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2001
Kino in der EU in den 90ern: Wieder steigende Besucherzahlen
Nachdem die Besucherzahlen in den Kinos in der EU seit Mitte der 50er Jahre kontinuierlich zurückgegangen waren, hat es in den Neunzigern wieder einen Anstieg gegeben. Dennoch wurden 1998 mit 800 Mio. Kinobesuchern deutlich weniger gezählt als 1955 (4 Mrd.). Dies geht aus einem Bericht über Besucherzahlen in den Kinos in der EU (und ausgewählten anderen Ländern) zwischen 1950 und 1998 hervor, den Eurostat, das Statistische Amt der Europäischen Gemeinschaften in Luxemburg, am 23.1.2000 veröffentlichte (Eurostat, Statistik kurz gefasst, Industrie, Handel und Dienstleistungen, Nr. 2/2001: "Kino-Statistiken").
Nach einer kontinuierlichen Zunahme in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg erreichte der Kinobesuch in den 50er Jahren in den meisten europäischen Ländern einen Höhepunkt. Zwischen 1955 und 1990 fielen die Besucherzahlen in der EU dann von 4 Milliarden auf 580 Millionen. Dieser Rückgang wird zurückgeführt auf
  • Entwicklung des Fernsehens zum Massenmedium,
  • die vielfältigeren Möglichkeiten bei der Freizeitgestaltung und
  • Einführung von Heimvideo und Kabelfernsehen.
In den 90er Jahren kehrte sich diese Entwicklung jedoch um: Die Besucherzahlen stiegen zwischen 1990 und 1998 um fast 40%. Als Gründe nennt Eurostat u.a.
  • Bau von Multiplexen
  • allgemeine Tendenz zu höheren Ausgaben für Freizeitaktivitäten
  • das Aufkommen von "Blockbuster"-Filmen.

Kinobesuche pro Einwohner

Die Iren gehen drei Mal so oft ins Kino wie die Finnen und Griechen

Größter Kinomarkt in Europa mit mehr als 20% der Kinobesucher in der EU (170 Millionen) ist Frankreich, gefolgt von Deutschland (149 Mio. Zuschauer). Berücksichtigt man jedoch die Einwohnerzahl, zeigt sich, dass die Iren die fleißigsten Kinogänger sind (3,4 Kinobesuche pro Einwohner), gefolgt von Luxemburg (3,3) und Frankreich (2,9). In Finnland, Griechenland (1,2) und in den Niederlanden (1,3) haben sich die Einwohner 1998 durchnittlich nur etwas mehr als einmal einen Film im Kino angesehen, genau wie in Japan (1,2).

Die geamte EU liegt in der Besuchshäufigkeit (2,1) weit hinter den USA (5,5).

Kino in der EU, 1998
Einnahmen, Besucherzahlen und Anteil der US-Produktion

Kassen-
einnahmen 
(in Mio. ECU)
Zahl der
Kinobesuche 
insgesamt
(in Millionen)
Zahl der
Kinobesuche 
pro Kopf
Anteil der US-
Produktion an den
Gesamteinnahmen
(in %)
Anteil der US-
Produktion an
neuen Filmen
(in %)
EU15
4 269
796,3
2,1
75
51*
Belgien
132
25,4
2,5
72
45
Dänemark
72
11,0
2,1
78
57
Deutschland
813
148,9
1,8
85
51
Griechenland
61
12,4
1,2
:
69*
Spanien
386
108,4
2,8
79
44*
Frankreich
907
170,1
2,9
64
37
Irland
58
12,4
3,4
:
73
Italien
587
118,5
2,1
64
47*
Luxemburg
8
1,4
3,3
79**
55
Niederlande
118
20,1
1,3
90
57*
Österreich
87
15,2
1,9
:
49*
Portugal
47
14,8
1,5
:
67*
Finnland
41
6,4
1,2
80
55
Schweden
118
15,8
1,8
76
57
Ver. Königreich
835
115,5
2,0
82
65*
USA
6 198
1 480,7
5,5
95***
86
Japan
597
153,1
1,2
66
27

   *Daten von 1997, ** Daten von 1996, *** Daten von 1995, : nicht verfügbar
   Die Kasseneinnahmen umfassen die Einnahmen aus den verkauften Eintrittskarten, Steuern und andere Abgaben.

US-Produktionen beherrschen weitgehend den Markt

1997 kam mehr als die Hälfte der neuen, in den Kinos der EU gezeigten Filme aus den USA. Dieser Anteil lag in Frankreich (37% im Jahr 1998), Spanien (44%), Belgien (45% im Jahr 1998), Italien (47%) und Österreich (49%) unter 50%. In Portugal (67%), Griechenland (69%) und Irland (73% im Jahr 1998) belief sich dieser Anteil auf mehr als zwei Drittel.
 
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