Wittenberge
Es gibt wieder Veritas-Nähmaschinen. Die ersten zwei Exemplare unter dem
traditionsreichen Markennamen wurden am Sonnabend nach Wittenberge gebracht.
Auf dem guten Mittelklassemodell prangt der Name Veritas - zwar noch
nicht in der gewohnten Typographie, aber das kommt noch.
Peter Fischer, der mit der gleichnamigen Familienfirma aus Heilbronn
den Markennamen erworben hat, brachte die beiden Maschinen nach Wittenberge, eine fürs
städtische Museum und eine für den Prignitzer Landfrauenverein.
Der Name Veritas sei ihm schon in die Wiege gelegt worden, erzählte
der Unternehmer. Durch die vom Vater 1945 gegründete Nähmaschinen-Vertriebsfirma sei ihm
der gute Name Veritas schon als kleines Kind bekannt gewesen. "Wir haben immer nur
Qualitätsprodukte vetrieben", erklärte Fischer, "und Veritas ist ein
qualitätsbewusster Name".
Fischer lässt zwar in China produzieren, doch kommen 96 Prozent der
Teile aus Deutschland. "In Deutschland werden mittlerweile überhaupt keine
Nähmaschinen mehr hergestellt", erzählte der Unternehmer, obwohl etwa 500000 Stück
pro Jahr verkauft werden. Für die Veritas-Maschine rechnet er mit einem europaweiten
Absatz von 3000 bis 4000 Stück pro Jahr. Dr. Oliver Hermann, Museums- und Betriebsleiter
des Kultur- Sport- und Tourismusbetriebes der Stadt, erinnerte bei dieser Gelegenheit
daran, dass das Wittenberger Nähmaschinenwerk im letzten vollen Produktionsjahr 1990
allein 400000 Nähmaschinen hergestellt hatte.
"Die Veritas-Maschinen werden wir nur über den Fachhandel
vertreiben", nicht zuletzt auch, weil das Familienunternehmen sich ausdrücklich vom
Handel mit Billigprodukten unterscheiden will. Selbstbewusstes Zeichen für den hohen
Qualitätsstandard ist die fünfjährige Garantie, die das Unternehmen übernimmt. Die
Maschinen werden, je nach Ausstattung des Modells, für 129 bis 999 Euro zu haben sein.
Dass sich so eine Anschaffung lohnt, davon konnten sich Petra Herbonn
und Andrea Brüning vom Landfrauenverein gleich vor Ort überzeugen, als sie das Geschenk
ausprobierten und feststellten, dass sich die 13-jährige Weiterentwicklung der Technik
auch in leichterer Handhabung als bei den gewohnten Veritas-Maschinen widerspiegelt.
Lothar Wuttke, der Vorsitzende des Veritas-Klubs, in dem sich
Mitglieder des einstigen regen und unkonventionellen Jugendklubs des Betriebes
zusammengefunden haben, um die Tradition des Werkes zu bewahren, informierte, dass die
Absicht bestehe, den Verkaufsstart der Nähmaschinen öffentlich im Wittenberger WEZ
vorzunehmen. Rund um die Nähmaschine hat der Klub noch einige Überraschungen mit
äußerst prominenten Veritas-Kennern parat.