Uhrenturm und
Museum bleiben die zwei großen Betätigungsfelder, mit denen sich die 28 Mitglieder des
Freundeskreises Nähmaschine auch zukünftig befassen wollen.
In welcher Art und Weise dies geschehen soll, darüber debattierten sie
sehr konstruktiv auf ihrer jüngsten Mitgliederversammlung in der vergangenen Woche.
Vereinsvorsitzender Kurt Weber informierte, dass der Uhrenturm in
diesem Jahr mehr als 500 Besucher zählte, die vor allem von Herbert Schlie mit Führungen
durch das historische Bauwerk und das ehemalige Singer-Gelände mit der für Wittenberge
prägenden Industriegeschichte bekannt gemacht wurden. Darüber hinaus betreute Ralf von
Hagen, der von der Mismahl GmbH eingesetzte Verwalter des Veritas-Parkes, mehr als 200
Interessenten, die er durch das ehemalige Nähmaschinenwerk führte. Allein diese Zahlen
belegen, dass das touristische und vor allem überregionale Interesse auch zukünftig
gepflegt und betreut werden müsse, so der Freundeskreis.
Dabei wurden einige Vorschläge geäußert, die Ausstellungsräume noch
abwechslungsreicher zu gestalten. Nur historische Modelle zu zeigen, sei zu wenig, war man
sich einig. Während die Singer-Zeit recht gut repräsentiert werde, müsse der
VEB-Geschichte jene gebührende Aufmerksamkeit geschenkt werden, wie sie die 3000
Beschäftigten verdient haben, meinte Klaus Leminski.
Im Uhrenturm als touristischen Erlebnispunkt könne sich allerdings
nicht die wissenschaftliche Aufarbeitung und Präsentation der Singer- und Veritas-Ära
widerspiegeln, so die Meinung vieler Mitglieder. Diese Möglichkeiten biete nur das Museum
in der Putlitzstraße. Die Versammelten entwickelten Vorstellungen, um zum Beispiel den
Betrieb und seine Arbeitswelten und Beschäftigten noch mehr zu charakterisieren. Unter
der Koordinierung von Horst Berlin wird sich ein Arbeitskreis konkret mit diesen Themen
beschäftigen. Bernd Naujoks wird die Aktivitäten um die öffentlichkeitswirksamen
Darstellungen im Uhrenturm gemeinsam mit dem Heimatverein koordinieren. Geplant ist zum
Beispiel nach der Neuauflage einer "Werk und Welt" 2003 und der Broschüre
"Karten, Grüße & Cartoons" zur nächsten Saison ein aktuelles Infomaterial
über den "Big Ben von Wittenberge" herauszugeben. Lothar Wuttke vom
Veritas-Jugendclub nutzte die Gelegenheit, um erste Überlegungen für ein Lesebuch über
das Nähmaschinenwerk vorzustellen, das gespickt sein soll mit Anekdoten und Episoden
rings um die Nähmaschine, seriös aber auch locker erzählt. Für sein Projekt konnte er
bereits namhafte Autoren gewinnen, sagte er.