütte.
Auszeichnung, laut Betriebssatzung, eine Urkunde und einem Sachgeschenk in Form einer
finanziellen oder materiellen Anerkennung. Bei der "High Society" konnte es
natürlich eine goldene Uhr sein. Hinweis: ALPINA war die "Rolex" der damaligen
Zeit.
"Urautor" des Markennamens "VERITAS" war der
Dresdner Nähmaschinenfabrikant Clemens Müller. Die Rechte auf das Warenzeichen/Markenname
"VERITAS" gingen am 2. Oktober 1955 auf den VEB Nähmaschinenwerk Wittenberge über.
Müllers Nachfahren leben noch im Raum Dresden. Das Warenzeichen, der Markenname
"VERITAS", lateinisches Wort für Wahrheit, ist heute sehr begehrt unter den
Herstellern von Nähmaschinen. Derzeit im Besitz der schweizerischen "BERNINA AG".
Natürlich beschäftige/arbeiteten für das/für Werk
Formgestalter/Designer, was von altbundesdeutschen Historikern und Wissenschaftlern leider
negiert wird. Marion Godau in ihrem im Mai 2000 erschienenen Buch "Design Lexikon
Deutschland" schließt sie das Kapitel DDR-Design schlicht und einfach aus, mit der
wissenschaftlichen Begründung, in der DDR habe es kein Design gegeben. Anhang:
Bundespräsident Johannes Rau, auf der Verleihung des Deutschen Designpreises am 30. August
2002 in Frankfurt am Main:
"Denken wir an gelungene Formgebung, die Geschichte geschrieben hat,
dann fallen uns natürlich auch aus der jüngeren Geschichte gleich viele Namen und Produkte
ein: In den neuen Ländern fallen einem vielleicht VERITAS-Nähmaschinen ein oder
MZ-Motorräder. In den alten Ländern fallen uns Stereoanlagen von Braun ein, ein Porsche 911
oder auch das Bobby-Car aus Fürth."
der Jugendklub "VERITAS" war der erfolgreichste und
innovativste Jugendklub der ehemaligen DDR; führte als erster u.a. die
"Mitternachtsparty" (21.00 - 2.00 Uhr, Aufhebung der Sperrstunde) ein; einziger
Jugendklub, der eine Rallye organisierte; Träger des "blauen und goldenen T";
veranstaltete als einer der "Ersten " in der DDR eine Misswahl - die erste
"Miss VERITAS" Wahl (und damit auch die erste Miss Trademark der Welt) und die 1.
Miss Wittenberge Wahl. Beide Damen sind noch heute amtierende Titelträgerinnen! Organisierte
und veranstaltete der Jugendklub das damalige größte Volksfest (Parkfest) in der Stadt
Wittenberge und in der Prignitz-Region.
mit dem 2. Januar 1990 begann im Nähmaschinenwerk schon die
"Abwicklung", begann die Demontage des Betriebes und die sollte gründlicher sein,
als die Demontage der sowjetischen Besatzungsmacht nach dem 2. Weltkrieg!
am 23. Oktober 1991 verkündete der Vizepräsident der Treuhandanstalt,
Herr Hero Brahms, gegenüber dem Nähmaschinenwerk die Liquidation:
"...durch den Leitungsausschuß der THA wurde die Nähmaschinenwerk
Wittenberge GmbH als nicht sanierungsfähig- und würdig eingestuft. Auf dieser Grundlage
ergibt sich die Notwendigkeit, die Abwicklung der Nähmaschinenwerk Wittenberge GmbH
einzuleiten.."
am 20. Dezember 1991 lief symbolisch die letzte Haushaltsnähmaschine,
eine "Famula 4681", vom Band und damit das endgültige "Aus" für die noch
rund 800 Beschäftigten, von einst über 3000, des Nähmaschinenwerkes Wittenberge.
das Werk wird heute von der "Allgemeine HypothekenBank Rheinboden
(AHBR)" mit Sitz in Frankfurt am Main zwangsverwaltet. Diese wiederum gehört seit
Dezember 2005 dem US-Finanzinvestor "Lone Star" (John Grayken). Lone Star ist
gegenwärtig der Marktführer der aggressiven Beteiligungsgesellschaften (Heuschrecken) in
Deutschland.
Last but not least - Frank Walter Seidensticker: "Immer noch wird
das Hemd per Hand mit der Nähmaschine zusammengenäht. Eine Vollautomatisierung in diesem
Bereich ist in naher Zukunft nicht zu erwarten."; Philosoph Karl Marx; "Irgendwo
muss produziert werden, irgend jemand muss eine Nähmaschine bauen, mit der ein Zweiter
Kleidung herstellen kann."
Ausführlichere und weitere Informationen finden Sie auf unserer
Internetseite: www.naehmaschinenwerk.de oder bekommen Sie direkt von der Redaktionscrew
des VERITASKLUB's (Fon 0049 30 5630076). |
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Herausgeber: Veritasklub e.K (Klub des
Nähmaschinenwerkes Wittenberge). |
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Stand: Juni 2007 |
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