Wittenberge
Nein, es ist kein Irrtum: Ab Mitte Oktober soll es wirklich wieder Veritas- und
Naumann-Nähmaschinen zu kaufen geben: im Großhandel, im Einzelhandel und auch in
Teleshops.
Wie sich unschwer denken lässt, werden die Maschinen aber nicht in
Wittenberge produziert. Das Innenleben kommt aus China, das Design aus der Schweiz. Allein
der Firmenname stammt aus Wittenberge.
"Die Marke war frei. Wir haben sie vom Markenpatentamt in München
erwerben können", klärt Peter Fischer auf, wie er für sein Unternehmen Crown
Technics GmbH mit Sitz in Heilbronn die Marken Veritas und Naumann sichern konnte.
Maschinen mit diesem Namen gingen einst von Wittenberge aus auf die Reise in sehr viele
Länder der Erde. Fischer weiß, der Name ist am Markt noch bekannt, hat einen guten
Klang, nun will er ab Mitte des nächsten Monats Maschinen unter dieser Firmierung
anbieten.
Das Wittenberger Nähmaschinenwerk war für seine Qualitätsarbeit
bekannt.
"Wie sieht es mit den neuen Nähmaschinen aus?", wollte der
"Prignitzer" von Peter Fischer wissen. Aus China komme gute Qualität.
"Sonst würden wir doch nicht fünf Jahre Garantie geben", erklärt der
Geschäftsmann und verweist darauf, dass bis auf einige Sonderproduktionen heutzutage
keine Nähmaschinen mehr in Deutschland hergestellt werden würden. Das sei zu teuer.
In Bezug auf Wittenberge, wo die ersten wirklichen
Veritas-Nähmaschinen vom Band rollten, hat Peter Fischer noch ein Ass im Ärmel: Dem
Veritasklub, in dem sich unter der Leitung des heute in Berlin ansässige Lothar Wuttke
ehemalige Nähmaschinenwerker um die Tradition des untergegangenen Werkes kümmern, hat
Fischer zwei Veritas-Nähmaschinen aus der Crown Technics geschenkt.
"Wir möchten dem Stadtmuseum eine solche Maschine
übergeben", so gestern Klubchef Wuttke. Die Zweite sei für einen Verein aus der
Prignitz gedacht. Lothar Wuttke weiß, dass die Patentmarke Veritas nach der Liquidation
des Nähmaschinenwerkes von Pfaff-Nähmaschinen übernommen worden war. Dieses Unternehmen
existiert mittlerweile auch nicht mehr.
Der Veritasklub hat sich übrigens seine Bezeichnung als Verein
schützen lassen. Der Veritasklub bleibt also Veritasklub.