Oliver Hermann, Leiter des Kultur-,
Sport- und Tourismusbetriebes, kündigte gestern an, dass dieser Zustand endgültig der
Vergangenheit angehören soll. Der Zustrom von Neugierigen im vergangenen Jahr, als der
Uhrenturm anlässlich 100 Jahre Nähmaschine in Wittenberge erstmals von jedermann
besichtigt werden konnte, habe gezeigt, welch großes Interesse an diesem einzigartigen
Bauwerk bestehe. Der Uhrenturm auf dem Veritas Park stellt sich aus seiner Sicht als der
wichtigste Turm für die Elbestadt dar, wichtiger als Kirchturm, Wasserturm oder
Rathausturm. So eine Sehenswürdigkeit in einem "geschlossenen Zustand" sei
einfach unerträglich gewesen.
Am 8. Mai soll nun die erste "Uhrenturm-Saison" um 14 Uhr
offiziell eröffnet werden. Wie Oliver Hermann erklärte, sei dies sozusagen ein
Gemeinschaftswerk des Veritas-Parks, insbesondere von Verwalter Ralf von Hagen, dem
Freundeskreis Nähmaschine um Kurt Weber, dem Heimatverein sowie dem Stadtmuseum. Von
jenem Wochenende an soll jeden ersten Sonnabend im Monat eine Führung durch den Turm
stattfinden. Weitere Termine können über die Wittenberger Touristinformation vereinbart
werden. Auf dem Veritas Park soll auch ein Hinweis für Touristen angebracht werden, wie
sie eine Führung vereinbaren können. Eine Daueröffnung des Turmes sei nicht möglich,
meinte Oliver Hermann, weil dies gleich mit Personal verbunden sei. Den Besuchern stehen
fünf Etagen zur Verfügung. Diese enthalten die Ausstellungsbereiche Singer- sowie
Veritas-Nähmaschinen, historische Fotografien aus der Geschichte des Werkes, eine
künstlerische Ausstellung sowie in der letzten Etage das Turmcafé. Mit dem Beginn der
Uhrenturmsaison wird am 8. Mai die Ausstellung von Virginia Thiel aus Karstädt eröffnet.
Die vielseitige Hobbymalerin stellt ihre Bilder, die von Frauen- und anderen Porträts
bestimmt sind, erstmals in Wittenberge aus. Oliver Hermann erhofft sich ein Anwachsen von
Kultur um den Uhrenturm. So habe sich bereits die "Musikfabrik" angesiedelt.
Frank Stubenrauch, verantwortlicher Redakteur des
"Wochenspiegels", stellte eine ganz neue Publikation vor. Darin sind die
Grußadressen, die zu 100 Jahre Nähmaschine eingingen, zusammengetragen. Es ist schon
erstaunlich, wer so alles eine besondere Beziehung zu Singer und Veritas hat. Es äußern
sich Gisela May und Frank Schöbel, Karl Lagerfeld und Wolfgang Joop, Hans-Dietrich
Genscher und Helmut Schmidt, Jürgen Fliege und Nina Hagen - um nur einige Beispiele zu
nennen. Ein besonderer Dank für das Zustandkommen dieser Broschüre gilt der Jochen
Mismahl GmbH & Co KG als Verwalter des Veritas Parks, dem Stadtmuseum, dem
Freundeskreis sowie dem Veritasklub mit Lothar Wuttke an der Spitze. "Hier ist ein
nettes Lesebuch entstanden", meinte Frank Stubenrauch, der die Redaktion der
Broschüre übernommen hatte. Ab dem 8. Mai soll das Heft am Uhrenturm aber auch im Museum
und in der Touristinformation zu erhalten sein. Wobei unbedingt auf eine Besonderheit
hingewiesen werden muss. Beim Kauf am Uhrenturm ist ein Blatt eingelegt. Wer dies
ausfüllt, nimmt an einer Verlosung am 2. Oktober teil. Der Gewinn wird eine "Veritas
2004" sein. Horst Podiebrad vom Heimatverein präsentierte auch einen
Schlüsselanhänger in Form des Uhrenturmes. Dieses Souvenir kann am Uhrenturm, im Museum
und in der Touristinformation erworben werden.